Río Upano

linker Quellfluss des Río Namangoza in Ecuador

Der Río Upano ist der 172 km lange linke Quellfluss des Río Namangoza in der Provinz Morona Santiago im Osten von Ecuador.

Río Upano
Río Upano bei Logroño

Río Upano bei Logroño

Daten
Lage Morona Santiago
(Ecuador Ecuador)
Flusssystem Amazonas
Abfluss über Río Namangoza → Río Santiago → Río Marañón → Amazonas → Atlantischer Ozean
Quellgebiet Cordillera Real, 25 km südwestlich des Sangay
2° 8′ 24″ S, 78° 30′ 32″ W
Quellhöhe ca. 4000 m
Vereinigung mit Río Paute zum Río NamangozaKoordinaten: 2° 45′ 27″ S, 78° 16′ 29″ W
2° 45′ 27″ S, 78° 16′ 29″ W
Mündungshöhe ca. 420 m
Höhenunterschied ca. 3580 m
Sohlgefälle ca. 21 ‰
Länge 172 km
Einzugsgebiet ca. 3700 km²
Abfluss am Pegel unterhalb Río Tutamangoza[1]
AEo: 3423 km²
Lage: 28 km oberhalb der Mündung
MQ
Mq
297,8 m³/s
87 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Río Sangay, Río Volcán, Río Yukipa, Río Chiguaza, Río Pania
Rechte Nebenflüsse Río Abanico, Río Jurumbaino, Río Tutanagosa, Río Yurupasa
Mittelstädte Macas
Kleinstädte Logroño
Gemeinden Zuñac, Huambi, Tayuza, Patuca
Karte
Verlauf des Río Upano

Flusslauf

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Der Río Upano entspringt in der Cordillera Real auf einer Höhe von etwa 4000 m, 25 km südwestlich des Vulkans Sangay. Er fließt anfangs 50 km nach Osten. Die oberen 40 km liegen innerhalb des Sangay-Nationalparks. Die Fernstraße E46 (GuamoteMacas) folgt dem Flusslauf bis Flusskilometer 125. Der Río Upano wendet sich anschließend 30 km in Richtung Nordnordost. Die beiden linken Nebenflüsse Río Sangay und Río Volcán entwässern die Südostflanke des Sangay. Der Río Upano wendet sich ab Flusskilometer 100 10 km nach Südosten und schließlich nach Süden. Die Fernstraße E45 (PuyoSantiago de Méndez) folgt ab Macas dem Flusslauf. Der Río Upano trifft schließlich bei Patuca auf den aus Westen kommenden Río Paute und vereinigt sich mit diesem zum Río Santiago. Neben der Provinzhauptstadt Macas liegen am Flusslauf die Kleinstädte und Ortschaften Logroño, Zuñac, Huambi, Tayuza und Patuca. Größere Nebenflüsse sind u. a. Río Yukipa, Río Chiguaza und Río Pania von links sowie Río Abanico, Río Jurumbaino, Río Tutanagosa und Río Yurupasa von rechts.

Archäologie

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Forschungsergebnisse von Stéphen Rostain und Kollegen vom CNRS vom Beginn der 2000er Jahre konnten durch Lidar-Scans eine große, über zweitausend Jahre alte Besiedlung auf einer Fläche von annähernd 300 Quadratkilometern im Tal des Río Upano bestätigen. Die stadtähnlichen Bauten, vermutlich aus Lehm, werden auf eine Zeit von etwa 500 v. u. Z. bis 300 bis 600 u. Z. datiert und sind damit mit der Zeit des Römischen Reiches vergleichbar. Gefunden wurden Cluster von Plattformen, Plätzen und Straßen, die mit landwirtschaftlichen Flächen und Be- und Entwässerungsanlagen gekoppelt und durch ein Straßennetz über mehrere Dutzend Kilometer mehrere urbane Zentren regional verband. Die Autoren vergleichen es mit ähnlichen Zentren der Maya und den urbanen Komplex von Kilamope mit Teotihuacán. Über diese urbanen Zentren wurde schon von Francisco de Orellana bei seiner Fahrt im Rahmen der Gonzalo-Pizarro-Expedition 1541/42 berichtet, dies aber später ins Reich der Legende gelegt.[2][3]

Hydrologie

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Der Río Upano entwässert einen Abschnitt an der Ostflanke der Cordillera Real. Sein Einzugsgebiet umfasst ein Areal von etwa 3700 km². Der mittlere Abfluss am Pegel unterhalb der Einmündung des Río Tutanagosa beträgt 297,8 m³/s.[1]

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Commons: Río Upano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b A. Laraque, J. Ronchail u. a.: Heterogeneous Distribution of Rainfall and Discharge Regimes in the Ecuadorian Amazon Basin. In: Journal of Hydrometeorology. 8, 2007, S. 1364, doi:10.1175/2007JHM784.1.
  2. doi:10.1126/science.adi6317 Stéphen Rostain et al: Two thousand years of garden urbanism in the Upper Amazon, Science, Vol. 383, Nr. 6679, S. 183–189, 11. Januar 2024; abgerufen am 12. Januar 2024
  3. Verschwundene Stadt im Amazonasgebiet entdeckt auf tagesschau.de vom 12. Januar 2024