0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
13 Ansichten40 Seiten

Drogen

Hochgeladen von

Eileen Smilgies
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
13 Ansichten40 Seiten

Drogen

Hochgeladen von

Eileen Smilgies
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
Sie sind auf Seite 1/ 40

DROGEN

Medizin
oder Geißel
der Gesellschaft?
SOZIOLOGIE der Sucht März 2000

von
..............................
Peter Breit
..............................

DROGEN
Medizin oder Geißel der Gesellschaft

Inhalt

1 Drogen so alt wie die Menschheit.............................................. 1

2 Drogen im gesellschaftlichen Kontext........................................ 2

3 BegriffsBestimmungen.............................................................. 3
3.1 was sind Drogen.............................................................. 3
3.2 was ist Sucht................................................................... 3
3.3 SuchtBegriff.................................................................... 4

4 Unterteilung von Drogen........................................................... 5


4.1 nichtstoffliche Drogen - Süchte........................................ 5
4.1.1 Arbeit.................................................................... 6
4.1.2 Essen.................................................................... 6
4.1.3 Spielen.................................................................. 6
4.1.4 Sex....................................................................... 7
4.1.5 Sport..................................................................... 7
4.1.6 TV......................................................................... 7
4.1.7 InterNet................................................................. 7
4.1.8 KaufZwang............................................................ 7
4.2 stoffliche Drogen - Süchte............................................... 8
4.2.1 legal - BegriffsBestimmung und Wirkung............... 8
4.2.1.1 Alkohol........................................................ 8
4.2.1.2 Tabak........................................................... 8
4.2.1.3 Medikamente............................................... 9
4.2.2 illegal - Kosum, Wirkung, Risiko............................ 10
4.2.2.1 CannabisProdukte....................................... 10
4.2.2.2 Kokain und Crack........................................ 11
4.2.2.3 LSD............................................................. 12
4.2.2.4 Amphetamine.............................................. 12
4.2.2.5 Ecstasy........................................................ 13
4.2.2.5.1 vom Appetitzügler zur TechnoDroge... 13
4.2.2.5.2 Pillen und Pülverchen - Beispiele....... 13
4.2.2.5.3 Wirkstoffe.......................................... 14
4.2.2.5.4 illegale Droge..................................... 14
4.2.2.5.5 aktuelle Diskussion............................ 14
4.2.2.5.6 Harmonie und Psychose.................... 15
4.2.2.5.7 Risiken im StraßenVerkehr................. 15
4.2.2.5.8 der FührerSchein............................... 15
4.2.2.6 Heroin.......................................................... 16
Inhalt

5 medizinische ErstVersorgung.................................................... 17
5.1 DrogenNotfälle schwer zu erkennen................................ 17
5.2 Diagnostik bei DrogenNotfällen........................................ 18
5.2.1 Opiate................................................................... 18
5.2.2 Cannabis und Halluzinogene................................. 18
5.2.3 Amphetamine und Ecstasy..................................... 19
5.2.4 Kokain................................................................... 19
5.2.5 SchnüffelStoffe (organische LösungsMittel)........... 19

6 GesetzesLage im Europäischen Vergleich 1999........................ 20

7 Mortalität in der BRD 1999, Zahlen und Fakten........................ 21


7.1 Tabak.............................................................................. 21
7.2 Alkohol............................................................................ 22
7.3 Medikamente.................................................................. 23
7.4 illegale Drogen insgesamt............................................... 24
7.4.1 ErstKonsumenten harter Drogen............................ 25

8 politische LösungsAnsätze........................................................ 26
8.1 GeschäftsStelle der DrogenBeauftragten......................... 26
8.2 InterMinisterielle ArbeitsGruppe....................................... 26
8.3 Unterstützung der VerbandsArbeit................................... 26
8.4 Koordination mit den Ländern.......................................... 26
8.5 Bund-Länder-KoordinierungsKreis................................... 26
8.6 Europäische DrogenBeobachtungsStelle......................... 27
8.7 Zusammenarbeit mit der EU und der UN......................... 27
8.8 EU - DrogenPolitik........................................................... 27

9 Beratungs- und BehandlungsStellen........................................... 28

10. 10 Punkte-Programm der DHS - ein GesamtKonzept.................. 29


10.1 1. ProduktAbgabe für Alkohol und Nikotin....................... 29
10.2 2. Kinder stark machen.................................................. 29
10.3 3. Konsumenten entkriminalisieren................................ 29
10.4 4. Behandlung der Krankheit ausbauen.......................... 29
10.5 5. SelbstHilfePotentiale fördern und nutzen..................... 29
10.6 6. Maßnahmen zur ÜberlebensHilfe ausbauen............... 30
10.7 7. Ausstieg kein RandThema....................................... 30
10.8 8. lntegrationsHilfen eröffnen........................... 30
10.9 9. Finanzierung für SuchtKranke absichern.................. 30
10.10 10. Berufung einer Bundes-Kommission „Sucht“............ 30

11 Drogen bedrohen unsere Gesellschaft....................................... 31

12 7 goldene Regeln, um im Gespräch zu bleiben.......................... 32

13 SchlussBemerkung..................................................................... 33

14 wichtige Adressen in Köln.......................................................... 34

15 wichtige Adressen in der BRD und der EU................................. 35

16 QuellenNachweis....................................................................... 36
1. Drogen so alt wie die Menschheit

Die Geschichte, zeigt uns, dass zu allen Zeiten und in allen Kulturen, Drogen
konsumiert wurden. Drogen sind so alt wie die Menschheit selber.
Sogar in der Tierwelt, ist die Einnahme von Rauschmitteln in erheblichem
Maße anzutreffen.

Schon die großen Schöpfungsmythen der Völker künden von Drogen, ebenso
die frühesten Zeugnisse der Zivilisation, rund um den Erdball. Niemals waren
Menschen verlegen um Stoffe, die sie narkotisierten oder euphorisierten, ak-
tivierten oder angenehmer schlafen ließen.

Im asiatischen Raum verbreitete sich die in Indien vorkommende Hanfpflanze


schnell zum wichtigsten Kulturkraut. Die Chinesen genießen Cannabissamen
und daraus gewonnene Elexiere seit mehr als 6000 Jahren.

Im alten Indien war das lesen heiliger Texte nur jenen gestattet, die ihre Alltags-
gedanken mit dem Konzentrationsförderer Cannabis verscheuchten.

Ägypter wie GriechenSemesterArbeit wissen seit der Antike um die beruhi-


gende Wirkung des Opiums: „Ein Mittel, Kummer zu tilgen und Groll und jeder
Leiden Gedächtnis“, preist Homer die getrocknete Milch aus Mohnkapseln in
der „Odyssee“.

Im Alten Testament gilt als Alkohol der Komplize der Sünde. „Schaue nicht
den Wein an“, heißt es in den Sprüchen (23, 31), „am Ende beißt er wie eine
Schlange und sticht wie eine Viper“. Andererseits verwandelt Jesus Wasser in
Wein, damit die Gäste bei der Hochzeit von Kanaa weiterzechen können.
Beim Abendmahl gilt der Rebensaft sogar als „Christi Blut“.

Aus der Antike, wird eines der ersten uns bekannten Drogenrituale, das grie-
chische Symposion (ca. 600 v. Ch.) überliefert. Ein religiöses Trinkgelage un-
ter Männern, mit der Darreichung von Wein. Es wurde den Göttern Trank-
spenden dargeboten, um diese wohlgesonnen zu stimmen.

Der Redner Antiphon plädierte ca. 500 v. Ch., vor Gericht dafür, dass Trun-
kenheit als strafmildernd berücksichtigt werden sollte. Aristoteles tritt hundert
Jahre später dafür ein, einen Betrunkenen doppelt zu bestrafen, „denn die
Ursache (betrunken zu sein) lag bei Ihm, es stand Ihm frei, sich zu betrinken“.
Der römische Philosoph Seneca beschreibt Trunkenheit sei nichts anderes als
„freiwillige Geistesstörung“.

Bei den Chinesen macht sich bald darauf ein andersartiges Rauschmittel Kar-
riere: Han-Shi, „Kalte Mineralien“, eine Art Designer-Droge, weil aus verschie-
denen Substanzen zusammengemischt. In der Wissenschaft, gilt Han-Shi als
das erste „moderne Rauschgift“, denn von Beginn an ist seine Einnahme nicht
mit magischen oder religiösen Motiven verbunden. Es dient ausschließlich
dem Genuß, der Verschönerung des Augenblicks. Damit fehlen die traditio-
nellen Mechanismen der sozialen Kontrolle.

Ein grundlegend neues Kapitel der Drogengeschichte beginnt im ausgehen-


den Mittelalter. Der technische Fortschritt ermöglicht die Destillation von Wein.
Die Arznei „Aqua Vitae“ (Wacholderschnaps) avanziert im 16. Jahrhundert
zur Massendroge. 1541 klagt Martin Luther, „ganz Deutschland ist mit dem
saufen geplagt“. Bald darauf, die Industrialisierung hat begonnen, entstehen
erste Schnapsfabriken. Die angestellten Arbeiter erhalten einen Teil ihres Lohns
aufgrund der Strapazen (16 Stunden Arbeitstag) in Form von Branntwein.

1804 gelingt Wilhelm Adam Sertürner die Isolierung des „schlafmachenden


Prizips“ im Mohnsaft, dass er Morphium nennt.
Die Alkakoid-Chemie ist geboren, mit ihm das Prinzip der modernen Drogen.
1
2. Drogen im gesellschaftlichen Kontext

In der komplexen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, können Probleme des


Individuums nicht mehr losgelöst von ihren Entstehungsfaktoren betrachtet
werden, sondern müssen in einen gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang
eingebettet werden.

In der Betrachtung von Drogen und ihren Auswirkungen auf das Individuum ist
von zentraler Bedeutung, in welchem geografischen, kulturellen, religiösen
und politischen Kontext sich der Einzelne befindet. Die vorliegenden Faktoren
spielen dabei eine erhebliche sich gegenseitig beeinflussende Rolle. Darüber
hinaus muss die soziale Lage des Einzelnen als ausschlaggebender Faktor,
die zur Einnahme von Suchtstoffen führt, berücksichtigt werden.

Um eine möglichst objektive Darstellung des Phänomens “Drogen in unserer


Gesellschaft“ zu gewährleisten, dürfen wir nicht dem Fehler unterliegen und
uns eine einseitig gefärbte Brille aufsetzen. Kein Argument kann so starke
Gewichtung haben, dass es nicht eine andere Sichtweise zuließe.

Die Flucht des Einzelnen in die Welt der Drogen (aus welchen Beweggründen
auch immmer), kann nie losgelöst von seiner Herkunft betrachtet werden.

Hier ein paar Beispiele:

- In Südamerika und Afrika liegt eine extrem schlechte Bodenertragslage vor,


die Bauern werden allerdings von der Agrarpolitik der „Unitet Fruit Company“
dazu gezwungen, Viehfutter anzubauen (Futtermais für Lebensmittel). Nur
logisch, dass sie versuchen mit dem Anbau von Drogen den Fortbestand der
Familie zu sichern.

- Bergarbeiter in Bolivien, kauen traditionell Kokablätter, bedingt durch die


unmenschliche Arbeitsbelastung im Untertagebau.

- Christliche Seefahrer erhielten unmengen an Rum auf ihren Seereisen.

- Arbeitslose in der Bronx (New York), in der Stadt der Millionäre, nehmen
Drogen aller Art, um das Gefühl zu haben, am gesellschaftlichen leben ihrer
Stadt dem „high life“ zu partizipieren.

- Übergewichtige Frauen in den industrialisierten Ländern nehmen Abführmit-


tel, um dem durch die Werbung propagierten Schönheitsideal zu entsprechen.

- In den industrialisierten Ländern, (der Welt der Depressionen und Psycho-


sen) wird als medizinisch legales Mittel, dass verabreichen von Tranquiliziern
(Stimmungsaufheller) praktiziert, um die Funktionalität der Menschen am
Produktionsvermögen zu erhalten.

- Die weltweit verbreitete Produktion und Einnahme von Anabolen Steroiden


Sorry,
ist der sichtbare Beweis für die fortschreitende Dekadenz unserer Leistungs-
wir fragen uns
schon die ganze
Zeit, ob Sie
gesellschaften. Das in der westlichen Welt propagierte „Prinzip Hoffnung“,
Drogen
nehmen?
zeigt uns die politisch vorhandene Richtung. Einen gesicherten Arbeitsplatz
kann keiner garantieren, aber die Hoffnung auf einen Lottogewinn, oder dar-
auf, vieleicht Berühmt zu werden, was beides gleich warscheinlich ist.
Sportler die Ruhm und Anerkennung erlangen wollen, greifen zu Anabolika.
Rockgrößen doopen mit Alkohol und Kokain. Verantwortungsträger darunter
in hohem Maße die Mediziner, unterliegen dem gleichen Leistungsdruck, auch
sie schaffen sich ihren chemischen Ausgleich.

Wer den Gag nicht versteht


muß zum Augenarzt. „Es ist alles nur eine Frage des Standpunktes!“
2
3. Begriffsbestimmungen

Bis zum heutigen Tage, ist die Wissenschaft nicht in der Lage, zu erklären,
warum manche Menschen von der Lust auf Zigaretten, Kokain, Weinbrand
oder Glücksspiel so sehr beherrscht werden, dass ihr Verhalten ein einziger
Hohn auf unsere Vorstellungen von freiem Willen und Verantwortung darstellt.
Trotz großer Fortschritte, bleiben viele Fragen ungelöst.
Warum wird nicht jeder süchtig?
Sind alle gefährdet, oder gibt es so etwas wie eine Suchtpersönlichkeit?
Einmal süchtig - immer süchtig, oder ist eine Befreiung von Drogen möglich?

3.1 Was sind Drogen

Drogen sind Stoffe, die auf das psychische (seelisch) und/oder physische (kör-
perlich) Befinden des Menschen in gesundheitsgefährdender Weise einwir-
ken und eine mehr oder weniger starke Abhängigkeit zur Folge haben können.
Dabei denken viele nur an Heroin, Kokain, Haschisch, usw.! Zu den Drogen
zählt man aber auch Alkohol, Nikotin und Medikamente, nicht zu vergessen,
die nicht-stofflichen Drogen, wie Spielen, Arbeiten, oder Sex und viele mehr.
Deren Gebrauch ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und toleriert. Der
frühzeitige Mißbrauch dieser legalen Drogen kann den Einstieg in den Kon-
sum illegaler Drogen jedoch begünstigen. Der Umgang mit Rauschgiften wird
in der Bundesrepublik Deutschland im BeTäubungsMittelGesetz (BtMG) ge-
regelt. Es nennt weit über 100 Stoffe und Zubereitungen, die aus pflanzlichen
oder chemischen Grundstoffen gewonnen werden.

Was ist Sucht

Sucht bzw. Abhängigkeit ist der gewohnheitsmäßige und zwanghafte Gebrauch


von Drogen. Markante Merkmale einer Sucht sind die vermeintliche Unfähig-
keit, ohne den Suchtstoff zu leben und das starke Bedürfnis nach einer immer
höheren Dosis. Jede Droge birgt das Risiko, davon abhängig zu werden. Man
unterscheidet dabei zwischen physischer und psychischer Abhängigkeit.
Ein körperlich Abhängiger braucht die Drogen ebenso notwendig wie Essen
und Trinken. Ohne die ständige Zufuhr des Suchtstoffes reagiert der Körper
vorübergehend mit quälenden Entzugserscheinungen. Ein seelisch Abhängi-
ger kann nur noch mit Hilfe der Droge versuchen, sein inneres Gleichgewicht
herzustellen. Wer die Wirkungen eines Suchtstoffes kennengelernt und als
angenehm empfunden hat, neigt leicht dazu, diese Erfahrungen zu wiederho-
len. Schließlich kommt er ohne die anregende oder dämpfende Wirkung der
Droge nicht mehr aus und greift zwanghaft danach. In Gesprächen über das
Rauschgiftproblem tauchen immer wieder die Begriffe weiche und harte Dro-
gen auf. Zu den sogenannten weichen Drogen werden u.a. die Cannabis-
produkte Marihuana und Haschisch gerechnet. Diese Rauschgifte können zur
seelischen Abhängigkeit führen. Die Therapie einer seelischen Abhängigkeit
ist wesentlich aufwendiger als die einer körperlichen Abhängigkeit. Außerdem
kann ihr Konsum über einen längeren Zeitraum hinweg schwere Gesundheits-
schäden nach sich ziehen. Diese weichen Drogen sind deshalb keinesfalls
harmlos. Harte Drogen wie beispielsweise Opium, Morphium und Heroin füh-
ren ebenfalls zu einer seelischen, darüber hinaus aber auch zu einer schnel-
len körperlichen Abhängigkeit. Eine Sonderstellung nehmen Kokain und die
Amphetamine ein, da sie keine eigentliche körperliche Abhängigkeit hervorru-
fen. Wegen ihres extrem hohen psychischen Abhängigkeitspotentials und ih-
rer zerstörerischen Wirkung auf den Körper sind sie jedoch auch den harten
Drogen zuzurechnen.

3
3.3 Suchtbegriff

Sucht äußert sich meist als Giftsucht (Toxikomanie). Diese ist immer von Into-
xikation (Vergiftung) begleitet. Demnach ist bei stoffgebundenen Suchtformen
nach drei Komponenten zu fragen:
- Nach der individuellen Grundstörung, die eine Entwicklung der Sucht einlei-
tete, z. B. chronische Schmerzzustände, oder bestimmte Konfliktsituationen.
- Nach den psychopathologischen (krankhafte Abweichung des Seelenlebens)
Folgen der Einnahme von Suchtmitteln, insbesondere toxisch bedingte Ver-
änderungen der Kritikfähigkeit oder des Gedächtnisses.
- Nach dem Grad der Suchthaltung dem Leben gegenüber, also der Süchtig-
keit, die eine psychologische Eigendynamik besitzt und stoffunabhängig ist.

Sucht ist in erster Linie ein psychisches Problem, mit in der Regel bald auftre-
tenden sekundären, körperlichen und sozialen Folgen. Sucht ist gekennzeich-
net durch einen eigengesetzlichen Ablauf und durch den fortschreitenden Ver-
lust freier Verhandlungsfähigkeit und Kontrolle über das eigene Verhalten. Sucht
liegt dann vor, wenn eine prozeßhafte Abfolge in sich gebundener Handlun-
gen kritisch geprüfte, sorgfältige und folgerichtig gesteuerte Handlungsabläu-
fe ersetzt. Sucht ist stets Krankheit.
Sucht ist ein unabweichbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszu-
stand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es
beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozia-
len Bindungen und die sozialen Chancen des Individuums.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Sucht 1957 folgendermaßen


definiert: Sucht ist „ein Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, her-
vorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder syntheti-
schen Droge und gekennzeichnet durch 4 Kriterien:
- Ein unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels,
- eine Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung),
- die psychische und physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge,
- die Schädlichkeit für den einzelnen und/oder die Gesellschaft.

Nach einer Definition der WHO gilt jede Substanz als Droge, die in einem
lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag. Dieser erweiterte
Drogenbegriff erfaßt nicht nur Cannabisprodukte, Halluzinogene, Stimulantien,
Schnüffelstoffe, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Alkohol, Tabakerzeugnisse,
Schmerzmittel Opiate und Kokain. Er bezieht sich auch auf Alltagsdrogen wie
z.B. Kaffee und Tee und grenzt Drogen einerseits sowie Genuß- und
„Lebens“mittel andererseits nicht mehr voneinander ab.

Sucht zeigt sich als latente Suchthaltung und als manifestes süchtiges Verhal-
ten. Süchtiges Verhalten mit Krankheitswert liegt vor, wenn dieses nicht mehr
angesichts einer Flucht- oder Unwohlsituation eintritt, sondern zu einem ei-
gendynamischen, zwanghaften Verhalten wird, das sich selbst organisiert hat
und sich rücksichtslos beständig zu verwirklichen sucht. Suchthaltungen als
Folgen von mangelndem Selbstvertrauen und Minderwertigkeitsgefühlen, von
Verantwortungsscheu und Problemangst werden meist in Kindheit und Jugend
erlernt. Ursachen entstehender Suchthaltungen können darin liegen, daß Her-
anwachsenden wenig Möglichkeiten eingeräumt werden, ihre Identität in der
Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt zu entwickeln, weil ihnen von Eltern,
Lehrern und Ausbildern zuviel erspart und abgenommen oder zuviel zugemu-
tet worden ist. Vorbildwirkungen sowie bewußte und unbewußte Identifikations-
wünsche von Kindern und Jugendlichen gegenüber Erwachsenen können au-
ßerdem eine große Rolle bei der Entstehung von Suchthaltungen spielen.
Wenn sich die Tendenzen zu Ausweichverhalten und Ersatzhandlungen dau-
erhaft verfestigen, kann aus Suchthaltungen manifest süchtiges Verhalten
werden – besonders bei außergewöhnlichen Belastungen und Konflikten wie
z.B. Schulversagen, Außenseiterstellung in der Schulklasse, Jugendarbeitslo-
sigkeit, Bruch mit Freund oder Freundin.
4
4. Unterteilung von Drogen

4.1 nicht stoffliche Drogen - Süchte

Hier geht es um Verhaltensweisen, die ohne von aussen zugeführte Stoffe


süchtig machen, oder sich zumindest suchtähnlich entwickeln können.

Sucht ohne Droge, gibt es das wirklich?


Kann ein Mensch vom Arbeiten, Fernsehen, Internet, Sex, Spielen, Sport,
oder gar vom Essen abhängig werden?
Oder ist dies nur eine Erfindung der Psychologen?

Die Wissenschaft ist da unterschiedlicher Meinung. „Alle Dinge sind Gift, al-
lein die Dosis macht das ein Ding kein Gift ist“, wußte schon der Arzt Paracel-
sus im ausgehenden Mittelalter. Otto Fichtel, Psychoanalytiker im 20. Jahr-
hundert, beschreibt es noch eindeutiger: „Jedes Ding kann Droge sein und
süchtig machen.“ Alles eine Frage der Disziplin, glauben viele Menschen, so-
gar Mediziner und Psychologen. Kennt nicht jeder Phasen willenloser Beschäf-
tigung, Sex bis zur totalen körperlichen Erschöpfung, Fernsehen bis zum Sen-
deschluß, Arbeiten wie im Rausch oder Essen mit vollem Bauch.

Überreaktionen gelten in unserer Gesellschaft als völlig normal, wenn sie sich
innerhalb geordneter Grenzen bewegen. Der Erfolgreiche kauft sich etwas
überflüssiges. Gegen Liebeskummer rät der Volksmund „Stürz dich in deine
Arbeit, so kommst du auf andere Gedanken“. Oft funktioniert das sogar. Doch
wann beginnt die Sucht?

Wie entstehen solche Süchte, und warum werden manche Menschen abhän-
gig und andere nicht?

Die Experten neigen zu unterschiedlichen Erklärungen, je nach philosophi-


schem Ansatz.

- Psychoanalytisch ausgerichtete Fachleute suchen die Ursachen in früh-


kindlichen Störungen.
- Lernpsychologen sehen dagegen Konfliktlösungsmechanismen als Motor der
Sucht.

Allem Steit der Fachleute zum Trotz steht fest: Anders als beim „echten“ Zwang,
der als etwas von aussen kommendes erlebt wird, macht das, was später zur
Sucht wird, zunächst Spaß. Vieleicht spielen dabei körpereigene Stimulanzi-
en wie Endorphine eine Rolle. Diese Stoffe werden auch in jenem Teil des
Gehirns verarbeitet, der die Emotion steuert.

Was immer den rauschähnlichen Zustand hervorruft, in den wir uns durch ein
bestimmtes Verhalten versetzen können, er drängt bei vielen Menschen of-
fenbar nach Wiederholung. Dies um so stärker, je weniger sie gelernt haben,
sich mit Konflikten rechtzeitig auseinanderzusetzen.

„Suchtpotential ist in uns allen.


Das Leben beginnt aber doch erst dort,
wo wir den Mut fassen uns gegen den Strom zu stellen.
Sei Dir bewußt es ist Dein Kampf, denn es geht um Dein Glück.“

5
nicht stoffliche Drogen - Süchte

4.1.1 Arbeit

Achtung, wenn sich bei reichlich Arbeit noch Wohlgefühl einstellt.


Der Arbeitssüchtige (Workaholics) entspricht dem Idealbild des Erfolgsorien-
tierten, er wird für seine Sucht sozial und materiell belohnt. Ihm scheint nichts
erotischer als Erfolg. Schreibtisch-Junkies geben es nicht gerne zu, aber auch
sie zeigen Symptome der Sucht. Sie verheimlichen ihre Überstunden, ver-
nachlässigen ihre persönlichen Beziehungen, kämpfen mit Schuldgefühlen,
können aber von der Arbeit nicht lassen.
Erst wenn Körper und Seele nicht mehr mitspielen kommt das Aus.

4.1.2 Essen

Heimlichkeit gehört offenbar ebenso zu den Erscheinungsbildern der Sucht


wie Verleugnung. Esssüchtige plündern vorzugsweise nachts den Kühlschrank,
stopfen mit ungezügelter Gier alles in sich hinein und finden sich danach im
wahrsten Sinne des Wortes „zum Kotzen“. Die Kranken vertilgen aus Hunger
nach Zuwendung oder Anerkennung - so die Meinung vieler Psychologen -
riesige Mengen Nahrungsmittel, werden aber niemals richtig satt, sie erleben
keine Befriedigung. Der Fressanfall stopft die „innere Leere“ nur für kurze
Zeit, Trauer und Verzweiflung und darüber hinaus noch Schuldgefühle, be-
dingt durch das Essen, kehren schnell zurück. Weil die Fressorgien zu Gewichts-
problemen führen, erbrechen viele Esssüchtige die Nahrung wieder. Dieses
Verhalten kann sich nach einiger Zeit verselbstständigen, so dass der Brech-
reiz sich sofort nach dem Essen einstellt. Zu den zwanghaften Essstörungen,
die als Krankheit anerkannt sind, gehören neben der Esssucht und der Ess-
und Brechsucht (Bulimie) auch die Magersucht. Vor allem junge Frauen erlie-
gen diesem Leiden, bei dem sie Nahrung verweigen und sich tendenziell zu
Tode hungern. Wie viele andere Abhängige verleugnen auch Magersüchtige
ihre Krankheit.

4.1.3 Spiele (Zocken)

Bei den Experten sind zwei therapeutische Ansätze völlig umstritten.


„Ist völliger Verzicht zwingend“, oder „ist kontrolliertes Spielen möglich“.
Für „Totalabstinenz“ plädiert Bert Kellermann, Suchtexperte am Hamburger
Krankenhaus Ochsenzoll. Gemeinsam mit dem Psychologen Gerhard Meyer,
der den Begriff „Spielsucht“ in der BRD populär gemacht hat, kämpft er für die
Anerkennung des zwanghaften Spielens als Krankheit.
Pathologische Spieler fallen auf, sie zocken um ihr letztes Hemd, machen
Schulden, ergaunern sich Geld, gehen im Verlauf ihrer Sucht nicht mehr zur
Arbeit und bauen in fortgeschrittenem Stadium körperlich ab.
Tatsächlich sind krankhafte Spieler in überwiegendem Maße im Bereich des
Glücksspiels anzutreffen, Geldautomaten, Wetten, Roulett, Karten, Würfel,
etc. Spiele die eine hohe geistige und/oder körperliche Anforderung an den
Spieler stellen, wie u.a. Billard und Schach, werden vom krankhaften Spieler
gemieden. Lässt sich hieraus eine Neigung „sich dem Zufall auszusetzen“
ableiten? Ist der Spieler darauf aus, sein Schicksal in fremde Hände - in die
Hände von Fortuna - zu legen, mit der Erwartung vieleicht einmal nicht wieder
enttäuscht zu werden.
Am Ende der Zockerkarriere heißt es dann „Rien ne va plus.“

6
nicht stoffliche Drogen - Süchte

4.1.4 Sex

Am Anfang ist alles ganz natürlich, ein normales Verlangen nach Lust-
befriedigung. Die meisten Menschen brauchen sehr lange, bis sie sich ihrer
Sucht nach Sex bewußt werden. Im Verlaufe des fortschreitenden Sucht-
stadiums wird dem Probanden bewußt, dass das sexuelle Verlangen in Kri-
sensituationen ins unermessliche steigt. Später wenn der Versuch unternom-
men wird, auf sexuelle Erregung zu verzichten, treten erste Entzugser-
scheinungen auf, Verzweiflung, Depression und das Gefühl „wie von einem
Strom in den Abgrund gerissen zu werden“. Schmerzen im Bauch und im
Brustraum peinigen den stehts unbefriedigten. Wie bei anderen Süchten auch,
treten mehr oder weniger starke Entzugserscheinungen auf, wenn die Droge
nicht mehr erreichbar ist, Nervosität und Zittern, Depression, Schlaflosigkeit
und/oder Agressivität bestimmen das Alltagsgefüge.

4.1.5 Sport
Ist es der erotische Kick des Schützen nach dem verwandelten 11 Meter, oder
der Adrenalinschub des Langstreckenläufers wenn er den Scheitelpunkt der
Anstrengung überschreitet? Heute springen wir Banchi, oder stürzen uns mit
einem Snowboard aus dem Flugzeug, die Berghänge werden davon leider
nicht besser. Bis hier hin, läßt sich mit Wohlwollen noch von Sport reden.
Bundesbahn serven, oder Geisterfahren, muss dann schon ein stark ausge-
prägt übersteigertes Suchtverhalten zugrunde gelegt werden.
Dieser Kick ist schnell DEIN letzter.
Sport als sozialer Motor der Gesellschaft, sozialer Aufstieg, gesellschaftliche
Anerkennung, Karriere und Prestige. Das gehört zu einem anderen Thema.
Die Perversion, all diese Luftschlösser zu erreichen, liegt in der ungefragten
Vergiftung von Kleinstkindern. Sport und Pharmazie zwei unzertrennliche.
Sport siehe Medikamente:

4.1.6 TV, wer hat nicht schon einmal ein Wochenende mit Freunden und eini-
gen Spielfilmen verbracht. Heimkino, ein gutes Kommunikationsmittel und
Nachrichten übermittler. Wenn die Breitband Glotze zur einzigen Ansprache
wird, dann nimm die Hände aus der Tasche, und geh raus.

4.1.7 InterNet, die Abzocke für die Einen, Entwicklungsvorsprung für die An-
deren. Und immer dran denken in .de kostet alles 19,95DM, in .us alles 39,85$.
Es entwickelt sich eine neue Form der Zweiklassengesellschaft, die einen kön-
nen HTML, die anderen nicht. InterNet - so Prognosen - wird zur Geißel des
21. JahrHunderts. Es erfüllt alle Kriterien die eine Droge hat, immer verfügbar,
nicht zu teuer, ohne direkt auftretende körperliche Schädigungen. Jeder be-
stimmt nach seinem intellektuellen Anspruch, die Art der Ansprache.
InterNet als Spielekonsole, möglicherweise eine sinnvolle Erziehungs- und
Bildungshilfe, natürlich auch Traum aller Spiele-Junkies.
Hier sind staatliche Fördermittel für ErziehungsProgramme gefragt.

4.1.8 Kaufzwang, eine gängige Form der Ablenkung ist der Konsum, dessen
krankhafte Steigerung ist die Kaufsucht. Kaufzwang kann auch positiv erlebt
werden: Für Menschen denen ihr Verhalten Probleme bereitet. „Stell Dir eine
Musik vor und die entsprechende Konserve (CD...), wenn es Dir einmal emo-
tional nicht gut geht, dann geh in Deinen Musikshop und Kauf Dir Deine Mu-
sik. Jetzt darft Du Dich belohnen, für die Zeit die Du darauf gewartet hast.“

7
„Schau genauer hin und die Süchte haben einen Urprung.“
4.2 stoffliche Drogen - Süchte

4.2.1 legal

Manche Stoffe, sogenannte psychotrope Substanzen, wirken auf das Gehirn


und erzeugen so einen Rausch und bestimmte Stimmungen. Manche dieser
Drogen sind legal, andere illegal. Dabei ist die Zahl der Abhängigen von lega-
len Drogen erheblich größer als die von illegalen Drogen. Gemeinsam haben
diese Drogen, daß sie süchtig machen können, in den meisten Fällen sowohl
körperlich als auch psychisch.

4.2.1.1 Alkohol

Begriffsbestimmung und Wirkung

Beim Alkohol ist alles anders. Wer trinkt, gilt als normal, und wer der flüssigen
Droge entsagt, als ein Sonderling. Die Grenze zwischen Genuß und Gefahr,
läßt sich nur schwer ziehen, so taumeln viele unbewußt in die Grauzone des
Alkoholismus - gestützt vom Schweigen der trinkenden Mehrheit.

Alkohol (Äthylalkohol C2 H5 OH) entsteht durch die alkoholische Gärung, bei


der Zucker in Alkohol und Kohlendioxid gespalten wird. Alkohol wirkt in Bier,
Wein, Sekt oder Spirituosen.
Die akute Wirkung von Alkohol hängt von der konsumierten Menge ab. Bei
geringeren Konsummengen wirkt Alkohol eher anregend, aktivitäts- und
kommunikationsfördernd; beim Konsum größerer Mengen kommt es häufig
zu einer emotionalen „Abschottung“, zum Teil verbunden mit Aggression und
Gewalt.
Forschungen zu langfristigen Effekten von Alkohol stellen übereinstimmend
fest, daß bei langfristigem massiven Alkoholkonsum ein erhöhtes Krebsrisiko
von Mund und Rachen besteht und entzündliche Reizungen der Magenschleim-
haut hervorgerufen werden können. 80 % aller Leberschädigungen in westli-
chen Ländern sind Folge exzessiven Alkoholkonsums. Schäden infolge von
Alkohol finden sich in Nerven und Muskeln (alkoholische Polyneuropathie,
cerebrale Krampfanfälle, Korsakow-Syndrom).
Jedes 250. Kind wird mit Schädigungen aufgrund des Alkoholkonsums der
Mutter während der Schwangerschaft geboren (Alkoholembryopathie).

4.2.1.2 Tabak

Begriffsbestimmung und Wirkung

Die VolksDroge Nummer 1.

Das Hauptalkaloid des Tabaks ist das Nikotin, das für die akute Wirkung des
Zigarettenrauchens verantwortlich ist und die Rauchgewöhnung und Abhän-
gigkeit hervorruft.
Die durch das Rauchen verursachten Gesundheitsschäden gehen dagegen
zu Lasten anderer Schadstoffe im Tabakrauch, da mehr als 40 verschiedene
krebserregende Substanzen und viele andere gesundheitsschädliche Substan-
zen darin enthalten sind.
Beim mäßig starken Inhalieren wird dem Körper des Rauchers eine Menge
von bis zu 3 mg Nikotin zugeführt. Das Rauchen einer Zigarette führt beim
Raucher zu von ihm unbemerkten aber leicht meßbaren Veränderungen wie
z.B. Herzbeschleunigung und Blutdruckanstieg. Nikotin wirkt anregend und
gleichzeitig beruhigend und entspannend.

8
stoffliche Drogen - Süchte

4.2.1.3 Medikamente

Begriffsbestimmung und Wirkung

Medikamente sind synthetische oder natürliche Stoffe, mit denen man die
Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktion des menschlichen Körpers
bzw. seelischer Zustände im heilenden Sinne beeinflussen kann.
Wer Medikamente zwanghaft und fortgesetzt ihrer seelischen Wirkung wegen
einnimmt, ist abhängig.
Oft wird das (spätere) Suchtmittel während einer ärztlichen Behandlung ken-
nengelernt, und die Einnahme erscheint auch bei selbstständiger Fortsetzung
legitimiert. Medikamentenabhängigkeit bleibt in der Regel eine lange Zeit ohne
Behandlung.

Für Medikamente mit Suchtpotential sind im wesentlichen 4 Medikamenten-


gruppen zu benennen:
Schmerzmittel (Analgetika)
Dämpfende Mittel und Schlafmittel (Sedativa, Hypnotika)
Entspannungs- und Beruhigungsmittel (Tranquilizer)
Aufputschmittel (Stimulantien, zentral-erregende Mittel)

Die Hauptverteiler der verschiedenen Psychopharmaka sind die praktischen


Ärzte. Schätzungsweise zehn Prozent der Bundesdeutschen bekommen sie
als Beruhigungspillen, fünf Prozent als Schlafmittel. Tranquilizier gibt es nur
auf Rezept, also ist diese Sucht vor allem von Ärzten gemacht. Trotz vielen
Warnungen sehen etliche Mediziner die „Benzos“ als harmlose Mittel an.
Fachleute wissen es besser. Wolfgang Poser von der Psychiatrischen
UniversitätsKlinik Göttingen, der die ersten umfassenden Studien in der BRD
angestellt hat, teilt die Meinung des Oberlandesgerichts Frankfurt: „Wer sucht-
erhaltende und -fördernde Mittel auf längere Zeit verschreibe, könne sich der
fahrlässigen oder sogar vorsätzlichen Körperverletzung schuldig machen.
Bereits 1961 wurde in den USA bekannt, dass die Mittel körperliche und psy-
chische Abhängigkeit hervorrufen können. Doch diese Tatsache konnte der
Verschreibungs-Euphorie - gefördert von einer beispiellosen Werbekampa-
gne - nicht einhalt gebieten. In der BRD dauerte es 20 Jahre, alle Hersteller zu
zwingen, in ihren Beipackzetteln auf das Suchtpotential hinzuweisen. Nun
forscht die Pharmaindustrie an neuen Benzos, die eine Flucht aus der rauen
Wirklichkeit ohne die Nebenwirkung Sucht gestatten. Eine Droge die das Le-
ben erträglicher macht und die Menschen ruhig stellt, ohne zu schaden?
Welch schöne neue Welt.
Sind Ärzte verantwortungslose Dealer (Drogenhändler)? Oder fehlt es ihnen
einfach an pharmakologischem Sachverstand? Die Benzos wirken so gut, „dass
Ärzte blind werden für Nebenwirkungen“ Ausserdem ist es sehr schwer, Pillen-
abhängige zu erkennen, denn bei vielen handelt es sich um eine besondere
Art von Sucht. „Niedrigdosis-Abhängige“ nennen Experten das ungewöhnli-
che Phänomen: Die Dosis der Droge muss nicht ständig erhöht werden. Bis zu
50 Prozent der Langzeitkonsumenten gelangen schon nach Einnahme thera-
peutisch kleiner Mengen in eine Abhängigkeit.
Auch ohne ihr Abhängigkeitspotential wären Benzodiazepine keine harmlo-
sen Arzneien. Einschränkung des Reaktionsvermögens, Leistungsminderung,
Realitätsverlust, Gedächtnisstörungen und Schwäche können auftreten. Die-
se Faktoren dürften für das fünffach erhöhte Unfallrisiko bei Autofahrern mit
Tranquilizern im Blut mitentscheidend sein. Abnahme der Libido und Potenz,
Depressionen und Artikulationsstörungen sind weitere Nebenwirkungen. Wirk-
lich gefährlich wird es, wenn ein „Anstieg agressiver und sebstzerstörerischer
Tendenzen zu verzeichnen ist.“ Bei vielen Selbstmorden sind Tranquilizer
beteiligt, vor allem in Kombination mit Alkohol. Sogar ein florierender Schwarz-
markt existiert. Lange Zeit stand das Mittel Rohypnol, als der Edelrenner der
Drogenszene hoch im Kurs.
9
stoffliche Drogen - Süchte

4.2.2 illegal

Cannabis stammt wahrscheinlich aus Zentralasien und ist seit dem 4. Jahrtau-
send v. Chr. bekannt. Cannabis ist der Oberbegriff für die Pflanze und die
beiden Drogen: Marihuana (Blätter und Blüten) und Haschisch (gepreßtes Harz).
Cannabis wurde und wird als Nahrungsmittel, Medizin, Faserlieferant und
Rauschmittel verwendet.
Wirkstoff ist das Tetrahydrocannabinol (THC)

4.2.2.1 Cannabisprodukte

Drogen, die aus Pflanzen-


teilen oder dem Harz des In-
dischen Hanfs gewonnen wer-
den.

Marihuana
getrocknete Pflanzenteile,
Aussehen wie Tee oder Gras.

Haschisch
krümel-, pulverförmig oder zu
Platten gepreßt, von grüner,
roter, brauner oder schwarzer
Farbe.

Haschischöl (selten)
schwarzbraunes Öl mit dem
größten Anteil am Wirkstoff
THC.

Konsum
Pur oder mit Tabak vermischt
geraucht in selbstgedrehten
Joints, Pfeifen oder Rauch-
rohren, eingebacken in Ku-
chen und Gebäck, als Tee zu-
bereitet.

Wirkung
Veränderung der Sinneswahr-
nehmung, des Farb- und
Geräuschempfindens, des
Raum- und Zeitgefühls geisti-
ge Abwesenheit, Konzen-
trationsmängel.

Risiken
Gefahr der psychischen
Abhängigkeit, Apathie,
Antriebslosigkeit, unerwarte-
te Rauschsymptome als Fol-
ge mehrtägiger Abbauphase
des Wirkstoffs im Körper,
möglicher Wechsel zu stärke-
ren Rauschgiften bei nachlas-
sendem Wirkungsempfinden.

10
stoffliche Drogen - Süchte

4.2.2.2 Kokain und Crack

Kokain wird aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauches gewon-


nen. Aus 100 kg Blättern erhält man etwa 1 kg Kokapaste. Durch den Ge-
brauch von Kokain erhöht sich die Körpertemperatur um 3 Grad Celsius. Er-
schöpfungszustände werden nicht mehr so intensiv empfunden und das Hunger-
gefühl schwächt sich ab. Ebenfalls dämpft Kokain das Schlafbedürfnis und
hat eine leicht euphorisierende Wirkung. Es nimmt Angst und erhöht schein-
bar auch die Kontaktfähigkeit. Es kommt zu einer zeitweiligen Steigerung des
Selbstwertgefühls.
Während der akuten Drogenwirkung kann es zu wahnhaften Angst- und
Verfolgungsgefühlen kommen. Herzrasen, Krampfanfälle und Steigerung des
Blutdrucks sind in einzelnen Fällen beobachtet worden. Kokain hat eine mas-
sive psychische Abhängigkeit zur Folge. Das höchste Risiko zu einer Sucht-
entwicklung besteht beim „Crack“-Rauchen. Beim chronischen Kokaingebrauch
kommt es in aller Regel zu körperlichem Abbau, verursacht auch durch eine
verminderte Nahrungszufuhr aufgrund des fehlenden Hungergefühls.

Kokain ist ein weißes, kristallines


Pulver, das unter Verwendung che-
mischer Substanzen aus den Blät-
tern des südamerikanischen Koka-
strauches hergestellt wird. Crack ist
eine Masse aus gelblich-weißen
Brocken, die aus einer Mischung aus
Kokain und Substanzen wie z.B.
Backpulver rauchbar wird.

Konsum
Kokain wird meist geschnupft, sel-
tener in Schleimhäute eingerieben
oder gespritzt. Oft werden Schnupf-
bestecke benutzt, zu denen Vorrats-
behältnis, Schnupflöffel, Spiegel,
Rasierklinge und Schnupfröhrchen
gehören. Crack wird geraucht.

Wirkung
Betäubung von Hunger-, Durst-,
Kälte- und Müdigkeitsgefühlen In-
tensives Gefühlsempfinden, Eupho-
rie, Rede- und Bewegungsdrang,
übersteigertes Selbstwertgefühl
Angstzustände und Depressionen
als dritte Phase des Kokainrausches
schlagartiger Rauscheintritt bei
Crack.

Risiken
stark ausgeprägte psychische Ab-
hängigkeit mit schneller Dosis-
steigerung Gefahr tiefer Depressio-
nen, Halluzinationen und Wahnvor-
stellungen verstärkte Neigung zu
Gewalttätigkeiten und Aggressions-
handlungen Gefahr von Lungen- und
Gehirnschäden, Herzschwäche und/
oder Atemlähmung.

11
stoffliche Drogen - Süchte

4.2.2.3 LSD

Lysergsäurediäthylamid wirkt schon


in Mengen von einem
zehntausendstel Gramm und wird
daher meist in Flüssigkeit gelöst und
tropfenweise auf Träger aufge-
bracht. Träger können Zucker-
stücke, Fließpapier, Tabletten, Pil-
len oder Kapseln sein, die ge-
schluckt werden. Eine Aufnahme
des Wirkstoffes über die Haut, z.B.
durch Anbringen von Klebebildern
ist, obwohl dies in Flugblättern etc.
immer wieder verbreitet wird, nicht
möglich.

Wirkung
Veränderung der Sinneseindrücke
und Hervorrufen von Sinnes-
täuschungen Halluzinationen,
Wahnvorstellungen psychische
Abhängigkeit

Risiken
“Horrortrips“ mit massiven Angstzu-
ständen unvermittelt auftretende
Rauschzustände („Flash Back“)
noch Wochen und Monate nach dem
letzten LSD-Konsum.
4.2.2.4 Amphetamine
und Ecstasy

In illegalen Laboratorien auf chemi-


schem Weg hergestellte Rauschgif-
te in wechselnden Formen wie Pul-
ver, Kapseln, Tabletten oder Flüs-
sigkeiten, die überwiegend ge-
schluckt werden.

Wirkung
von Euphorie und Erregungszustän-
den über Niedergeschlagenheit und
Depression bis zu halluzinogenen
Effekten, Wahnvorstellungen, Psy-
chosen und paranoiden Zuständen
starke psychische Abhängigkeit

Risiken
Zusammensetzung, Reinheitsgrad
und Dosierung machen Rausch-
dauer und -intensität unkalkulierbar
und den Konsumenten zum „Ver-
suchskaninchen“. Experimentell ent-
standene neue chemische Verbin-
dungen (Designer Drogen) können
schwerste Gesundheitsschäden ver-
ursachen oder schon im
Mikrogrammbereich tödlich sein.

12
stoffliche Drogen - Süchte

4.2.2.5 Ecstasy

4.2.2.5.1 Vom Appetitzügler zur Techno-Droge

Ecstasy ist eine Designer-Droge. Diese Art von Drogen stellt man in Labors
her, indem Arznei- oder Rauschmittel variiert werden. Es sind halb- oder voll-
synthetische Drogen, die relativ preiswert und in größeren Mengen produziert
werden können. Außerdem bieten sie Möglichkeiten, das Betäubungsmittel-
gesetz zu umgehen, indem man die chemische Struktur etwas verändert und
so eine legale Droge hat, die das Betäubungsmittel-Gesetz noch nicht erfaßt.
MDMA ist der Wirkstoff, der am häufigsten in Ecstasy - Pillen vorkommt. Er
wurde um 1913 von der Firma Merck zum Patent angemeldet. Man erwog
damals, den Stoff als Appetitzügler einzusetzen. Allerdings ließ man von die-
sem Plan bald ab, vermutlich wegen der Nebenwirkungen.
Stattdessen nutzte man MDMA in den 60er Jahren therapeutisch, vor allem in
den USA und der Schweiz. Diese Versuche endeten allerdings, als der Stoff
verboten und den entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen unterstellt
wurde. Als Droge wurde Ecstasy vor allem im Zusammenhang mit der Techno-
Szene bekannt. Es kam 1972 illegal in den USA auf den Markt, in den 70er
Jahren nach Großbritannien und schließlich auch nach Deutschland.

4.2.2.5.2 Pillen und Pülverchen

Unter Ecstasy versteht man die vielen bunten Pillen und Pülverchen, die be-
stimmte chemische Verbindungen enthalten. Sie werden als „Adam, Eve,
Cadillac“ oder unter ähnlichen Namen in der Szene gehandelt und haben meist
einen Aufdruck, dem der Name entspricht. Ecstasy wird als Tablette bezie-
hungsweise Pille geschluckt, seltener als Pulver. Ecstasy gilt als die Droge der
Techno und Rave-Veranstaltungen. Dies ist eine bestimmte Musikrichtung und
Jugendbewegung. Raves nennen sich die Tanzveranstaltungen, die manch-
mal über ein ganzes Wochenende gehen können. Das bedeutet aber keines-
falls, daß Techno mit Ecstasy gleichzusetzen ist. Die Pillen werden auch in
anderen Situationen genommen, nicht jeder Raver nimmt Ecstasy.

einige Beispiele:

13
stoffliche Drogen - Süchte

4.2.2.5.3 Wirkstoffe

Ecstasy steht für die chemisch als „ringsubstituierte Amphetamine“ bezeich-


neten Stoffe MDMA, MDE (MDEA), MDA und MBDB. Es sind meist voll- aber
auch halbsynthetisch hergestellte Phenethylamine. Sie sind strukturell mit dem
Mescalin verwandt. MDMA ist einer Substanz ähnlich, die auch in der Muskat-
nuß vorkommt. Am häufigsten ist der Wirkstoff MDMA (3,4 Methylen-dioxid-
N-Methylamphetamin). Oft werden diese Wirkstoffe mit anderen kombiniert,
beispielsweise mit Koffein oder auch mit Amphetaminen (Speed), um die sti-
mulierende Wirkung zu erhöhen. Das Angebot ist ständig in Bewegung und
die jeweils populären Mischungen können sich wandeln. Das heißt auch, daß
die Dosierungen und Wirkstoff-Mischungen sehr schwanken können. Für die
Konsumenten erhöht sich das Risiko, da er/sie oft nicht weiß, was er eigent-
lich genau schluckt. MDMA als klassischer Wirkstoff in Ecstasy gehört, trotz
des Namens, nicht zu den Amphetaminen. Im weiteren Sinne handelt es sich
um ein Halluzinogen, im engeren um ein Entaktogen. Entaktogene sind
psychoaktive Substanzen, das Wort setzt sich aus „tactus“ = innerlich und
„gen“ = zu produzieren zusammen. Mit Hilfe dieser Substanzen wird es an-
geblich leichter, Zugang zu den inneren Gefühlen, zu den unterdrückten und
verdrängten Erfahrungen zu bekommen. Ecstasy wird meist geschluckt, die
wirksame Menge liegt bei 75 bis 100 Milligramm, je nach körperlichem Zu-
stand und geistiger Verfassung. Ecstasy wirkt nach etwa 20 bis 60 Minuten,
die Wirkung endet nach und nach etwa vier bis sechs Stunden nach der Ein-
nahme. Ecstasy wirkt auf den Serotonin-Haushalt im Körper. Serotonin ist ein
sogenannter „Neurotransmitter“ oder Botenstoff, der Informationen von Zelle
zu Zelle weiterleitet. Serotonin reguliert Wachheit, Wohlbefinden, Aggression,
Schlaf, Sexualität und vor allem auch die Stimmungslage. Ecstasy sorgt da-
für, daß mehr Serotonin freigesetzt wird, die entsprechenden Gehirnzellen
werden angeregt und es kommt zu den entsprechenden Wirkungen. Aller-
dings entleeren sich die Serotonin - Speicher im Körper völlig. Das führt zu
dem bekannten „Psychokater“, wenn die Wirkung von Ecstasy nachläßt. Man
fühlt sich depressiv und antriebslos. Um das zu vermeiden, wird häufig mehr
Ecstasy genommen, manchmal auch Cannabis, Kokain, LSD. Solche Drogen-
cocktails und Mischungen können gefährliche und unkontrollierbare Auswir-
kungen haben. Unklar ist bisher auch, ob und ab wann das Serotonin-System
im Körper womöglich irreparabel geschädigt wird. Fest steht, daß es eine Weile
braucht, um sich nach Einwirkung von Ecstasy wieder zu regenerieren.

4.2.2.5.4 illegale Droge

Ecstasy ist eine illegale Droge. MDMA, MDA und MDE stehen im Betäubungs-
mittel-Gesetz. Sie dürfen in Deutschland weder verordnet noch vertrieben
werden. Man kann sich also strafbar machen, wenn man diese Drogen zum
Beispiel besitzt, erwirbt oder gar versucht, sie zu verkaufen. Der Bundesge-
richtshof hat in einem Urteil von 1996 die Gefährlichkeit in etwa der von Am-
phetaminen gleichgesetzt.

4.2.2.5.5 aktuelle Diskussion

Sehr umstritten ist gerade beim Thema Ecstasy die Politik der sogenannten
„Harm reduction.“ Bringt es etwas, die Leute darüber zu informieren, wie man
das Risiko beim Drogenkonsum mindert und wie weit kann oder soll so etwas
gehen? Soll man beispielsweise Ecstasy-Pillen untersuchen, um vor mögli-
chen gefährlichen Mischungen zu warnen? Oder lädt man damit womöglich
zum Drogenkonsum ein? Wird Drogenkonsum dadurch verharmlost, obwohl
es immer ein Risiko enthält, Drogen zu nehmen? Diese und ähnliche Fragen
werden in diesem Zusammenhang diskutiert und die Meinungen dazu prallen
aufeinander.

14
stoffliche Drogen - Süchte

4.2.2.5.6 Harmonie und Psychose

Wie Ecstasy wirkt, hängt stark von der Umgebung und Atmosphäre ab und
davon, wie man sich gerade fühlt. Die Droge kann positive Gefühle wie Har-
monie und Geborgenheit hervorrufen, aber auch Angst und Unruhe.
Die Wirkung beginnt oft mit körperlichen Symptomen wie Kopfschmerz oder
Herzklopfen. Als positiv werden Empfindungen geschildert wie: Ein als wohlig
empfundener Rausch, euphorische Grundstimmung, intensivere und unbe-
fangenere Wahrnehmung, stärkeres Selbstvertrauen, Ausgeglichenheit und
Klarheit, stärkere Kontaktfreudigkeit, Geborgenheit, liebevolle Gefühle gegen-
über den anderen Menschen, Gefühl von „sozialer Liebe“, entspannt und den-
noch wach. Müdigkeit und Schwäche werden überwunden. Da Ecstasy sich
auf die Konzentration auswirkt, sollte man die Hände vom Steuer eines Autos
lassen. Negative Empfindungen können sein: Angst, paranoide Gedanken,
Zittern, körperliche Unruhe, depressive Gedanken, Traurigkeit. Bei Leuten,
die entsprechend veranlagt sind, kann es zu Psychosen kommen. Da körper-
lich die Temperatur ansteigt und das Durstgefühl nicht bemerkt wird, kann es
zusammen mit ausgeprägtem Tanzen zu hohem Flüssigkeitsverlust kommen.
Auch der Appetit ist gezügelt. Alles zusammen kann einen Kreislaufkollaps
nach sich ziehen. Weitere körperliche Reaktionen sind ein schnellerer Puls,
Hitzewallungen, Übelkeit.

4.2.2.5.7 Risiken im Straßenverkehr

- Die Riskiofreude steigt durch emotionale Enthemmung und Euphorie. Die


realistische Einschätzung des eigenen Fahrvermögens und der Gefahren sinkt.
Folge: Riskante Fahrweise, überhöhte Geschwindigkeit, gewagte Überholmanöver.
- Die Sehfähigkeit wird eingeschränkt durch erweiterte und starre Pupillen.
Folge: Erhöhte Blendempfindlichkeit - Sonne oder nachts entgegenkommende Fahr-
zeuge machen blind.
- Aufmerksamkeit und Konzentration werden beeinträchtigt durch massive Er-
regung und gedankliche Beschäftigung mit sich selbst.
Folge: Übersehen von Verkehrszeichen und Rotlicht, Auffahrunfälle, Geisterfahrten.
- Zusätzliche Belastungen durch Alkohol oder andere Drogen führen zu völlig
unkontrolliertem Verhalten, im Extremfall zu Panikzuständen.
Folge: Amokfahrten.
- Nach Abklingen der aufputschenden Wirkung kommt es zu nicht beherrsch-
baren Erschöpfungszuständen.
Folge: Verlangsamte Reaktion, verlängerter Bremsweg, Einschlafen am Steuer.

4.2.2.5.8 der Führerschein

Schon bei der Aufnahme nur einer Tablette ist der Nachweis von Ecstasy noch
nach mehreren Stunden möglich.
Wird nachgewiesen, daß jemand ein Fahrzeug unter Ecstasy-Einfluß in fahr-
untüchtigem Zustand geführt hat, wird der Fahrer wegen „Trunkenheit im Ver-
kehr“ (§ 316 StGB) verurteilt.
Wird darüberhinaus noch ein Unfall verursacht, liegt eine „Straßenverkehrs-
gefährdung“ (§ 315 c StGB) vor.
Die Folgen sind in jedem Fall:
- Geld- oder Freiheitsstrafe
- Entzug der Fahrerlaubnis
- Führerscheinsperrre 6 Monate bis 5 Jahre
- 7 Punkte im Verkehrszentralregister
- medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) vor Neuerteilung
der Fahrerlaubnis
Wer unter Drogeneinfluß ein Fahrzeug führt, handelt verantwortungslos.
Er gefährdet andere und auch sich selbst.

15
stoffliche Drogen - Süchte

4.2.2.6 Heroin

Wirkstoff Morphin.
Halbsynthetisches Opiat aus dem Saft des Schlafmohns.
Heroin wurde anfangs als vermeintlich nicht-süchtigmachendes Heilmittel (statt
Morphium) verwendet sowie als Rauschmittel.
Kurzfristiger „Kick“ mit Euphorie und Hochgefühl, Losgelöstheit, gesteigertes
Selbstwertgefühl, allgemeines Wohlbefinden.
Das Atemzentrum wird von Heroin gehemmt, das kann bei Überdosierung
zum Tod führen. Heroin macht sehr schnell süchtig. Heroin führt zu physischer
und psychischer Abhängigkeit mit schweren Entzugserscheinungen.
Veränderung der Persönlichkeit: Reizbar und aggressiv. Selbstmordgedanken.
Beschaffungskriminalität, Verelendung, vor allem bei Frauen auch Prostituti-
on. Bleibende Gehirn- und Leberschäden, Magen- und Darmstörungen. Infek-
tionsgefahr durch unreine Spritzen, AIDS und Hepatitis.

Weißes bis braunes Pulver, manch-


mal körnig, das in chemischen Ver-
fahren aus Rohopium (Saft aus der
Schlafmohnkapsel) gewonnen wird.

Wirkung
beruhigend, einschläfernd, schmerz-
lindernd Euphorieempfinden, Los-
gelöstheit starke psychische und
physische Abhängigkeit quälende
Entzugserscheinungen wie Nervosi-
tät, Schlaflosigkeit, Schweißausbrü-
che, Schüttelfrost, Erbrechen,
schmerzhafte Krämpfe.

Risiken
Atemlähmung/Herzversagen bei
Überdosierung Organschäden z.B.
auch durch gesundheitsgefährden-
de Strecksubstanzen körperlicher
Verfall Infektionsgefahr durch nicht
sterile Spritzen (AIDS, Gelbsucht).

Konsum
Heroin wird meist in gelöster Form
in die Venen von Ellenbogen, Hän-
den, Beinen und Füßen gespritzt.
Seltener sind Schnupfen, Rauchen
oder Inhalieren. Utensilien sind Pa-
pier- und Stanniolfaltbriefchen, Ein-
wegspritzen, Löffel mit schwarzer
Unterseite durch Erhitzen,
Zigarettenfilter/Wattebausch, Gum-
miband oder Gürtel zum Abbinden
der Vene.

Die Umgebung gibt uns wichtige


Hinweise! Sei Aufmerksam und Dir
werden hilfreiche Merkmal auffallen.
Du mußt sie nur richtig zu deuten
wissen. Heroin zählt zu unseren
größten Feinden. Atemstillstand...

16
5. medizinische Erstversorgung

5.1 DrogenNotfälle oft schwer zu erkennen

Der Konsum von „Designer-Drogen“ stellt Notfallmediziner vor zunehmend größere


Probleme

„Ärzte und Rettungssanitäter stehen aufgrund der sich stark wandelnden Drogensze-
ne in Deutschland vor einer neuen Herausforderung in der Notfallmedizin. Für die
Notärzte werde es immer schwieriger, genau festzustellen, ob und durch welche Dro-
gen der Notfall beim Patienten hervorgerufen wurde. Diese Diagnose ist aber ent-
scheidend für die Erstversorgung des Patienten.

Auf dieses Dilemma hat Dr. Thomas Fleischmann-Sperber, Chef des bayerischen
Roten Kreuzes (BRK) in Nürnberg, bei einer Veranstaltung der Deutschen Rettungs-
flugwacht in Würzburg hingewiesen. Bis 1990 sei man als Notarzt fast ausschließlich
wegen Heroinvergiftungen mit Drogenabhängigen in Berührung gekommen. Darauf
hätten sich die Ärzte diagnostisch und therapeutisch einstellen und mit entsprechen-
der Sicherheit handeln können.

Heute dagegen könnten viele Dro-


gen einen Notfall auslösen. Außer
mit Heroinabhängigen würden die
Notfallmediziner heute vor allem
mit Amphetamin-, Ecstasy- und
Halluzinogenkonsumenten konfron-
tiert. Insgesamt zwei Drittel aller
Erstauffälligen würden heute ande-
re Drogen als Heroin nehmen, sagt
Fleischmann-Sperber. Die schlimm-
sten Substanzen seien Kokain und
dessen Derivat, die Droge „Crack“.

Der erfahrene Notarzt hat seine Kol-


legen bei der Würzburger Konferenz
aufgefordert, bei jungen Notfall-
patienten mit Brustschmerzen,
Krampfanfällen sowie Herz- und
Hirninfarkten auch nach Spuren von
Kokain zu suchen, um sie frühzei-
tig als Drogennotfälle erkennen zu
können. Ist ein solcher Nachweis in
einem Notfall nicht möglich, soll-
ten zum Beispiel junge Infarkt-
patienten nach der Einlieferung in
eine Klinik längere Zeit beobachtet
werden, um endgültige Klarheit zu
erhalten.

Fleischmann-Sperber beklagte eine zunehmende Aggressivität gerade bei den Am-


phetamin-Abhängigen. In Nürnberg habe dies bereits dazu geführt, daß bei Notfällen
kein Abhängiger mehr in den Rettungswagen gelassen werde, bevor er nicht auf Waffen
durchsucht wurde, berichtet der Nürnberger BRK-Chef.“

Quelle: Bayerisches Rotes Kreuz

17
medizinische ErstVersorgung

5.2 Diagnostik bei DrogenNotfällen

5.2.1 Opiate

Symptome
Koma, Atemdepression, Bradykardie, abgeschwächte Relexe bis Reflex-
losigkeit, Hypotheramie, gelegentliche Krampfanfälle. Auf Einstiche achten.

Sofortmaßnahmen
- Entzug erfolgt schlagartig.
- Atemhilfe, wachhaltende Atemhilfe, evtl. Beatmung, Sauerstoffzufuhr, Ver-
meidung von Aspiration
- Bei Atemstörungen sofort beim Erwachsenen Narcanti (Naloxon) Injektions-
lösung, i.v., i.m. oder s.c. 0,4-2 mg (=1-5 ml Narcanti). Wirkungseintritt (Ver-
besserung der Atmung) innerhalb von 2 Minuten. Falls nicht ausreichend, kön-
nen weitere Dosen von 0,4-2 mg im Abstand von 2-3 Minuten gegeben wer-
den. Keine Verbesserung der Atmung bedeutet, dass die Atemdepression nicht
opiatbedingt ist.
- Differentialdiagnose: Schlafmittelintoxikation, Hirnverletzung.
- Achtung: Narcanti provoziert abrupte Entzugserscheinungen.
- Herzstillstand: Herzmassage
- Stehts schnelle Krankenhauseinweisung, möglichst mit ärztlicher Begleitung.

5.2.2 Cannabis und Halluzinogene

Symptome
Dienzephales Erregungssyndrom mit Mydriasis, Hyperthermie, Tachykardie
und erhöhter Spontanmotorik. Bei hohen Dosen LSD Atemdepression und
Bradykardie, Horrortripp mit panikartigen Angstreaktionen, Depressionen,
Suizidalität und wahnhafte Verkennung. Bei Haschisch gerötete Konjunktiven,
Nasensekretion und Uvulaanschwellung.

Sofortmaßnahmen
- Beruhigendes Gespräch, Herunterreden (talking down)
- Erregungssyndrom: Valium i.v. oder i.m. 1-2 Amp. (10-20 mg) sehr langsam
i.v. Bei i. evtl. Wiederholung bis zu einer Tagesdosis von 60-120 mg.
In weniger akuten Fällen, orale Einzelgabe von 1-2 mg Tavor.
- Kontrolle der Kreislauffunktion.
- Atemlähmung: Atemwege freimachen, künstliche Beatmung.
- Bei psychotischen Koplikationen: Gabe von Haloperidol bis zu einer Tages-
dosis von 3 * 5-10 mg.
- Achtung: Keine Barbiturate, keine trizyklischen Antidepressiva, kein
Phenothiazine (Wirkungsverstärkung), vorsichtige ValiumAnwendung bei
gleichzeitiger Alkoholintoyikation.

18
medizinische ErstVersorgung

5.2.3 Amphetamine und Ecstasy (Designer-Drogen)

Symptome
Schweißausbrüche, Hitzewallungenn, Kälteschauer, Schwindel, Brechreiz,
Erbrechen, Herzklopfen, Herzrasen, skandierende / verwaschene Sprache,
Koordinationsstörungen, symptomatische kardiovaskuläre Wirkungen, pulsie-
rende Kopfschmerzen, hektischer Bewegungsdrang und Tremor, Kreislaufkol-
laps, Herzversagen.

Sofortmaßnahmen
- Entzug erfolgt schlagartig.
- Erregungszustände: Trevor p.o. oder Valium i.v. sehr langsam, i.m. oder in
weniger akuten Fällen p.o. Dosis: 10-30 mg evtl. Wiederholung oder Dominal
Forte 40 mg i.m.
- Blutdruckerhöhung: Beta-RezeptorenBlocker
- Bei paranoid-halluzinatorischen Psychosen: Gabe von Neuroleptika (z.B.
Haloperidol) bis zu einer Tagesdosis von 3 * 5 mg (10 mg).
- Achtung: Keine Barbiturate, kein Reserpin (Verstärkung der Amphetamin
Euphorie, Kreislaufkollaps).

5.2.4 Kokain und Crack

Symptome
Symphatiktonie mit Tachykardie, Mydriasis, Schwitzen, Krampfanfälle, Koma,
Herzversagen, optisch-taktile Halluzinationen.

Sofortmaßnahmen
- Atemstörungen: Atemhilfe, künstliche Beatmung.
- Erregungszustände: Valium 20-30 mg i.m., i.v. vgl. Amphetamine.
- Kokain-Paranoia: Neuroleptika wie Haldol, evtl. kombiniert mit einem Tran-
quilizer.
- Herzschwäche: Symptomatische Behandlung.
- Dringende Krankenhauseinweisung.
Achtung: Keine Katicholamine (Steigerung schon bestehender zentraler
Sympathikuserregung).

5.2.5 Schnüffelstoffe (organische Lösungsmittel)

Symptome
Nystagmus, Koordinationsstörungen, generalisierte Muskelschwäche, ver-
schwommenes Sehen oder Doppeltsehen, Krampfanfölle, Bewußtseins-
trübungenn, optische oder akustische Halluzinationen, Störung der Merkfä-
higkeit, Desorientierung.

Sofortmaßnahmen
- Entzug erfolgt sofort.
- Atemhilfe, wachhaltende Atembefehle, evtl. Beatmung, Sauerstoffzufuhr,
Vermeidung der Aspiration.
- Bei Atemstörungen sofort beim Erwachsenen Narcanti (Naloxon) Injektions-
lösung, i.v., i.m. oder s.c. 0,4-2 mg (=1-5 ml Narcanti). Wirkungseintritt (Ver-
besserung der Atmung) innerhalb von 2 Minuten. Falls nicht ausreichend, kön-
nen weitere Dosen von 0,4-2 mg im Abstand von 2-3 Minuten gegeben wer-
den. Keine Verbesserung der Atmung bedeutet, dass die Atemdepression nicht
Drogenbedingt ist.
- Differentialdiagnose: Schlafmittelintoxikation, Hirnverletzung.
- Herzstillstand: Herzmassage.
- Stehts schnelle Krankenhauseinweisung, möglichst mit ärztlicher Begleitung.
19
JahresBericht über den Stand der DrogenProblematik in der Europäischen Union - 1999

Maßnahmen zur Verfolgung kleinerer drogenbedingter Straftaten


in den EU-MitgliedsStaaten (in der Übersicht)

Quelle: Europäische BeratungsStelle für Drogen und DrogenSucht


Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften

20
7. Mortalität in der BRD 1999

Zahlen und Fakten

7.1 Tabak

„Das gesundheitlich nach wie vor größte Mortalitätsproblem zeigt sich für die Grup-
pe der Raucher. Tabakbedingte Todesfälle werden auf insgesamt 100.000 für Deutsch-
land geschätzt (davon 43.000 durch Krebs, 37.000 durch Krankheiten des Kreislaufs
und 20.000 durch Erkrankungen der Atemwege), damit liegt Deutschland in den
absoluten Todeszahlen europaweit mit an der Spitze (vor Großbritannien, Frankreich
und Spanien) und fast jeder vierte tabakbedingte Todesfall in Europa ereignet sich in
Deutschland.“

Zunahme bei jungen Menschen

„In der Bundesrepublik rauchen nach der letzten Erhebung 43 % der Männer und 30
% der Frauen; hochgerechnet auf die 18- 59-jährige Bevölkerung sind das 17,8 Mio.
Raucher. Die wenigsten Raucher finden sich in den alten und neuen Ländern und bei
Männern wie Frauen in der Altersgruppe 50 – 59 Jahre, die höchsten Raucherquoten
weisen bei den Männern in alten und neuen Ländern die 21- bis 24-jährigen, bei den
westdeutschen Frauen die 25- bis 29-jährigen und bei den ostdeutschen Frauen die
18- bis 20-jährigen auf.

Als starke Raucher sind von den männlichen Zigarettenrauchern 49,1 % im Westen
und 39,7 % im Osten einzuschätzen; von den Frauen sind dies 31,9 % im Westen und
12,9 % im Osten. Hochgerechnet auf die 18- bis 59-jährige Bevölkerung sind dies 6,7
Mio. starke Raucher.

Über einen Zeitraum seit 1980 betrachtet ist die Attraktivität des Rauchens bei jun-
gen Erwachsenen stark zurückgegangen. Bis 1997 ist die Raucherquote bei Männern
von 61 % auf 46 % gefallen, bei den Frauen von 54 % auf 34 %.

Von den jugendlichen Rauchern bezeichneten sich in der Drogenaffinitätsstudie 41


% als ständige oder gelegentliche Raucher, wobei es kaum einen Unterschied zwi-
schen männlichen und weiblichen Jugendlichen gab. Vergleicht man dagegen die
Raucherquote in West- und Ostdeutschland jeweils für die 12- bis 17-jährigen und
die 18- bis 25-jährigen, so ergeben sich in den neuen Ländern höhere Raucheranteile
bei beiden Altersgruppen. Große Unterschiede zeigen sich auch innerhalb der Grup-
pe der Mädchen und jungen Frauen: Während in Ostdeutschland 47 % rauchen, sind
es im Westen mit 38 % deutlich weniger. Alles in allem zeigt sich im Zeitvergleich
über die Jahre 1993 – 1997, dass die Raucherquote bei den westdeutschen Jugendli-
chen im Alter von 12 – 17 Jahre um 5 % zugenommen hat. In Ostdeutschland gab es
eine starke Erhöhung der Raucherquote, die am ausgeprägtesten bei den jungen Frauen
stattfand.“

Drogen- und Suchtbericht 1999, des BMfG


Stand: 9. März 2000

21
Mortalität in der BRD 1999

Zahlen und Fakten

7.2 Alkohol

„Die zweitgrößte Gruppe substanzbezogener absoluter Todesfälle ist die der alkohol-
bedingten Todesfälle. Sie liegen bei 40.000, aber hier fehlt nach wie vor eine syste-
matische Auswertung der Todesfallstatistik.“

„Starker Alkoholkonsum nimmt bei beiden Geschlechtern mit dem Alter zu; jedoch
ist er nach der Bundesstudie bei Männern mit 15,2 % ca. doppelt so hoch wie bei
Frauen mit 8,4 %.

Während Männer gerne Bier und Spirituosen trinken, werden von Frauen Wein und
Sekt bevorzugt.

Bierkonsum ist unter westdeutschen Frauen verbreiteter als unter ostdeutschen Frau-
en. Der Anteil der Bierkonsumentinnen steigt mit dem Alter. Vergleicht man die
Mengenangaben über Alter, Geschlecht und Region, finden sich bei den Männern in
beiden Landesteilen die höchsten Werte bei allen Getränkesorten jeweils in der Al-
tersgruppe der 40- bis 59-jährigen. Bei Frauen sind mit Ausnahme der Konsum-
mengen bei Wein und Sekt, die ebenfalls mit dem Alter steigen, keine klaren Muster
zu erkennen.

Konsequenzen des Alkoholkonsums können neben gesundheitlichen Folgen z.B.


Unfälle unter Alkoholeinfluss, Verletzungen, Familienstreit wegen Alkohol etc. sein.
Auffällig sind die im Vergleich zu Frauen bei allen Items deutlich höheren
Prävalenzwerte bei Männern. Verglichen mit der relativ hohen Prävalenz von schäd-
lichem Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit ist der Anteil derer, die einen Arzt
wegen einer Alkoholproblematik aufsuchen, recht niedrig.

Bei der Befragung der Jugendlichen ergab sich in der letzten durchgeführten Studie,
dass 26 % der 12- bis 25-jährigen Bier trinken; 9 % trinken ein oder mehrmals in der
Woche Wein, 7 % alkoholhaltige Mixgetränke und 5 % trinken mindestens einmal in
der Woche Spirituosen. Im Vergleich der letzten Jahre zeigt sich alles in allem ein
Rückgang in der Häufigkeit des Alkoholkonsums und ein Anstieg der Anteile der
Selten- oder Nietrinker. Diese Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass
in Ostdeutschland junge Männer deutlich weniger häufig Bier trinken, während gleich-
zeitig der Bierkonsum bei den weiblichen Jugendlichen in den neuen Bundesländern
leicht ansteigt. Auch der Weinkonsum sowie der Konsum von Spirituosen geht zu-
rück. Diese Befunde werden auch durch Zeitreihenvergleiche als längerfristiger Trend
bestätigt.

Dennoch liegt der Alkoholverbrauch in Deutschland im europäischen Vergleich auf


einem sehr hohen Niveau.“

Drogen- und Suchtbericht 1999, des BMfG


Stand: 9. März 2000

22
Mortalität in der BRD 1999

Zahlen und Fakten

7.3 Medikamente

„Medikamente mit psychoaktiver Wirkung sind Schmerzmittel, Schlafmittel, Beru-


higungsmittel, Anregungsmittel, Abführmittel, Appetitzügler. Ihr Missbrauch kann
in schriftlichen Bevölkerungsbefragungen nur bedingt, d.h. am ehesten über die
Konsumfrequenz erfasst werden.
Insgesamt haben fast doppelt so viele Frauen (19,5 %) wie Männer (11,5 %) in den
letzten vier Wochen vor der Befragung zumindest einmal pro Woche eines oder meh-
rere der oben genannten Medikamente eingenommen. In allen Altersgruppen liegt
der Prävalenzwert der Frauen deutlich über dem der Männer. Bei beiden Geschlech-
tern ist die Prävalenz bei den 25- bis 29-jährigen niedriger als bei den jüngeren Er-
wachsenen und steigt danach kontinuierlich mit zunehmendem Alter an. Bei den 50-
bis 59-jährigen Frauen ist der Anteil derer mit zumindest einem Medikament pro
Woche mit 28,3 % am höchsten. Ost/West-Unterschiede treten nur vereinzelt in eini-
gen Altersgruppen auf. Schmerzmittel werden mit Abstand am häufigsten genom-
men. Danach folgen Beruhigungsmittel und Schlafmittel. Die beiden letztgenannten
Substanzgruppen werden von 4,2 % bzw. 6,8 % der ostdeutschen Frauen genommen.
Bei den westdeutschen Frauen rangieren Abführmittel mit 3,4 % sogar noch vor den
Schlafmitteln (3,0 %).“

Drogen- und Suchtbericht 1999, des BMfG


Stand: 9. März 2000

Benzodiazepinhaltige Tranquilizer und Hypnotika gehören zu den meist-


verordneten Arzneimitteln in Deutschland. Trotz einer rückläufigen Tendenz
werden in der Bundesrepublik noch 831 Mio. Tagesdosierungen (DDD) im am-
bulanten Versorgungsbereich verordnet. Dieser Rückgang beim Gebrauch
Benzodiazepin-haltiger Mittel ist auf der anderen Seite mit einem Anstieg, vor
allem bei den Antidepressiva und Neuroleptika, gekoppelt. Bei diesen Mitteln
ist seit 1992 eine auffällige Steigerung erkennbar.

Ärztliche Verordnungen von Benzodiazepinen, Neuroleptika und


Antidepressiva (Tagesdosierungen) zu Lasten der gesetzlichen Krankenver-
sicherung (ohne Verschreibungen auf Privatrezepten)

Jahr Benzodiazepine Neuroleptika Antidepressiva


1992 765 Mio. 312 Mio. 279 Mio.
1993 665 Mio. 331 Mio. 269 Mio.
1994 602 Mio. 336 Mio. 296 Mio.
1995 583 Mio. 355 Mio. 326 Mio.
1996 579 Mio. 356 Mio. 328 Mio.

Jahrbuch Sucht 1998

23
Mortalität in der BRD 1999

Zahlen und Fakten

7.4 illegale Drogen insgesamt

„Die Anzahl der am Konsum bzw. der Überdosierung sowie Folgeerkrankungen ge-
storbenen Konsumenten illegaler Drogen (drogenbedingte Todesfälle) (vor allem
Heroin und Kokain und Kombinationen mit Alkohol oder auch bei Heroin mit
Methadon) ist im Jahr 1999 erneut angestiegen, auf 1.812 Menschen, 8,2 % mehr
als im Vorjahr (1.674). Überdurchschnittliche Steigerungsraten sind in Schleswig-
Holstein (+48,1 %), Berlin (+28,1 %), Baden-Württemberg (+23 %), Rheinland-Pfalz
(+18,3 %), Nordrhein-Westfalen (+17,2 %) und Bremen (+13,4 %) zu verzeichnen.
In Bayern ist die Zahl der drogenbedingten Todesfälle um 14,4 % auf 268 Personen
gesunken. In Hamburg wurde mit 115 drogenbedingten Todesfälle ein seit 1990 nicht
mehr registrierter Tiefstand erreicht. Die neuen Länder sind weiterhin nur gering
belastet.

Als ein nicht zu unterschätzendes Problem wird in diesem Zusammenhang von Fach-
leuten die gelegentliche freizügige ärztliche Vergabepraxis von Methadon genannt.
1999 starben insgesamt 323 Personen (17,8 %) an ihrer Drogensucht unter Beikonsum
von Methadon. Bei 28 Fällen wurde Methadon als alleinige Todesursache registriert.
Für die Mehrzahl der drogenbedingten Todesfälle sind wie seit Jahren politoxikomanes
Konsumverhalten (d.h. der Mehrfachkonsum verschiedener Substanzen gleichzeitig)
und die Folgen von langjährigem BtM-Missbrauch ursächlich.

Eine Vielzahl von Faktoren wie die individuellen Drogenkarrieren, das Vorhanden-
sein von Rettungsdiensten, die Inanspruchnahme von Therapieangeboten und viele
Faktoren mehr können die Zahl der drogenbedingten Todesfälle beeinflussen.

Die Drogentoten können nicht als alleiniger Maßstab für den Erfolg oder Misserfolg
einer bestimmten Drogenpolitik oder bestimmter drogenpolitischer Maßnahmen her-
angezogen werden. Drogenbedingte Todesfälle werden von den Polizeidienststellen
der einzelnen Bundesländer erfasst und in der „Falldatei Rauschgift“ dokumentiert.
Schwierigkeiten bestehen bei der Bestimmung der tatsächlichen Todesursache; teil-
weise gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Erfassungsmodalitäten
und Bewertungsgrundlagen. Nur ein Teil der aufgeführten Todesfälle wird obduziert
(1998 betrug die Zahl 62 %). Selbst eine Obduktion ergibt nicht in jedem Fall Hin-
weise auf vorbestehende und möglicherweise letale Funktionsstörungen. Zudem ist
die Auffindsituation nicht immer eindeutig. Da in der Regel detaillierte Kenntnisse
über die Gesamtzahl der Drogenabhängigen in einer Region fehlen, kann die absolu-
te Zahl der Todesfälle nicht ins Verhältnis gesetzt werden zu einer möglichen Trend-
entwicklung in der Gesamtzahl der Drogenkonsumenten (so kann eine gestiegene
oder gefallene Anzahl von Todesfällen einerseits hinweisen auf eine erhöhte Mortali-
tät in der Gruppe der Drogenkonsumenten, aber auch ein Hinweis sein auf eine ver-
änderte Prävalenz). Die Maßzahl „Mortalität“ bezieht sich auf die absolute Anzahl
der Todesfälle bezogen auf 100.000 oder 1 Mio. Einwohner und ist insofern allein
kein ausreichender Indikator für Trendentwicklungen unter den Drogenkonsumenten.
Auch wenn die Gesamtzahl von drogenbedingten Todesfällen mit zusätzlichen
niedrigschwelligen Hilfen, insbesondere Drogenkonsumräumen, in der Gesamtheit
nicht automatisch verringert wird, weil alle der o.g. Faktoren eine Rolle spielen,
kann davon ausgegangen werden, dass das Risiko drogenbedingter Todesfälle für
Drogenabhängige, die derartige Hilfsangebote wahrnehmen, deutlich reduziert wird.
In Städten, die Drogenkonsumräume eingerichtet haben, bestätigt sich dieser Trend:
In Frankfurt am Main ist die Zahl der drogenbedingten Todesfälle von 35 in 1998 auf
26 in 1999 gesunken, ebenso in Hamburg von 132 auf 111 und in Hannover von 27
auf 16.“

Drogen- und Suchtbericht 1999, des BMfG


Stand: 9. März 2000
24
Mortalität in der BRD 1999

Zahlen und Fakten

7.4.1 DrogenTote und ErstKonsumenten harter Drogen (EKHD)

Die statistische Entwicklung drogenbedingter Todesfälle in den einzelnen Bun-


desländern in Übersicht

25
8. politische LösungsAnsätze

8.1 Geschäftsstelle der Drogenbeauftragten


Ein Ausdruck des RegierungsWechsels in der Drogenpolitik ist die Übertra-
gung des Amtes der Drogenbeauftragten vom Bundesministerium des Innern
zum Bundesministerium für Gesundheit sowie die Neuorganisation im Dro-
gen- und Suchtbereich im Ministerium. Dazu gehört auch die Einrichtung der
Geschäftsstelle der Drogenbeauftragten der Bundesregierung im BMG. Zu
den Aufgaben der Geschäftsstelle gehört u.a. die Unterstützung der Drogen-
beauftragten bei der Koordinierung der Aktivitäten der Bundesressorts zu Fra-
gen des Drogen- und Suchtmittelmissbrauchs, aber auch bei Aktivitäten auf
internationaler Ebene. Die Tätigkeit umfasst weiterhin die Entwicklung von
Initiativen und Konzeptionen zu drogenpolitischen Themen, insbesondere im
Bereich der Prävention und Schadensminimierung.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit
der Drogenbeauftragten. Hierzu gehört vor allem die Herausgabe regelmäßi-
ger „Erläuterungen zur Drogen- und Suchtpolitik“ und das Erstellen des jährli-
chen Drogen- und Suchtberichtes. Die Geschäftsführung der „Interministeriel-
le Arbeitsgruppe Drogen und Sucht“ (IMAG) gehört ebenso zu den Aufgaben
wie die der im Dezember 1999 einberufenen „Drogen- und Suchtkommission“.

8.2 InterMinisterielle ArbeitsGruppe (IMAG) Drogen und Sucht


Es geht in den Sitzungen darum, sich ressortübergreifend über aktuelle Ziel-
stellungen, Themen und Sachstände der Sucht- und Drogenpolitik zu infor-
mieren und konkrete Planungen abzustimmen. So hat sich die „Interministeri-
elle Arbeitsgruppe“ in ihrer Sitzung im Juli 1999 u.a. mit dem Vorhaben zur
heroingestützten Behandlung und dem Stand der Gesetzesinitiative zur recht-
lichen Absicherung von Drogenkonsumräumen befasst sowie mit dem Stand
der Umsetzung des „Aktionsplans Alkohol“, den Aktivitäten der „Koalition ge-
gen das Rauchen“, Überlegungen zur Verbesserung von Integrationshilfen in
den Arbeitsmarkt und der Verbesserung der Zusammenarbeit von Jugendhilfe
und Drogenhilfe.

8.3 Unterstützung der Verbandsarbeit


Die Arbeit des Bundes wird durch die qualifizierte und unersetzliche Arbeit der
Verbände und vor allem der Selbsthilfeorganisationen ergänzt. Ohne diese
Arbeit würde eine erhebliche Lücke im Suchthilfesystem entstehen. Deshalb
liegt es weiterhin im Bundesinteresse, diese Organisationen und Verbände
durch institutionelle und projektbezogene Mittel zu fördern. Dazu stehen für
institutionelle Förderung der „Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren“
(DHS), deren angeschlossener, sowie weiterer Verbände, auch im Bereich der
Selbsthilfe, rund 2 Mio. DM zur Verfügung.

8.4 Koordination mit den Ländern


Ein wichtiges Gremium zur Abstimmung und zum Austausch von Entwicklun-
gen im Bereich der Suchtproblematik stellt der seit vielen Jahren bestehende
„Ständige Arbeitskreis der Drogenbeauftragten des Bundes und der Länder“
(StAK) dar. Unter Vorsitz des Bundes und unter Beteiligung von Bundesressorts
und den Verbänden der Suchtkrankenhilfe werden auf der Ebene der Fach-
beamten vor allem gemeinsame Modellvorhaben im Bereich der Suchthilfe
geplant und entwickelt, Entwicklungen im europäischen und internationalen
Bereich diskutiert und Fachmeinungen für Verbesserungen der Prävention und
Suchthilfe abgestimmt.

8.5 Bund-Länder-Koordinierungskreis
Zur Entwicklung gemeinsamer Leitlinien und zur Verbesserung und Koordinie-
rung wurde der Bund-Länder-Koordinierungskreis zur Suchtprävention bei der
Bunsdeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eingerichtet. Die für
die Suchtprävention verantwortlichen Ländervertreter sowie die Bundeszen-
trale informieren sich gegenseitig über geplante Kampagnen und Projekte,
sowie neue Entwicklungen und Trends in der Suchtproblematik.
26
politische LösungsAnsätze

8.6 Europäische Drogenbeobachtungsstelle


Am 22. November 1999 stellte der Direktor der Europäischen Beobachtungsstelle
für Drogen und Drogensucht (EBDD) zusammen mit der Drogenbeauftragten der
Bundesregierung den vierten Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle
vor. Grundlage dieses Jahresberichtes sind die nationalen Berichte der Mitglied-
staaten. Diese Berichte werden in Deutschland von der Deutschen Referenzstelle
für die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht zusammen-
gestellt. Die Deutsche Referenzstelle setzt sich zusammen aus dem Institut für
Therapieforschung, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der
Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren, die über ein weitverzweigtes Netz,
an dem sich alle Bundesländer, sehr viele Verbände, Experten und Wissenschaftler
beteiligen, über das Jahr hinweg Daten und Informationen sammeln, welche dazu
beitragen, die Drogensituation in Deutschland darzustellen.

8.7 Zusammenarbeit mit der EU und der UN


Deutschland ist im Rahmen der Vereinten Nationen (VN) in allen Gremien
aktiv, die die weltweite Zusammenarbeit im Drogenbereich fördern und len-
ken. Im März 1999 fand die jährliche Sitzung der Suchtstoffkommission der
Vereinten Nationen (CND) statt. Ihr Hauptthema war diesmal die Umsetzung
der Aktionspläne im Drogenbereich, die die Sonderkonferenz Drogen der
Generalversammlung 1998 (UNGASS 1998) beschlossen hatte. Diese Akti-
onspläne geben gemeinsame Ziele zur Reduzierung des Drogenmißbrauchs
und des illegalen Drogenangebots vor, die jeder Mitgliedstaat in zwei Schrit-
ten bis 2003 und 2008 verwirklichen soll. Die EU-Position wurde von Deutsch-
land, das im 1. Halbjahr die Präsidentschaft im Europäischen Rat innehatte,
koordiniert und gegenüber den VN vertreten.

8.8 EU - Drogenpolitik
Im ersten Halbjahr 1999 führte Deutschland bekanntlich den Vorsitz im Rat
der EU. Deutschland bestimmte daher das aktuelle Programm der Rats-
arbeitsgruppen im Drogenbereich bzw. setzte die Arbeit früherer Präsident-
schaften sowie die noch nicht erfolgte Umsetzung von drogenrelevanten Rats-
beschlüssen fort. Die für die Koordination der EU-Drogenpolitik zuständige
„Horizontale Drogengruppe“ (HDG) schloß unter deutschem Vorsitz u.a. die
Verhandlungen über den „Aktionsplan Drogen der EU für Lateinamerika und
die Karibik“ ab. Im April 1999 vereinbarte die Parlamentarische Staatssekre-
tärin, Frau Nickels, in Panama im Namen der EU die beiderseitige Annahme
und Umsetzung des Aktionsplans mit den Staaten Lateinamerikas und der
Karibik. Die Ausarbeitung eines weiteren „Aktionsplan für Zentralasien“ wurde
fortgesetzt. Beide Aktionspläne schaffen die Grundlage für eine effektive
Drogenkontrolle und die alternative Entwicklung in den beiden genannten
Anbauregionen sowie die Reduzierung des Drogenzustroms nach Europa.
Ferner intensivierte die HDG die Vorbereitungen für die neue Drogenstrategie
der EU (Aktionsplan 2000-2004), die der Rat unter Finnischer Präsidentschaft
im Dezember 1999 in Helsinki annahm. Sie unterzieht „Drogen-
bekämpfungsmassnahmen einer Bewertung“, stellt „die Drogenprävention und
die Reduzierung der Nachfrage (...) stärker in den Mittelpunkt“ berücksichtigt
auch die legalen Suchtstoffe v.a. Alkohol und Tabak und räumt den schadens-
minimierenden Massnahmen bei illegalem Drogenkonsum eine wichtige Stel-
lung ein.
Weitere drogenrelevante Aktivitäten erfolgten insbesondere in den speziellen
Ratsgruppen „Codro“ (Internationale Zusammenarbeit Drogen), „MDG“
(Multidisziplinäre Gruppe für Fragen der organisierten Kriminalität) sowie „Grup-
pe Gesundheitsfragen“ (nimmt insbesondere zu Fragen der Prävention Stel-
lung). Unter deutscher Präsidentschaft wurde ferner eine neue Gruppe „Illega-
ler Drogenhandel“ geschaffen.

27
9. Beratungs- und BehandlungsStellen in der BRD

In Deutschland nehmen derzeit zwischen 250.000 und 300.000 Menschen harte


Drogen. 100.000 bis 150.000 von ihnen konsumieren dabei mit sehr hoher
Intensität. Sie leben – was Gesundheit und Leben angeht – extrem gefährdet
und riskieren Langzeitschäden.

Zu den harten Drogen zählen zum Beispiel Heroin, andere Opiate, Kokain,
Amphetamine und Ecstasy, wobei die Entwicklung der letzten Jahre zeigt,
daß der Konsum von Amphetaminen und Ecstasy stark zugenommen hat.

Um die Basisbetreuung der Suchtabhängigen kümmern sich etwa 1.200 Am-


bulante Beratungs- und Behandlungsstellen. 800 geben an, sich um alle Ab-
hängigen zu kümmern – unabhängig vom jeweiligen Suchtmittel. Etwa 125
Stellen betreuen ausschließlich Konsumenten illegaler Drogen. Allein 25.000
Heroinabhängige wurden 1996 mit Methadon substituiert.

Vor allem in den Ballungsgebieten steht inzwischen ein breites Spektrum am-
bulanter Hilfen bereit. Dazu gehören niedrigschwellige Angebote, Kontaktläden,
Betreutes Wohnen, Beratung, Konsumräume (vereinzelt), qualifizierte Entgif-
tung, Adaptions- und Nachsorgeangebote.

Bei der Stationären Therapie hat sich ebenfalls ein eigenständiges Hilfesystem
herausgebildet, das sich um Abhängige von illegalen Drogen kümmert. So
gibt es in Deutschland 5.230 Plätze für die stationäre Entwöhnung von Dro-
genabhängigen. Abhängige sind krank. Sie brauchen Hilfe und müssen be-
handelt werden – auch wenn sie illegale Drogen nehmen. Wer helfen will,
muß dies berücksichtigen. Deshalb dürfen sich repressive Maßnahmen im
Rahmen der Drogenpolitik nicht gegen Drogenabhängige als Individuum rich-
ten.

Von einer sinnvollen Drogenpolitik kann man nur dann sprechen, wenn sie
Bestandteil eines ganzheitlichen gesundheitspolitischen Konzeptes ist. Sie muß
berücksichtigen, daß die Abhängigkeit von illegalen Suchtstoffen nur einen
kleinen Teil der gesamten Suchtproblematik unserer Gesellschaft ausmacht.
So gesehen können Hilfeangebote für Abhängige von illegalen Drogen eben-
falls nur Bestandteil des gesamten Hilfesystems für suchtkranke Menschen
sein. Anders ausgedrückt: Wer seinen Blickwinkel auf die Illegalität der Sucht-
stoffe einengt, übersieht das Gesamtproblem „Sucht und Abhängigkeit“.

Dies gilt um so mehr, als die Entwicklung der letzten Jahre zeigt: Die Grenzen
zwischen den unterschiedlichen Gruppen von Suchtkranken verwischen im-
mer stärker. Viele konsumieren heute mehrere Suchtmittel gleichzeitig – egal
ob legal oder illegal. Dies führt dazu, daß sie neben legalen auch von illegalen
Suchtstoffen abhängig sind.

vgl. G. Bühringer u.a., 1997

DHS Drogenpolitik und Drogenhilfe

28
„Suchtstoffpolitik ist mehr als Drogenpolitik und ein Gesamtkonzept der
Suchtkrankenhilfe ist mehr als die Summe von Einzelaktivitäten“

10. Zehn Punkte-Katalog der Deutschen Hauptstelle gegen die Sucht-


gefahren zu einer umfassenden Suchtstoffpolitik und einem nationalen
Gesundheitsprogramm Sucht.

Suchtmittelmißbrauch und -abhängigkeit:


Ein zentrales Problem der Gesundheitspolitik

Alle epidemiologischen Daten belegen den enormen Umfang von riskantem,


mißbräuchlichem und abhängigem Konsum von Suchtmitteln in Deutschland.

10.1 Eine breit angelegte Suchtstoffpolitik verwirklichen und eine zweck-


gebundene Produktabgabe für Alkohol und Nikotin einführen
In der politischen Diskussion muß zwischen
· ‘Suchtstoffpolitik’ auf der einen Seite, mit der Einfluß auf das Angebot
und die Nachfrage von Suchtmitteln genommen wird, und
· ‘Gesundheitspolitik’, auf der anderen Seite, die die Rahmenbedingun-
gen für die Hilfe suchtkranker Menschen regelt, unterschieden wer-
den.
Die DHS fordert die Einführung eines Alkoholpfennigs und eines Tabakpfennigs
als Produktabgaben, die im Rahmen eines ursachenorientierten Konzeptes
für eine breit angelegte kommunikationsorientierte Prävention und für die Wei-
terentwicklung der Hilfen für Suchtkranke eingesetzt werden.

10.2 Kinder stark machen - Prävention massiv verstärken


Durch groß angelegte, massenmediale Präventions-Kampagnen, die über eine
Produktabgabe auf Tabak und Alkohol finanziert werden kann. Im Vergleich
zu illegalen Drogen verursachen Alkohol und Nikotin ein Vielfaches an Todes-
fällen.

10.3 Konsumenten illegaler Suchtstoffe entkriminalisieren


Die Regelung des gesellschaftlichen und Reglementierung des individuellen
Umgangs mit einzelnen Betäubungsmitteln und Suchtstoffen darf nicht dauer-
haft mit Regelungen zur Behandlung von Suchtkranken vermischt werden.

10.4 Für die Behandlung der Krankheit Sucht ein effektives und differen-
ziertes Behandlungs- und Hilfesystem erhalten und ausbauen
In der Suchtkrankenhilfe ist eine individuelle und personenzentrierte Hilfe-
planung notwendig, die nicht an den Grenzen von Einrichtungen und einzel-
nen Hilfesysternen haltmachen darf.
Bei der Weiterentwicklung der Hilfen müssen folgende Prinzipien handlungs-
leitend sein: - Orientierung am Einzelfall - Hilfe muß so früh wie möglich be-
ginnen - Selbsthilfe vor Fremdhilfe- ambulant vor stationär - wohnort vor
wohnortfern - verbindliche Versorgungsabsprachen - angemessene Hilfe in
jeder Phase der Erkrankung- keine Einheitstherapie.

10.5 Selbsthilfepotentiale fördern und nutzen


Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen sind in der Gesundheitspolitik als eigen-
ständige und vorrangige Hilfe anzuerkennen und zu fördern. Selbsthilfe darf
nicht dazu mißbraucht werden, aus finanziellen Gründen professionelle Hilfe
zu ersetzen.

29
10.6 Maßnahmen zur Überlebenshilfe und Schadensreduzierung für
die „vergessene Mehrheit“ ausbauen
Das Bestreben gesundheitlichen Folgen zu minimieren, darf nicht den Blick
auf reale Lebenssituationen von Abhängigen und den Krankheitscharakter von
Sucht verstellen.
Eine ärztliche Verordnung von Originalstoffpräparaten (Heroin) sollte in Zu-
kunft im Einzelfall möglich sein - allerdings unter klar definierten Qualitäts-
standards.
Eine bedeutende Versorgungslücke besteht insbesondere bei
niedrigschwelligen Angeboten für Alkohol- und Medikamentenabhängige mit
einer langen Suchtkarriere, die zum großen Teil vereinsamt in ihren Wohnun-
gen oder obdachlos mit massivsten psychischen und gesundheitlichen Folge-
erscheinungen, zum Teil ohne jede Hilfe und Hilfeangebote, verelenden.
Eine Gesundheits- und Sozialpolitik muß sich in Zukunft daran messen las-
sen, inwieweit es gelingt, auch für die ‘Schwächsten’ ausreichende Hilfen zur
Verfügung zu stellen.

10.7 Ausstieg darf nicht zu einem Randthema verkommen


Sucht ist Krankheit und wie bei jeder Krankheit ist das Ziel die Heilung. Das
Rehabilitationsrecht muß so weiterentwickelt werden, daß flexible Übergänge
zwischen den verschiedenen Hilfen und Hilfemöglichkeiten gefördert und nicht
verhindert werden.

10.8 lntegrationshilfen eröffnen neue Lebensperspektiven


Die DHS hält Initiativen auf dem Gebiet der sozialen und beruflichen Integra-
tion für unerläßlich. Arbeit statt Sozialhilfe.

10.9 Finanzierung der Hilfe für Suchtkranke vereinheitlichen und absi-


chern
Den gesetzlichen Rahmen zu schaffen ist Sache des Bundes.

10.10 Berufung einer Bundes-Kommission „Sucht“


Es ist an der Zeit, das Suchtproblem in unserer Gesellschaft in seiner Ge-
samtheit in den Blick zu nehmen und Lösungsstrategien mit differenzierten
und aufeinander abgestimmten Maßnahmen im Gesamtkontext einer umfas-
senden Sozial- und Gesundheitspolitik zu entwickeln und umzusetzen.

stark gekürzte Zusammenfassung des:


10 Punkte Programms der DHS
Stand: 25.8.99

30
11. Drogen bedrohen unsere Gesellschaft

Drogenkonsum und Drogenmißbrauch bedrohen zunehmend unsere Gesell-


schaft. Wir alle sind aufgerufen, aus unserer privaten und beruflichen Stellung
in der Gesellschaft heraus, dem Drogenmißbrauch entgegenzuwirken.
Jeder junge Mensch wird heute früher oder später mit Drogen konfrontiert.

Unserem Kind geht es gut. Drogen sind für uns kein Thema.

Dies kann ein gefährlicher Irrtum sein. Drogenkonsum und Ab-


hängigkeit entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich aus
Suchthaltungen, die mit den Lebensumständen des Einzelnen
zusammenhängen. Voraussetzungen und Neigungen für eine
Gefährdung können schon im Kindes- und Jugendalter entste-
hen. Deshalb sind wir als Erwachsene alle dafür verantwortlich,
Kinder und Jugendliche in die Lage zu versetzen, sich bewußt
gegen Drogen entscheiden zu können. Wir wollen Sie über Sucht-
gefahren, Drogen und Kriminalitätsprobleme informieren. Wir
helfen Ihnen, Drogengefährdung zu verringern und Ihnen aufzei-
gen, an wen Sie sich zur Information und Beratung wenden kön-
nen. Auch die seit Jahren verstärkten Bemühungen der Polizei
zur Bekämpfung des Rauschgifthandels, die eine Verringerung
des Angebotes zum Ziel haben, können allein dieses Problem
nicht lösen. Letztendlich gilt es, durch vorbeugende Maßnahmen
die Nachfrage nach Drogen entscheidend zu beeinflussen.

Bild: KriminalPolizeiliches VorbeugungsProgramm des Bundes und der Länder (KPVP)

31
12. sieben goldene Regeln,...

... um beim Thema Drogen im Gespräch zu bleiben

1. Eine gute Gesprächssituation schaffen


Fragen, die uns auf der Seele liegen, lassen sich nicht zwischen Tür und An-
gel besprechen. Nehmen Sie sich Zeit und reden Sie miteinander, wenn alle
Beteiligten entspannt und nicht „auf dem Sprung“ sind. Setzen Sie sich mög-
lichst ungezwungen zusammen, denn konfrontative Gespräche mit beiden
Eltern auf der einen und dem Kind/Jugendlichen auf der anderen Seite kön-
nen wie ein Verhör wirken.

2. Die eigenen Sorgen klar formulieren


Sprechen Sie offen von Ihren Sorgen um das Wohl Ihres Kindes, ohne Ihren
Sohn/Ihre Tochter mit Verdächtigungen, Vermutungen und Unterstellungen zu
„überfallen“. Geben Sie Ihrem Kind keinen Anlaß zu lügen, um sich zu vertei-
digen oder um Ihre Befürchtungen zu zerstreuen.

3. Die Situation klären, ohne „Geständnisse“ zu erzwingen


Geben Sie sich nicht mit vorschnellen oder unklaren Aussagen zufrieden, wenn
Sie Fragen an Ihr Kind haben. Bleiben Sie hartnäckig. Erzwungene Geständ-
nisse, die Ihr Kind zum „Schuldigen“ machen, bringen jedoch nichts.

4. Nicht provozieren lassen!


Jugendliche können ganz schön nerven - besonders ihre Eltern! Lassen Sie
sich nicht aus dem Konzept bringen oder provozieren. Gerade bei einem
Thema wie Suchtmittel ist ein kühler Kopf wichtig. Schließlich wollen Sie
sich nicht mit Ihrem Kind streiten, um recht zu behalten, sondern gemein-
sam nach Regeln für das Zusammenleben suchen.

5. Den eigenen Umgang mit Suchtmitteln offen ansprechen


Wenn Sie nicht selbst darüber sprechen, wird es Ihr Kind tun!

6. Informationen einfließen lassen, aber führe kein „Expertengespräch“


Sachkenntnisse über die Zusammensetzung und Wirkung von Suchtmitteln
und vor allem über die Risiken des Konsums sind wichtig. Damit können Sie
wichtige Informationen an Ihr Kind weitergeben und zugleich das Gespräch
auf einer sachlichen Ebene halten. Mit Ihrem Kind über Drogen zu „fachsim-
peln“ und gegenseitige Wissenslücken aufzuspüren, trägt jedoch nicht dazu
bei, für das Thema Drogen eine gemeinsame Lösung zu finden. Alle Drogen
sind gefährlich; es macht keinen Sinn, sich darüber die Köpfe heiß zu reden,
welcher Suchtstoff schlimmer bzw. weniger schlimm ist.

7. Ein gemeinsames Ziel ansteuern


Mit einem einzigen Gespräch läßt sich keine umfassende Lösung des Pro-
blems Suchtmittelkonsum finden. Steuern Sie daher Teilziele an: Es ist schon
ein großer Schritt, wenn Sie Ihren Standpunkt zu Suchtmitteln klar zum Aus-
druck gebracht haben. Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Kind, stellen Sie
gemeinsam Regeln für das Verhalten zu Hause auf und bieten Sie Ihrem Kind
alternative Gesprächspartner an, z.B. in einer Beratungsstelle.

BZgA

32
13. SchlussBemerkung

Jahr für Jahr sterben auf unserer Mutter Erde Millionen von Menschen an den
direkten oder indirekten Folgen ihrer Drogensüchte.

In Zahlen läßt sich nicht ausdrücken, ob die Entwicklung der Menschheit ohne
Drogen weniger produktiv verlaufen, oder ob noch mehr Kriege entbrannt wären.

In extremen Notsituationen wie Naturkatastrophen, Epidemien und/oder Krie-


gen tragen Drogen dazu bei, die Lebensumstände für das Individuum schein-
bar zu lindern, aber zu welch abnorm hohen Preis.

Solange alle Staaten der Welt kräftig am „Drogendeal“ verdienen, entlarfen


sich alle Hilfsmaßnahmen als blanker Hohn.

Einerseits werden in der BRD sehr lobenswerte Programme zur Bekämpfung


jeglicher Drogen unterstützt. Über die Konstituierung von Fixerstuben!, den
unterschiedlichsten Rehabilitations- und Sozialisationsmaßnahmen, den vor-
beugenden Maßnahmen wie die Netzfahndung der Landeskriminalämter, bis
hin zu aufwendigsten Forschungsprojekten überwiegend in der Medizin, der
Soziologie und der Wirtschaft.
Aber welcher Doppelmoral unterliegen diese Ansätze, wenn die dazu aufge-
wendeten finanziellen Mittel durch die Hintertür über Alkohol- und Vergnü-
gungssteuer den Abhängigen in Rechnung gestellt werden.
Je sozial schwächer (arbeitslos etc.) der Einzelne, desto höher die Wahrschein-
lichkeit, dass er verstärkt Drogen konsumiert (konkret Tabak und Alkohol).
Der Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose zahlt die Zeche für sein Schiksal.

Meiner Meinung nach haben wir nur eine echte Chance, Drogen aller Art aus
der Gesellschaft zu verdrängen, wenn wir uns von Vorurteilen lösen und die
unterschiedlichsten Randgruppen zu Wort kommen lassen. Warum nicht ein-
mal in die Junkie-Parks gehen, um die Menschen dort kennen zu lernen.
Hier werden wir erfahren, worin die wirklichen Ursachen liegen, die zur
Drogenabhägigkeit führen.

Man stelle sich eine Gesellschaft vor, in der soziales Engagement ein mit
Privilegien bewertetes Volksgut ist. Leider ist Zivilcourage in unserer schein-
bar heilen Welt kein gern gesehener Gast. Hinsehen, Handeln, Hilfe holen.
Eine sinnvolle Kampagne, sie trifft doch leider nur dort auf offene Ohren, wo
Nächstenliebe bereits vorhanden ist.

Was könnten wir bewirken, wenn wir uns täglich ein paar Minuten unseren
Nachbarn widmeten? Mehr Menschlichkeit, durch Respekt, Fairness, Ehrlich-
keit und vor allem, der Mut Verantwortung zu übernehmen, da wo es nichts
zählbares einbringt.

Eine glückliche Gesellschaft, erscheint mir im volkswirtschaftlichen Sinne pro-


duktiver und bei weitem weniger Kostenintensiv.
Der Grundstock unserer Befreiung liegt in einer sozialen Revolution und sie
fängt genau bei unseren Kindern, Verwandten, Freunden und Nachbarn an.

In diesem Sinne:

Großer Geist, gib mir die Kraft,


nie über einen Menschen zu urteilen,
bevor ich nicht mindestens eine Meile in seinen Mokassins gelaufen bin.

Ein altes Indianisches Sprichwort.

33
14. wichtige Adressen in Köln

Amt für Diakonie


Suchtberatung
Brandenburger Straße 23
50668 Köln
Tel: 0221-16038-0

Blaues Kreuz in Deutschland e.V.


Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle
Piosstraße 101
50823 Köln
Tel: 0221-527979

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung


Ostmerheimer Straße 200
51109 Köln
0221-8992 0

Drogenhilfe Köln e.V.


Beratungszentrum
Cafe Viktoria
Viktoriastraße 12
50668 Köln
Tel: 0221-912797-0

Drogenhilfe Sozialdienst Kath. Männer e.V.


Mauritiussteinweg 66
50676 Köln
Tel: 0221-2074-0

Junkie-Bund Köln e.V.


Berliner Straße 98-100
51063 Köln
Tel: 0221-622081

Stadt Köln
Gesundheitsamt, Sozialpsychiatrischer Dienst
Neumarkt 15-19
50667 Köln
Tel: 0221-221-2949

Suchtnotruf Köln e.V.


Sülzgürtel 47
50937 Köln
Tel: 0221-19700

Telefonnotruf für Suchtgefährdete


Blaubach 24
50676 Köln
Tel: 0221-315555

Verein zur Hilfe bei Problemen mit Alkohol, Drogen und Medikamenten
Hauptstraße 399
51143 Köln
Tel: 02203-52339

34
15. wichtige Adressen in der BRD und der EU

Bundesverband der Elternkreise drogengefährdeter


und drogenabhängiger Jugendlicher e.V. (BVEK)
Köthener Straße 38
10963 Berlin

BundesMinisterium für Gesundheit (BMfG)


Drogenbeauftragten der Bundesregierung
Christa Nickels
Berlin

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)


Ostmerheimer Straße 200
51109 Köln

Deutscher Caritasverband (DCV)


Referat Besondere Lebenslagen
Postfach 420
79004 Freiburg

Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS)


Westring 2
59065 Hamm

Fachverband für Drogen und Rauschmittel (FDR)


Brüderstraße 4 B
30159 Hannover

Der Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales


Birkenstraße 34,
28195 Bremen

DIMDI
Weißhausstr. 27
D-50939 Köln

Europäische Union (EBDD und EMCDDA)


Wiertzstraat
Postbus 1047
B-1047 Brussel

Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe (GVS)


Kurt-Schuhmacher-Straße 2
34117 Kassel

InterNet:

http://www.bka.de/
http://www.bmgesundheit.de/index.htm
http://www.bremen.de/info/gesundheit/home.html
http://www.bundesregierung.de/index.html
http://www.bzga.de/
http://www.dhs.de/
http://www.dimdi.de/
http://www.ems-cologne.com/frames.html
http://www.netdoktor.de/
http://www.odenwald.de/pderbach/_vorbeug.htm
http://www.s-a-d.de/produkte/lexika/wissenlive_der_mensch.html
http://www.sucht.org/info/info.html

35
16. QuellenNachweis

Anton Bartling c/o:


Jahresbericht 1994/95 Drogenberatung Bremen,

G. Bühringer.: Methadon-Standards, Stuttgart 1995

G. Bühringer.: Schätzverfahren und Schätzungen 1997 zum Umfang der


Drogenproblematik in Deutschland, IFT-Berichte Bd. 94, München 1997

Bund gegen Alkohol im Straßenverkehr e.V.:


Jahresbericht Alkohol, 1997

BzgA: Kinder stark machen-zu stark für Drogen, Köln 1996

BzgA: Drogenaffinität Jugendlicher in der BRD 1997, Köln Nov. 1997

DHS: Jahrbuch Sucht 1998

Drogen- und Suchtbericht 1998


der Drogenbeauftragten der Bundesregierung
Stand: März 1999

Drogen- und Suchtbericht 1999


der Drogenbeauftragten der Bundesregierung
Christa Nickels
Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit
Stand: 9. März 2000

DHS: Sucht-SelbsthilfeKonferenz, Bonn, 08.11.1998

Jacqueline Engelke: Öffentlichkeitsarbeit GVS, DHS Internet, www.dhs.de

Europäische Union: Jahresbericht über den Stand der Drogenpolitik in der


EU 1999, Dezember 1999

Fachverband Drogen und Rauschmittel e. V.:


Standards im Verbundsystem der Suchtkrankenhilfe, Geesthacht 1997

Dr. T. Fleischmann-Sperber: BRK, Nürnberg, 1994

H.J. Hennes: Lehranstalt für Rettungsdienst des DRK-Landesverbandes


Rheinland-Pfalz

Landesinstitut für Schule und Weiterbildung:


Sucht- und Drogenvorbeugung in der Schule, 1988, Stand 25.8.99

A. Lechleutner / P. Funk:
Die Notkompetenz der Rettungsassistentin und Rettungsassistent

N. Pörksen: Perspektiven europäischer Drogenpolitik..., Kongress vom


7.2.98, Drug use and the crisis of European Societes, in Bologna

B. Schmidtobreick: Drogenpolitik und Drogenhilfe, in Sucht 04/1994

K. Wanke und K. L. Täschner: Rauschmittel, 1985

K. Wanke: für DHS, Süchtiges Verhalten, 1985

Dr. K. Wanke / Dr. J. Gerchow / Dr. E. Hernle / Dr. K. A. Kovar: für DHS,
Drogenabhängigkeit, Eine Information für Ärzte, März 1998
36

Das könnte Ihnen auch gefallen