Antonio Banderas

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Antonio Banderas (2024) Signatur

Antonio Banderas (* 10. August 1960 in Málaga als José Antonio Domínguez Bandera) ist ein spanischer Schauspieler, der auch als Filmregisseur arbeitet.

Antonio Banderas ist der ältere von zwei Söhnen des Polizisten José Domínguez Prieto (1920–2008) und der Lehrerin Ana Bandera Gallego (1933–2017). Er wollte Fußballer werden, erlitt aber im Alter von vierzehn Jahren eine Beinverletzung. Stattdessen begann Banderas zu schauspielern, was bald seine neue Leidenschaft wurde. Nach einer Schauspielausbildung an der Málagaer Schauspielschule ESAD spielte er zunächst an verschiedenen Bühnen in Madrid. Er spielte in einigen nationalen Film- und Fernsehproduktionen, darunter sechs Mal unter der Regie von Pedro Almodóvar, beginnend mit Labyrinth der Leidenschaften aus dem Jahr 1982 bis zunächst 1992 in Fessle mich!. Dem Nachnamen seiner Mutter, Bandera („Flagge“), fügte er nach eigenen Angaben für den Abspann seines ersten Films Labyrinth der Leidenschaften (1982) ein „s“ aus politischen Motiven hinzu, um neben der spanischen Nationalflagge auch Katalonien, das Baskenland und Andalusien – seine Herkunftsregionen – anzuerkennen.

Antonio Banderas (1997)

Im Jahr 1992 hatte er eine Hauptrolle im Film Mambo Kings und siedelte danach in die Vereinigten Staaten über. Er hatte daraufhin Hauptrollen in erfolgreichen Filmen wie Philadelphia, Interview mit einem Vampir, Desperado, Assassins – Die Killer, Evita, Die Maske des Zorro, Der 13te Krieger und Spy Kids. 1999 inszenierte er sein Debüt als Filmregisseur mit Verrückt in Alabama mit Melanie Griffith.

2003 spielte er erfolgreich am Broadway in dem Musical Nine an der Seite von Chita Rivera, wofür er eine Nominierung für den Tony Award erhielt. Sein zweites Werk als Regisseur, El camino de los ingleses, eine Geschichte über das Heranwachsen in den 1970er Jahren, war 2007 auf der Berlinale zu sehen.[1]

2011 war Banderas in der Romanverfilmung Die Haut, in der ich wohne das erste Mal seit 18 Jahren in einem Film von Pedro Almodóvar zu sehen, dem acht Jahre später eine weitere gemeinsame Produktion folgte.

Banderas wurde 2010 „Goodwill“-Botschafter bei den Vereinten Nationen, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen für Kampagnen gegen die Armut, für den Umweltschutz und die Sicherung von Frauenrechten.[2]

Im Jahr 2018 war er in der National-Geographic-Serie Genius als Pablo Picasso zu sehen, wofür er eine Nominierung für den Emmy erhielt. 2020 brachte ihm die Hauptrolle des gealterten Filmregisseurs Salvador Mallo in Pedro Almodóvars Spielfilm Leid und Herrlichkeit den Goya als bester Hauptdarsteller und Nominierungen für den Oscar und den Golden Globe ein.

Auf der Liste der „sexiest film stars“ des Empire-Magazins belegte er 1995 den 24. Platz, und 1996 wurde er vom US-amerikanischen People-Magazins unter die „50 most beautiful people in the world“ gewählt.

Am 18. Oktober 2005 durfte Antonio Banderas seinen eigenen Stern (Nummer 2294) auf dem Hollywood Walk of Fame enthüllen.

Banderas’ deutsche Synchronstimme stammt üblicherweise von Bernd Vollbrecht.[3]

Von 1988 bis 1996 war er mit Ana Leza verheiratet. Nach seiner Scheidung heiratete er im Mai 1996 die US-Schauspielerin Melanie Griffith, mit der er eine gemeinsame Tochter hat. Griffith trennte sich im Frühjahr 2014 von ihm und reichte im Sommer 2014 die Scheidung ein.[4] Seit Dezember 2015 ist die Scheidung rechtskräftig. Bereits seit Ende 2014 ist er mit der 20 Jahre jüngeren deutsch-niederländischen Anlageberaterin Nicole Kimpel liiert.[5]

Am 26. Januar 2017 erlitt Banderas einen Herzinfarkt, woraufhin ihm in einem Schweizer Krankenhaus drei Stents eingesetzt wurden.[6]

Filmografie (Auswahl)

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Auszeichnungen (Auswahl)

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Antonio Banderas bei der Verleihung des Goya 2020

Goya

  • 1987: Nominierung in der Kategorie Bester Nebendarsteller für Matador
  • 1991: Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für Fessle mich!
  • 1997: Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für Two Much – Eine Blondine zuviel
  • 2012: Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für Die Haut, in der ich wohne
  • 2015: Ehrenpreis für sein Lebenswerk
  • 2020: Bester Hauptdarsteller für Leid und Herrlichkeit

Oscar

ALMA Award

  • 1999: Bester Hauptdarsteller für Die Maske des Zorro
  • 2000: Bester Hauptdarsteller für Der 13te Krieger
  • 2000: Bester Regisseur für Verrückt in Alabama
  • 2002: Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für Spy Kids
  • 2002: Anthony Quinn Award
  • 2011: Beliebtester Filmschauspieler für Ich sehe den Mann deiner Träume

Emmy

  • 2004: Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm für Pancho Villa – Mexican Outlaw
  • 2018: Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm für Genius

Europäischer Filmpreis

Golden Globe

Weitere

Commons: Antonio Banderas – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Deutscher Titel: „Sommerregen“. Vgl. Banderas-Film zur Berlinale, in Nordsee-Zeitung – Sonnabend, 6. Januar 2007, S. 4A.
  2. Antonio Banderas wird UN-Botschafter auf focus.de, 15. November 2013.
  3. Antonio Banderas. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 10. Oktober 2021.
  4. Griffith lässt sich von Antonio Banderas scheiden auf focus.de, 6. Juni 2014.
  5. Der spanische Hollywood-Eroberer wird 60 (Memento vom 13. Mai 2021 im Internet Archive) auf stuttgarter-nachrichten.de
  6. Antonio Banderas: Herzinfarkt! Nimmt er seine Gesundheit auf die leichte Schulter? auf gala.de, 27. März 2017, abgerufen am 25. Juli 2019.
  7. Filmfest München: Der gestiefelte Spanier: Antonio Banderas erhält CineMerit Award (Memento vom 4. Juni 2019 im Internet Archive). Artikel vom 4. Juni 2019, abgerufen am 5. Juni 2019.