Drogen
Drogen
Medizin
oder Geißel
der Gesellschaft?
SOZIOLOGIE der Sucht März 2000
von
..............................
Peter Breit
..............................
DROGEN
Medizin oder Geißel der Gesellschaft
Inhalt
3 BegriffsBestimmungen.............................................................. 3
3.1 was sind Drogen.............................................................. 3
3.2 was ist Sucht................................................................... 3
3.3 SuchtBegriff.................................................................... 4
5 medizinische ErstVersorgung.................................................... 17
5.1 DrogenNotfälle schwer zu erkennen................................ 17
5.2 Diagnostik bei DrogenNotfällen........................................ 18
5.2.1 Opiate................................................................... 18
5.2.2 Cannabis und Halluzinogene................................. 18
5.2.3 Amphetamine und Ecstasy..................................... 19
5.2.4 Kokain................................................................... 19
5.2.5 SchnüffelStoffe (organische LösungsMittel)........... 19
8 politische LösungsAnsätze........................................................ 26
8.1 GeschäftsStelle der DrogenBeauftragten......................... 26
8.2 InterMinisterielle ArbeitsGruppe....................................... 26
8.3 Unterstützung der VerbandsArbeit................................... 26
8.4 Koordination mit den Ländern.......................................... 26
8.5 Bund-Länder-KoordinierungsKreis................................... 26
8.6 Europäische DrogenBeobachtungsStelle......................... 27
8.7 Zusammenarbeit mit der EU und der UN......................... 27
8.8 EU - DrogenPolitik........................................................... 27
13 SchlussBemerkung..................................................................... 33
16 QuellenNachweis....................................................................... 36
1. Drogen so alt wie die Menschheit
Die Geschichte, zeigt uns, dass zu allen Zeiten und in allen Kulturen, Drogen
konsumiert wurden. Drogen sind so alt wie die Menschheit selber.
Sogar in der Tierwelt, ist die Einnahme von Rauschmitteln in erheblichem
Maße anzutreffen.
Schon die großen Schöpfungsmythen der Völker künden von Drogen, ebenso
die frühesten Zeugnisse der Zivilisation, rund um den Erdball. Niemals waren
Menschen verlegen um Stoffe, die sie narkotisierten oder euphorisierten, ak-
tivierten oder angenehmer schlafen ließen.
Im alten Indien war das lesen heiliger Texte nur jenen gestattet, die ihre Alltags-
gedanken mit dem Konzentrationsförderer Cannabis verscheuchten.
Im Alten Testament gilt als Alkohol der Komplize der Sünde. „Schaue nicht
den Wein an“, heißt es in den Sprüchen (23, 31), „am Ende beißt er wie eine
Schlange und sticht wie eine Viper“. Andererseits verwandelt Jesus Wasser in
Wein, damit die Gäste bei der Hochzeit von Kanaa weiterzechen können.
Beim Abendmahl gilt der Rebensaft sogar als „Christi Blut“.
Aus der Antike, wird eines der ersten uns bekannten Drogenrituale, das grie-
chische Symposion (ca. 600 v. Ch.) überliefert. Ein religiöses Trinkgelage un-
ter Männern, mit der Darreichung von Wein. Es wurde den Göttern Trank-
spenden dargeboten, um diese wohlgesonnen zu stimmen.
Der Redner Antiphon plädierte ca. 500 v. Ch., vor Gericht dafür, dass Trun-
kenheit als strafmildernd berücksichtigt werden sollte. Aristoteles tritt hundert
Jahre später dafür ein, einen Betrunkenen doppelt zu bestrafen, „denn die
Ursache (betrunken zu sein) lag bei Ihm, es stand Ihm frei, sich zu betrinken“.
Der römische Philosoph Seneca beschreibt Trunkenheit sei nichts anderes als
„freiwillige Geistesstörung“.
Bei den Chinesen macht sich bald darauf ein andersartiges Rauschmittel Kar-
riere: Han-Shi, „Kalte Mineralien“, eine Art Designer-Droge, weil aus verschie-
denen Substanzen zusammengemischt. In der Wissenschaft, gilt Han-Shi als
das erste „moderne Rauschgift“, denn von Beginn an ist seine Einnahme nicht
mit magischen oder religiösen Motiven verbunden. Es dient ausschließlich
dem Genuß, der Verschönerung des Augenblicks. Damit fehlen die traditio-
nellen Mechanismen der sozialen Kontrolle.
In der Betrachtung von Drogen und ihren Auswirkungen auf das Individuum ist
von zentraler Bedeutung, in welchem geografischen, kulturellen, religiösen
und politischen Kontext sich der Einzelne befindet. Die vorliegenden Faktoren
spielen dabei eine erhebliche sich gegenseitig beeinflussende Rolle. Darüber
hinaus muss die soziale Lage des Einzelnen als ausschlaggebender Faktor,
die zur Einnahme von Suchtstoffen führt, berücksichtigt werden.
Die Flucht des Einzelnen in die Welt der Drogen (aus welchen Beweggründen
auch immmer), kann nie losgelöst von seiner Herkunft betrachtet werden.
- Arbeitslose in der Bronx (New York), in der Stadt der Millionäre, nehmen
Drogen aller Art, um das Gefühl zu haben, am gesellschaftlichen leben ihrer
Stadt dem „high life“ zu partizipieren.
Bis zum heutigen Tage, ist die Wissenschaft nicht in der Lage, zu erklären,
warum manche Menschen von der Lust auf Zigaretten, Kokain, Weinbrand
oder Glücksspiel so sehr beherrscht werden, dass ihr Verhalten ein einziger
Hohn auf unsere Vorstellungen von freiem Willen und Verantwortung darstellt.
Trotz großer Fortschritte, bleiben viele Fragen ungelöst.
Warum wird nicht jeder süchtig?
Sind alle gefährdet, oder gibt es so etwas wie eine Suchtpersönlichkeit?
Einmal süchtig - immer süchtig, oder ist eine Befreiung von Drogen möglich?
Drogen sind Stoffe, die auf das psychische (seelisch) und/oder physische (kör-
perlich) Befinden des Menschen in gesundheitsgefährdender Weise einwir-
ken und eine mehr oder weniger starke Abhängigkeit zur Folge haben können.
Dabei denken viele nur an Heroin, Kokain, Haschisch, usw.! Zu den Drogen
zählt man aber auch Alkohol, Nikotin und Medikamente, nicht zu vergessen,
die nicht-stofflichen Drogen, wie Spielen, Arbeiten, oder Sex und viele mehr.
Deren Gebrauch ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und toleriert. Der
frühzeitige Mißbrauch dieser legalen Drogen kann den Einstieg in den Kon-
sum illegaler Drogen jedoch begünstigen. Der Umgang mit Rauschgiften wird
in der Bundesrepublik Deutschland im BeTäubungsMittelGesetz (BtMG) ge-
regelt. Es nennt weit über 100 Stoffe und Zubereitungen, die aus pflanzlichen
oder chemischen Grundstoffen gewonnen werden.
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3.3 Suchtbegriff
Sucht äußert sich meist als Giftsucht (Toxikomanie). Diese ist immer von Into-
xikation (Vergiftung) begleitet. Demnach ist bei stoffgebundenen Suchtformen
nach drei Komponenten zu fragen:
- Nach der individuellen Grundstörung, die eine Entwicklung der Sucht einlei-
tete, z. B. chronische Schmerzzustände, oder bestimmte Konfliktsituationen.
- Nach den psychopathologischen (krankhafte Abweichung des Seelenlebens)
Folgen der Einnahme von Suchtmitteln, insbesondere toxisch bedingte Ver-
änderungen der Kritikfähigkeit oder des Gedächtnisses.
- Nach dem Grad der Suchthaltung dem Leben gegenüber, also der Süchtig-
keit, die eine psychologische Eigendynamik besitzt und stoffunabhängig ist.
Sucht ist in erster Linie ein psychisches Problem, mit in der Regel bald auftre-
tenden sekundären, körperlichen und sozialen Folgen. Sucht ist gekennzeich-
net durch einen eigengesetzlichen Ablauf und durch den fortschreitenden Ver-
lust freier Verhandlungsfähigkeit und Kontrolle über das eigene Verhalten. Sucht
liegt dann vor, wenn eine prozeßhafte Abfolge in sich gebundener Handlun-
gen kritisch geprüfte, sorgfältige und folgerichtig gesteuerte Handlungsabläu-
fe ersetzt. Sucht ist stets Krankheit.
Sucht ist ein unabweichbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszu-
stand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es
beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozia-
len Bindungen und die sozialen Chancen des Individuums.
Nach einer Definition der WHO gilt jede Substanz als Droge, die in einem
lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag. Dieser erweiterte
Drogenbegriff erfaßt nicht nur Cannabisprodukte, Halluzinogene, Stimulantien,
Schnüffelstoffe, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Alkohol, Tabakerzeugnisse,
Schmerzmittel Opiate und Kokain. Er bezieht sich auch auf Alltagsdrogen wie
z.B. Kaffee und Tee und grenzt Drogen einerseits sowie Genuß- und
„Lebens“mittel andererseits nicht mehr voneinander ab.
Sucht zeigt sich als latente Suchthaltung und als manifestes süchtiges Verhal-
ten. Süchtiges Verhalten mit Krankheitswert liegt vor, wenn dieses nicht mehr
angesichts einer Flucht- oder Unwohlsituation eintritt, sondern zu einem ei-
gendynamischen, zwanghaften Verhalten wird, das sich selbst organisiert hat
und sich rücksichtslos beständig zu verwirklichen sucht. Suchthaltungen als
Folgen von mangelndem Selbstvertrauen und Minderwertigkeitsgefühlen, von
Verantwortungsscheu und Problemangst werden meist in Kindheit und Jugend
erlernt. Ursachen entstehender Suchthaltungen können darin liegen, daß Her-
anwachsenden wenig Möglichkeiten eingeräumt werden, ihre Identität in der
Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt zu entwickeln, weil ihnen von Eltern,
Lehrern und Ausbildern zuviel erspart und abgenommen oder zuviel zugemu-
tet worden ist. Vorbildwirkungen sowie bewußte und unbewußte Identifikations-
wünsche von Kindern und Jugendlichen gegenüber Erwachsenen können au-
ßerdem eine große Rolle bei der Entstehung von Suchthaltungen spielen.
Wenn sich die Tendenzen zu Ausweichverhalten und Ersatzhandlungen dau-
erhaft verfestigen, kann aus Suchthaltungen manifest süchtiges Verhalten
werden – besonders bei außergewöhnlichen Belastungen und Konflikten wie
z.B. Schulversagen, Außenseiterstellung in der Schulklasse, Jugendarbeitslo-
sigkeit, Bruch mit Freund oder Freundin.
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4. Unterteilung von Drogen
Die Wissenschaft ist da unterschiedlicher Meinung. „Alle Dinge sind Gift, al-
lein die Dosis macht das ein Ding kein Gift ist“, wußte schon der Arzt Paracel-
sus im ausgehenden Mittelalter. Otto Fichtel, Psychoanalytiker im 20. Jahr-
hundert, beschreibt es noch eindeutiger: „Jedes Ding kann Droge sein und
süchtig machen.“ Alles eine Frage der Disziplin, glauben viele Menschen, so-
gar Mediziner und Psychologen. Kennt nicht jeder Phasen willenloser Beschäf-
tigung, Sex bis zur totalen körperlichen Erschöpfung, Fernsehen bis zum Sen-
deschluß, Arbeiten wie im Rausch oder Essen mit vollem Bauch.
Überreaktionen gelten in unserer Gesellschaft als völlig normal, wenn sie sich
innerhalb geordneter Grenzen bewegen. Der Erfolgreiche kauft sich etwas
überflüssiges. Gegen Liebeskummer rät der Volksmund „Stürz dich in deine
Arbeit, so kommst du auf andere Gedanken“. Oft funktioniert das sogar. Doch
wann beginnt die Sucht?
Wie entstehen solche Süchte, und warum werden manche Menschen abhän-
gig und andere nicht?
Allem Steit der Fachleute zum Trotz steht fest: Anders als beim „echten“ Zwang,
der als etwas von aussen kommendes erlebt wird, macht das, was später zur
Sucht wird, zunächst Spaß. Vieleicht spielen dabei körpereigene Stimulanzi-
en wie Endorphine eine Rolle. Diese Stoffe werden auch in jenem Teil des
Gehirns verarbeitet, der die Emotion steuert.
Was immer den rauschähnlichen Zustand hervorruft, in den wir uns durch ein
bestimmtes Verhalten versetzen können, er drängt bei vielen Menschen of-
fenbar nach Wiederholung. Dies um so stärker, je weniger sie gelernt haben,
sich mit Konflikten rechtzeitig auseinanderzusetzen.
5
nicht stoffliche Drogen - Süchte
4.1.1 Arbeit
4.1.2 Essen
6
nicht stoffliche Drogen - Süchte
4.1.4 Sex
Am Anfang ist alles ganz natürlich, ein normales Verlangen nach Lust-
befriedigung. Die meisten Menschen brauchen sehr lange, bis sie sich ihrer
Sucht nach Sex bewußt werden. Im Verlaufe des fortschreitenden Sucht-
stadiums wird dem Probanden bewußt, dass das sexuelle Verlangen in Kri-
sensituationen ins unermessliche steigt. Später wenn der Versuch unternom-
men wird, auf sexuelle Erregung zu verzichten, treten erste Entzugser-
scheinungen auf, Verzweiflung, Depression und das Gefühl „wie von einem
Strom in den Abgrund gerissen zu werden“. Schmerzen im Bauch und im
Brustraum peinigen den stehts unbefriedigten. Wie bei anderen Süchten auch,
treten mehr oder weniger starke Entzugserscheinungen auf, wenn die Droge
nicht mehr erreichbar ist, Nervosität und Zittern, Depression, Schlaflosigkeit
und/oder Agressivität bestimmen das Alltagsgefüge.
4.1.5 Sport
Ist es der erotische Kick des Schützen nach dem verwandelten 11 Meter, oder
der Adrenalinschub des Langstreckenläufers wenn er den Scheitelpunkt der
Anstrengung überschreitet? Heute springen wir Banchi, oder stürzen uns mit
einem Snowboard aus dem Flugzeug, die Berghänge werden davon leider
nicht besser. Bis hier hin, läßt sich mit Wohlwollen noch von Sport reden.
Bundesbahn serven, oder Geisterfahren, muss dann schon ein stark ausge-
prägt übersteigertes Suchtverhalten zugrunde gelegt werden.
Dieser Kick ist schnell DEIN letzter.
Sport als sozialer Motor der Gesellschaft, sozialer Aufstieg, gesellschaftliche
Anerkennung, Karriere und Prestige. Das gehört zu einem anderen Thema.
Die Perversion, all diese Luftschlösser zu erreichen, liegt in der ungefragten
Vergiftung von Kleinstkindern. Sport und Pharmazie zwei unzertrennliche.
Sport siehe Medikamente:
4.1.6 TV, wer hat nicht schon einmal ein Wochenende mit Freunden und eini-
gen Spielfilmen verbracht. Heimkino, ein gutes Kommunikationsmittel und
Nachrichten übermittler. Wenn die Breitband Glotze zur einzigen Ansprache
wird, dann nimm die Hände aus der Tasche, und geh raus.
4.1.7 InterNet, die Abzocke für die Einen, Entwicklungsvorsprung für die An-
deren. Und immer dran denken in .de kostet alles 19,95DM, in .us alles 39,85$.
Es entwickelt sich eine neue Form der Zweiklassengesellschaft, die einen kön-
nen HTML, die anderen nicht. InterNet - so Prognosen - wird zur Geißel des
21. JahrHunderts. Es erfüllt alle Kriterien die eine Droge hat, immer verfügbar,
nicht zu teuer, ohne direkt auftretende körperliche Schädigungen. Jeder be-
stimmt nach seinem intellektuellen Anspruch, die Art der Ansprache.
InterNet als Spielekonsole, möglicherweise eine sinnvolle Erziehungs- und
Bildungshilfe, natürlich auch Traum aller Spiele-Junkies.
Hier sind staatliche Fördermittel für ErziehungsProgramme gefragt.
4.1.8 Kaufzwang, eine gängige Form der Ablenkung ist der Konsum, dessen
krankhafte Steigerung ist die Kaufsucht. Kaufzwang kann auch positiv erlebt
werden: Für Menschen denen ihr Verhalten Probleme bereitet. „Stell Dir eine
Musik vor und die entsprechende Konserve (CD...), wenn es Dir einmal emo-
tional nicht gut geht, dann geh in Deinen Musikshop und Kauf Dir Deine Mu-
sik. Jetzt darft Du Dich belohnen, für die Zeit die Du darauf gewartet hast.“
7
„Schau genauer hin und die Süchte haben einen Urprung.“
4.2 stoffliche Drogen - Süchte
4.2.1 legal
4.2.1.1 Alkohol
Beim Alkohol ist alles anders. Wer trinkt, gilt als normal, und wer der flüssigen
Droge entsagt, als ein Sonderling. Die Grenze zwischen Genuß und Gefahr,
läßt sich nur schwer ziehen, so taumeln viele unbewußt in die Grauzone des
Alkoholismus - gestützt vom Schweigen der trinkenden Mehrheit.
4.2.1.2 Tabak
Das Hauptalkaloid des Tabaks ist das Nikotin, das für die akute Wirkung des
Zigarettenrauchens verantwortlich ist und die Rauchgewöhnung und Abhän-
gigkeit hervorruft.
Die durch das Rauchen verursachten Gesundheitsschäden gehen dagegen
zu Lasten anderer Schadstoffe im Tabakrauch, da mehr als 40 verschiedene
krebserregende Substanzen und viele andere gesundheitsschädliche Substan-
zen darin enthalten sind.
Beim mäßig starken Inhalieren wird dem Körper des Rauchers eine Menge
von bis zu 3 mg Nikotin zugeführt. Das Rauchen einer Zigarette führt beim
Raucher zu von ihm unbemerkten aber leicht meßbaren Veränderungen wie
z.B. Herzbeschleunigung und Blutdruckanstieg. Nikotin wirkt anregend und
gleichzeitig beruhigend und entspannend.
8
stoffliche Drogen - Süchte
4.2.1.3 Medikamente
Medikamente sind synthetische oder natürliche Stoffe, mit denen man die
Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktion des menschlichen Körpers
bzw. seelischer Zustände im heilenden Sinne beeinflussen kann.
Wer Medikamente zwanghaft und fortgesetzt ihrer seelischen Wirkung wegen
einnimmt, ist abhängig.
Oft wird das (spätere) Suchtmittel während einer ärztlichen Behandlung ken-
nengelernt, und die Einnahme erscheint auch bei selbstständiger Fortsetzung
legitimiert. Medikamentenabhängigkeit bleibt in der Regel eine lange Zeit ohne
Behandlung.
4.2.2 illegal
Cannabis stammt wahrscheinlich aus Zentralasien und ist seit dem 4. Jahrtau-
send v. Chr. bekannt. Cannabis ist der Oberbegriff für die Pflanze und die
beiden Drogen: Marihuana (Blätter und Blüten) und Haschisch (gepreßtes Harz).
Cannabis wurde und wird als Nahrungsmittel, Medizin, Faserlieferant und
Rauschmittel verwendet.
Wirkstoff ist das Tetrahydrocannabinol (THC)
4.2.2.1 Cannabisprodukte
Marihuana
getrocknete Pflanzenteile,
Aussehen wie Tee oder Gras.
Haschisch
krümel-, pulverförmig oder zu
Platten gepreßt, von grüner,
roter, brauner oder schwarzer
Farbe.
Haschischöl (selten)
schwarzbraunes Öl mit dem
größten Anteil am Wirkstoff
THC.
Konsum
Pur oder mit Tabak vermischt
geraucht in selbstgedrehten
Joints, Pfeifen oder Rauch-
rohren, eingebacken in Ku-
chen und Gebäck, als Tee zu-
bereitet.
Wirkung
Veränderung der Sinneswahr-
nehmung, des Farb- und
Geräuschempfindens, des
Raum- und Zeitgefühls geisti-
ge Abwesenheit, Konzen-
trationsmängel.
Risiken
Gefahr der psychischen
Abhängigkeit, Apathie,
Antriebslosigkeit, unerwarte-
te Rauschsymptome als Fol-
ge mehrtägiger Abbauphase
des Wirkstoffs im Körper,
möglicher Wechsel zu stärke-
ren Rauschgiften bei nachlas-
sendem Wirkungsempfinden.
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stoffliche Drogen - Süchte
Konsum
Kokain wird meist geschnupft, sel-
tener in Schleimhäute eingerieben
oder gespritzt. Oft werden Schnupf-
bestecke benutzt, zu denen Vorrats-
behältnis, Schnupflöffel, Spiegel,
Rasierklinge und Schnupfröhrchen
gehören. Crack wird geraucht.
Wirkung
Betäubung von Hunger-, Durst-,
Kälte- und Müdigkeitsgefühlen In-
tensives Gefühlsempfinden, Eupho-
rie, Rede- und Bewegungsdrang,
übersteigertes Selbstwertgefühl
Angstzustände und Depressionen
als dritte Phase des Kokainrausches
schlagartiger Rauscheintritt bei
Crack.
Risiken
stark ausgeprägte psychische Ab-
hängigkeit mit schneller Dosis-
steigerung Gefahr tiefer Depressio-
nen, Halluzinationen und Wahnvor-
stellungen verstärkte Neigung zu
Gewalttätigkeiten und Aggressions-
handlungen Gefahr von Lungen- und
Gehirnschäden, Herzschwäche und/
oder Atemlähmung.
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stoffliche Drogen - Süchte
4.2.2.3 LSD
Wirkung
Veränderung der Sinneseindrücke
und Hervorrufen von Sinnes-
täuschungen Halluzinationen,
Wahnvorstellungen psychische
Abhängigkeit
Risiken
“Horrortrips“ mit massiven Angstzu-
ständen unvermittelt auftretende
Rauschzustände („Flash Back“)
noch Wochen und Monate nach dem
letzten LSD-Konsum.
4.2.2.4 Amphetamine
und Ecstasy
Wirkung
von Euphorie und Erregungszustän-
den über Niedergeschlagenheit und
Depression bis zu halluzinogenen
Effekten, Wahnvorstellungen, Psy-
chosen und paranoiden Zuständen
starke psychische Abhängigkeit
Risiken
Zusammensetzung, Reinheitsgrad
und Dosierung machen Rausch-
dauer und -intensität unkalkulierbar
und den Konsumenten zum „Ver-
suchskaninchen“. Experimentell ent-
standene neue chemische Verbin-
dungen (Designer Drogen) können
schwerste Gesundheitsschäden ver-
ursachen oder schon im
Mikrogrammbereich tödlich sein.
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stoffliche Drogen - Süchte
4.2.2.5 Ecstasy
Ecstasy ist eine Designer-Droge. Diese Art von Drogen stellt man in Labors
her, indem Arznei- oder Rauschmittel variiert werden. Es sind halb- oder voll-
synthetische Drogen, die relativ preiswert und in größeren Mengen produziert
werden können. Außerdem bieten sie Möglichkeiten, das Betäubungsmittel-
gesetz zu umgehen, indem man die chemische Struktur etwas verändert und
so eine legale Droge hat, die das Betäubungsmittel-Gesetz noch nicht erfaßt.
MDMA ist der Wirkstoff, der am häufigsten in Ecstasy - Pillen vorkommt. Er
wurde um 1913 von der Firma Merck zum Patent angemeldet. Man erwog
damals, den Stoff als Appetitzügler einzusetzen. Allerdings ließ man von die-
sem Plan bald ab, vermutlich wegen der Nebenwirkungen.
Stattdessen nutzte man MDMA in den 60er Jahren therapeutisch, vor allem in
den USA und der Schweiz. Diese Versuche endeten allerdings, als der Stoff
verboten und den entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen unterstellt
wurde. Als Droge wurde Ecstasy vor allem im Zusammenhang mit der Techno-
Szene bekannt. Es kam 1972 illegal in den USA auf den Markt, in den 70er
Jahren nach Großbritannien und schließlich auch nach Deutschland.
Unter Ecstasy versteht man die vielen bunten Pillen und Pülverchen, die be-
stimmte chemische Verbindungen enthalten. Sie werden als „Adam, Eve,
Cadillac“ oder unter ähnlichen Namen in der Szene gehandelt und haben meist
einen Aufdruck, dem der Name entspricht. Ecstasy wird als Tablette bezie-
hungsweise Pille geschluckt, seltener als Pulver. Ecstasy gilt als die Droge der
Techno und Rave-Veranstaltungen. Dies ist eine bestimmte Musikrichtung und
Jugendbewegung. Raves nennen sich die Tanzveranstaltungen, die manch-
mal über ein ganzes Wochenende gehen können. Das bedeutet aber keines-
falls, daß Techno mit Ecstasy gleichzusetzen ist. Die Pillen werden auch in
anderen Situationen genommen, nicht jeder Raver nimmt Ecstasy.
einige Beispiele:
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stoffliche Drogen - Süchte
4.2.2.5.3 Wirkstoffe
Ecstasy ist eine illegale Droge. MDMA, MDA und MDE stehen im Betäubungs-
mittel-Gesetz. Sie dürfen in Deutschland weder verordnet noch vertrieben
werden. Man kann sich also strafbar machen, wenn man diese Drogen zum
Beispiel besitzt, erwirbt oder gar versucht, sie zu verkaufen. Der Bundesge-
richtshof hat in einem Urteil von 1996 die Gefährlichkeit in etwa der von Am-
phetaminen gleichgesetzt.
Sehr umstritten ist gerade beim Thema Ecstasy die Politik der sogenannten
„Harm reduction.“ Bringt es etwas, die Leute darüber zu informieren, wie man
das Risiko beim Drogenkonsum mindert und wie weit kann oder soll so etwas
gehen? Soll man beispielsweise Ecstasy-Pillen untersuchen, um vor mögli-
chen gefährlichen Mischungen zu warnen? Oder lädt man damit womöglich
zum Drogenkonsum ein? Wird Drogenkonsum dadurch verharmlost, obwohl
es immer ein Risiko enthält, Drogen zu nehmen? Diese und ähnliche Fragen
werden in diesem Zusammenhang diskutiert und die Meinungen dazu prallen
aufeinander.
14
stoffliche Drogen - Süchte
Wie Ecstasy wirkt, hängt stark von der Umgebung und Atmosphäre ab und
davon, wie man sich gerade fühlt. Die Droge kann positive Gefühle wie Har-
monie und Geborgenheit hervorrufen, aber auch Angst und Unruhe.
Die Wirkung beginnt oft mit körperlichen Symptomen wie Kopfschmerz oder
Herzklopfen. Als positiv werden Empfindungen geschildert wie: Ein als wohlig
empfundener Rausch, euphorische Grundstimmung, intensivere und unbe-
fangenere Wahrnehmung, stärkeres Selbstvertrauen, Ausgeglichenheit und
Klarheit, stärkere Kontaktfreudigkeit, Geborgenheit, liebevolle Gefühle gegen-
über den anderen Menschen, Gefühl von „sozialer Liebe“, entspannt und den-
noch wach. Müdigkeit und Schwäche werden überwunden. Da Ecstasy sich
auf die Konzentration auswirkt, sollte man die Hände vom Steuer eines Autos
lassen. Negative Empfindungen können sein: Angst, paranoide Gedanken,
Zittern, körperliche Unruhe, depressive Gedanken, Traurigkeit. Bei Leuten,
die entsprechend veranlagt sind, kann es zu Psychosen kommen. Da körper-
lich die Temperatur ansteigt und das Durstgefühl nicht bemerkt wird, kann es
zusammen mit ausgeprägtem Tanzen zu hohem Flüssigkeitsverlust kommen.
Auch der Appetit ist gezügelt. Alles zusammen kann einen Kreislaufkollaps
nach sich ziehen. Weitere körperliche Reaktionen sind ein schnellerer Puls,
Hitzewallungen, Übelkeit.
Schon bei der Aufnahme nur einer Tablette ist der Nachweis von Ecstasy noch
nach mehreren Stunden möglich.
Wird nachgewiesen, daß jemand ein Fahrzeug unter Ecstasy-Einfluß in fahr-
untüchtigem Zustand geführt hat, wird der Fahrer wegen „Trunkenheit im Ver-
kehr“ (§ 316 StGB) verurteilt.
Wird darüberhinaus noch ein Unfall verursacht, liegt eine „Straßenverkehrs-
gefährdung“ (§ 315 c StGB) vor.
Die Folgen sind in jedem Fall:
- Geld- oder Freiheitsstrafe
- Entzug der Fahrerlaubnis
- Führerscheinsperrre 6 Monate bis 5 Jahre
- 7 Punkte im Verkehrszentralregister
- medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) vor Neuerteilung
der Fahrerlaubnis
Wer unter Drogeneinfluß ein Fahrzeug führt, handelt verantwortungslos.
Er gefährdet andere und auch sich selbst.
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stoffliche Drogen - Süchte
4.2.2.6 Heroin
Wirkstoff Morphin.
Halbsynthetisches Opiat aus dem Saft des Schlafmohns.
Heroin wurde anfangs als vermeintlich nicht-süchtigmachendes Heilmittel (statt
Morphium) verwendet sowie als Rauschmittel.
Kurzfristiger „Kick“ mit Euphorie und Hochgefühl, Losgelöstheit, gesteigertes
Selbstwertgefühl, allgemeines Wohlbefinden.
Das Atemzentrum wird von Heroin gehemmt, das kann bei Überdosierung
zum Tod führen. Heroin macht sehr schnell süchtig. Heroin führt zu physischer
und psychischer Abhängigkeit mit schweren Entzugserscheinungen.
Veränderung der Persönlichkeit: Reizbar und aggressiv. Selbstmordgedanken.
Beschaffungskriminalität, Verelendung, vor allem bei Frauen auch Prostituti-
on. Bleibende Gehirn- und Leberschäden, Magen- und Darmstörungen. Infek-
tionsgefahr durch unreine Spritzen, AIDS und Hepatitis.
Wirkung
beruhigend, einschläfernd, schmerz-
lindernd Euphorieempfinden, Los-
gelöstheit starke psychische und
physische Abhängigkeit quälende
Entzugserscheinungen wie Nervosi-
tät, Schlaflosigkeit, Schweißausbrü-
che, Schüttelfrost, Erbrechen,
schmerzhafte Krämpfe.
Risiken
Atemlähmung/Herzversagen bei
Überdosierung Organschäden z.B.
auch durch gesundheitsgefährden-
de Strecksubstanzen körperlicher
Verfall Infektionsgefahr durch nicht
sterile Spritzen (AIDS, Gelbsucht).
Konsum
Heroin wird meist in gelöster Form
in die Venen von Ellenbogen, Hän-
den, Beinen und Füßen gespritzt.
Seltener sind Schnupfen, Rauchen
oder Inhalieren. Utensilien sind Pa-
pier- und Stanniolfaltbriefchen, Ein-
wegspritzen, Löffel mit schwarzer
Unterseite durch Erhitzen,
Zigarettenfilter/Wattebausch, Gum-
miband oder Gürtel zum Abbinden
der Vene.
16
5. medizinische Erstversorgung
„Ärzte und Rettungssanitäter stehen aufgrund der sich stark wandelnden Drogensze-
ne in Deutschland vor einer neuen Herausforderung in der Notfallmedizin. Für die
Notärzte werde es immer schwieriger, genau festzustellen, ob und durch welche Dro-
gen der Notfall beim Patienten hervorgerufen wurde. Diese Diagnose ist aber ent-
scheidend für die Erstversorgung des Patienten.
Auf dieses Dilemma hat Dr. Thomas Fleischmann-Sperber, Chef des bayerischen
Roten Kreuzes (BRK) in Nürnberg, bei einer Veranstaltung der Deutschen Rettungs-
flugwacht in Würzburg hingewiesen. Bis 1990 sei man als Notarzt fast ausschließlich
wegen Heroinvergiftungen mit Drogenabhängigen in Berührung gekommen. Darauf
hätten sich die Ärzte diagnostisch und therapeutisch einstellen und mit entsprechen-
der Sicherheit handeln können.
17
medizinische ErstVersorgung
5.2.1 Opiate
Symptome
Koma, Atemdepression, Bradykardie, abgeschwächte Relexe bis Reflex-
losigkeit, Hypotheramie, gelegentliche Krampfanfälle. Auf Einstiche achten.
Sofortmaßnahmen
- Entzug erfolgt schlagartig.
- Atemhilfe, wachhaltende Atemhilfe, evtl. Beatmung, Sauerstoffzufuhr, Ver-
meidung von Aspiration
- Bei Atemstörungen sofort beim Erwachsenen Narcanti (Naloxon) Injektions-
lösung, i.v., i.m. oder s.c. 0,4-2 mg (=1-5 ml Narcanti). Wirkungseintritt (Ver-
besserung der Atmung) innerhalb von 2 Minuten. Falls nicht ausreichend, kön-
nen weitere Dosen von 0,4-2 mg im Abstand von 2-3 Minuten gegeben wer-
den. Keine Verbesserung der Atmung bedeutet, dass die Atemdepression nicht
opiatbedingt ist.
- Differentialdiagnose: Schlafmittelintoxikation, Hirnverletzung.
- Achtung: Narcanti provoziert abrupte Entzugserscheinungen.
- Herzstillstand: Herzmassage
- Stehts schnelle Krankenhauseinweisung, möglichst mit ärztlicher Begleitung.
Symptome
Dienzephales Erregungssyndrom mit Mydriasis, Hyperthermie, Tachykardie
und erhöhter Spontanmotorik. Bei hohen Dosen LSD Atemdepression und
Bradykardie, Horrortripp mit panikartigen Angstreaktionen, Depressionen,
Suizidalität und wahnhafte Verkennung. Bei Haschisch gerötete Konjunktiven,
Nasensekretion und Uvulaanschwellung.
Sofortmaßnahmen
- Beruhigendes Gespräch, Herunterreden (talking down)
- Erregungssyndrom: Valium i.v. oder i.m. 1-2 Amp. (10-20 mg) sehr langsam
i.v. Bei i. evtl. Wiederholung bis zu einer Tagesdosis von 60-120 mg.
In weniger akuten Fällen, orale Einzelgabe von 1-2 mg Tavor.
- Kontrolle der Kreislauffunktion.
- Atemlähmung: Atemwege freimachen, künstliche Beatmung.
- Bei psychotischen Koplikationen: Gabe von Haloperidol bis zu einer Tages-
dosis von 3 * 5-10 mg.
- Achtung: Keine Barbiturate, keine trizyklischen Antidepressiva, kein
Phenothiazine (Wirkungsverstärkung), vorsichtige ValiumAnwendung bei
gleichzeitiger Alkoholintoyikation.
18
medizinische ErstVersorgung
Symptome
Schweißausbrüche, Hitzewallungenn, Kälteschauer, Schwindel, Brechreiz,
Erbrechen, Herzklopfen, Herzrasen, skandierende / verwaschene Sprache,
Koordinationsstörungen, symptomatische kardiovaskuläre Wirkungen, pulsie-
rende Kopfschmerzen, hektischer Bewegungsdrang und Tremor, Kreislaufkol-
laps, Herzversagen.
Sofortmaßnahmen
- Entzug erfolgt schlagartig.
- Erregungszustände: Trevor p.o. oder Valium i.v. sehr langsam, i.m. oder in
weniger akuten Fällen p.o. Dosis: 10-30 mg evtl. Wiederholung oder Dominal
Forte 40 mg i.m.
- Blutdruckerhöhung: Beta-RezeptorenBlocker
- Bei paranoid-halluzinatorischen Psychosen: Gabe von Neuroleptika (z.B.
Haloperidol) bis zu einer Tagesdosis von 3 * 5 mg (10 mg).
- Achtung: Keine Barbiturate, kein Reserpin (Verstärkung der Amphetamin
Euphorie, Kreislaufkollaps).
Symptome
Symphatiktonie mit Tachykardie, Mydriasis, Schwitzen, Krampfanfälle, Koma,
Herzversagen, optisch-taktile Halluzinationen.
Sofortmaßnahmen
- Atemstörungen: Atemhilfe, künstliche Beatmung.
- Erregungszustände: Valium 20-30 mg i.m., i.v. vgl. Amphetamine.
- Kokain-Paranoia: Neuroleptika wie Haldol, evtl. kombiniert mit einem Tran-
quilizer.
- Herzschwäche: Symptomatische Behandlung.
- Dringende Krankenhauseinweisung.
Achtung: Keine Katicholamine (Steigerung schon bestehender zentraler
Sympathikuserregung).
Symptome
Nystagmus, Koordinationsstörungen, generalisierte Muskelschwäche, ver-
schwommenes Sehen oder Doppeltsehen, Krampfanfölle, Bewußtseins-
trübungenn, optische oder akustische Halluzinationen, Störung der Merkfä-
higkeit, Desorientierung.
Sofortmaßnahmen
- Entzug erfolgt sofort.
- Atemhilfe, wachhaltende Atembefehle, evtl. Beatmung, Sauerstoffzufuhr,
Vermeidung der Aspiration.
- Bei Atemstörungen sofort beim Erwachsenen Narcanti (Naloxon) Injektions-
lösung, i.v., i.m. oder s.c. 0,4-2 mg (=1-5 ml Narcanti). Wirkungseintritt (Ver-
besserung der Atmung) innerhalb von 2 Minuten. Falls nicht ausreichend, kön-
nen weitere Dosen von 0,4-2 mg im Abstand von 2-3 Minuten gegeben wer-
den. Keine Verbesserung der Atmung bedeutet, dass die Atemdepression nicht
Drogenbedingt ist.
- Differentialdiagnose: Schlafmittelintoxikation, Hirnverletzung.
- Herzstillstand: Herzmassage.
- Stehts schnelle Krankenhauseinweisung, möglichst mit ärztlicher Begleitung.
19
JahresBericht über den Stand der DrogenProblematik in der Europäischen Union - 1999
20
7. Mortalität in der BRD 1999
7.1 Tabak
„Das gesundheitlich nach wie vor größte Mortalitätsproblem zeigt sich für die Grup-
pe der Raucher. Tabakbedingte Todesfälle werden auf insgesamt 100.000 für Deutsch-
land geschätzt (davon 43.000 durch Krebs, 37.000 durch Krankheiten des Kreislaufs
und 20.000 durch Erkrankungen der Atemwege), damit liegt Deutschland in den
absoluten Todeszahlen europaweit mit an der Spitze (vor Großbritannien, Frankreich
und Spanien) und fast jeder vierte tabakbedingte Todesfall in Europa ereignet sich in
Deutschland.“
„In der Bundesrepublik rauchen nach der letzten Erhebung 43 % der Männer und 30
% der Frauen; hochgerechnet auf die 18- 59-jährige Bevölkerung sind das 17,8 Mio.
Raucher. Die wenigsten Raucher finden sich in den alten und neuen Ländern und bei
Männern wie Frauen in der Altersgruppe 50 – 59 Jahre, die höchsten Raucherquoten
weisen bei den Männern in alten und neuen Ländern die 21- bis 24-jährigen, bei den
westdeutschen Frauen die 25- bis 29-jährigen und bei den ostdeutschen Frauen die
18- bis 20-jährigen auf.
Als starke Raucher sind von den männlichen Zigarettenrauchern 49,1 % im Westen
und 39,7 % im Osten einzuschätzen; von den Frauen sind dies 31,9 % im Westen und
12,9 % im Osten. Hochgerechnet auf die 18- bis 59-jährige Bevölkerung sind dies 6,7
Mio. starke Raucher.
Über einen Zeitraum seit 1980 betrachtet ist die Attraktivität des Rauchens bei jun-
gen Erwachsenen stark zurückgegangen. Bis 1997 ist die Raucherquote bei Männern
von 61 % auf 46 % gefallen, bei den Frauen von 54 % auf 34 %.
21
Mortalität in der BRD 1999
7.2 Alkohol
„Die zweitgrößte Gruppe substanzbezogener absoluter Todesfälle ist die der alkohol-
bedingten Todesfälle. Sie liegen bei 40.000, aber hier fehlt nach wie vor eine syste-
matische Auswertung der Todesfallstatistik.“
„Starker Alkoholkonsum nimmt bei beiden Geschlechtern mit dem Alter zu; jedoch
ist er nach der Bundesstudie bei Männern mit 15,2 % ca. doppelt so hoch wie bei
Frauen mit 8,4 %.
Während Männer gerne Bier und Spirituosen trinken, werden von Frauen Wein und
Sekt bevorzugt.
Bierkonsum ist unter westdeutschen Frauen verbreiteter als unter ostdeutschen Frau-
en. Der Anteil der Bierkonsumentinnen steigt mit dem Alter. Vergleicht man die
Mengenangaben über Alter, Geschlecht und Region, finden sich bei den Männern in
beiden Landesteilen die höchsten Werte bei allen Getränkesorten jeweils in der Al-
tersgruppe der 40- bis 59-jährigen. Bei Frauen sind mit Ausnahme der Konsum-
mengen bei Wein und Sekt, die ebenfalls mit dem Alter steigen, keine klaren Muster
zu erkennen.
Bei der Befragung der Jugendlichen ergab sich in der letzten durchgeführten Studie,
dass 26 % der 12- bis 25-jährigen Bier trinken; 9 % trinken ein oder mehrmals in der
Woche Wein, 7 % alkoholhaltige Mixgetränke und 5 % trinken mindestens einmal in
der Woche Spirituosen. Im Vergleich der letzten Jahre zeigt sich alles in allem ein
Rückgang in der Häufigkeit des Alkoholkonsums und ein Anstieg der Anteile der
Selten- oder Nietrinker. Diese Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass
in Ostdeutschland junge Männer deutlich weniger häufig Bier trinken, während gleich-
zeitig der Bierkonsum bei den weiblichen Jugendlichen in den neuen Bundesländern
leicht ansteigt. Auch der Weinkonsum sowie der Konsum von Spirituosen geht zu-
rück. Diese Befunde werden auch durch Zeitreihenvergleiche als längerfristiger Trend
bestätigt.
22
Mortalität in der BRD 1999
7.3 Medikamente
23
Mortalität in der BRD 1999
„Die Anzahl der am Konsum bzw. der Überdosierung sowie Folgeerkrankungen ge-
storbenen Konsumenten illegaler Drogen (drogenbedingte Todesfälle) (vor allem
Heroin und Kokain und Kombinationen mit Alkohol oder auch bei Heroin mit
Methadon) ist im Jahr 1999 erneut angestiegen, auf 1.812 Menschen, 8,2 % mehr
als im Vorjahr (1.674). Überdurchschnittliche Steigerungsraten sind in Schleswig-
Holstein (+48,1 %), Berlin (+28,1 %), Baden-Württemberg (+23 %), Rheinland-Pfalz
(+18,3 %), Nordrhein-Westfalen (+17,2 %) und Bremen (+13,4 %) zu verzeichnen.
In Bayern ist die Zahl der drogenbedingten Todesfälle um 14,4 % auf 268 Personen
gesunken. In Hamburg wurde mit 115 drogenbedingten Todesfälle ein seit 1990 nicht
mehr registrierter Tiefstand erreicht. Die neuen Länder sind weiterhin nur gering
belastet.
Als ein nicht zu unterschätzendes Problem wird in diesem Zusammenhang von Fach-
leuten die gelegentliche freizügige ärztliche Vergabepraxis von Methadon genannt.
1999 starben insgesamt 323 Personen (17,8 %) an ihrer Drogensucht unter Beikonsum
von Methadon. Bei 28 Fällen wurde Methadon als alleinige Todesursache registriert.
Für die Mehrzahl der drogenbedingten Todesfälle sind wie seit Jahren politoxikomanes
Konsumverhalten (d.h. der Mehrfachkonsum verschiedener Substanzen gleichzeitig)
und die Folgen von langjährigem BtM-Missbrauch ursächlich.
Eine Vielzahl von Faktoren wie die individuellen Drogenkarrieren, das Vorhanden-
sein von Rettungsdiensten, die Inanspruchnahme von Therapieangeboten und viele
Faktoren mehr können die Zahl der drogenbedingten Todesfälle beeinflussen.
Die Drogentoten können nicht als alleiniger Maßstab für den Erfolg oder Misserfolg
einer bestimmten Drogenpolitik oder bestimmter drogenpolitischer Maßnahmen her-
angezogen werden. Drogenbedingte Todesfälle werden von den Polizeidienststellen
der einzelnen Bundesländer erfasst und in der „Falldatei Rauschgift“ dokumentiert.
Schwierigkeiten bestehen bei der Bestimmung der tatsächlichen Todesursache; teil-
weise gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Erfassungsmodalitäten
und Bewertungsgrundlagen. Nur ein Teil der aufgeführten Todesfälle wird obduziert
(1998 betrug die Zahl 62 %). Selbst eine Obduktion ergibt nicht in jedem Fall Hin-
weise auf vorbestehende und möglicherweise letale Funktionsstörungen. Zudem ist
die Auffindsituation nicht immer eindeutig. Da in der Regel detaillierte Kenntnisse
über die Gesamtzahl der Drogenabhängigen in einer Region fehlen, kann die absolu-
te Zahl der Todesfälle nicht ins Verhältnis gesetzt werden zu einer möglichen Trend-
entwicklung in der Gesamtzahl der Drogenkonsumenten (so kann eine gestiegene
oder gefallene Anzahl von Todesfällen einerseits hinweisen auf eine erhöhte Mortali-
tät in der Gruppe der Drogenkonsumenten, aber auch ein Hinweis sein auf eine ver-
änderte Prävalenz). Die Maßzahl „Mortalität“ bezieht sich auf die absolute Anzahl
der Todesfälle bezogen auf 100.000 oder 1 Mio. Einwohner und ist insofern allein
kein ausreichender Indikator für Trendentwicklungen unter den Drogenkonsumenten.
Auch wenn die Gesamtzahl von drogenbedingten Todesfällen mit zusätzlichen
niedrigschwelligen Hilfen, insbesondere Drogenkonsumräumen, in der Gesamtheit
nicht automatisch verringert wird, weil alle der o.g. Faktoren eine Rolle spielen,
kann davon ausgegangen werden, dass das Risiko drogenbedingter Todesfälle für
Drogenabhängige, die derartige Hilfsangebote wahrnehmen, deutlich reduziert wird.
In Städten, die Drogenkonsumräume eingerichtet haben, bestätigt sich dieser Trend:
In Frankfurt am Main ist die Zahl der drogenbedingten Todesfälle von 35 in 1998 auf
26 in 1999 gesunken, ebenso in Hamburg von 132 auf 111 und in Hannover von 27
auf 16.“
25
8. politische LösungsAnsätze
8.5 Bund-Länder-Koordinierungskreis
Zur Entwicklung gemeinsamer Leitlinien und zur Verbesserung und Koordinie-
rung wurde der Bund-Länder-Koordinierungskreis zur Suchtprävention bei der
Bunsdeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eingerichtet. Die für
die Suchtprävention verantwortlichen Ländervertreter sowie die Bundeszen-
trale informieren sich gegenseitig über geplante Kampagnen und Projekte,
sowie neue Entwicklungen und Trends in der Suchtproblematik.
26
politische LösungsAnsätze
8.8 EU - Drogenpolitik
Im ersten Halbjahr 1999 führte Deutschland bekanntlich den Vorsitz im Rat
der EU. Deutschland bestimmte daher das aktuelle Programm der Rats-
arbeitsgruppen im Drogenbereich bzw. setzte die Arbeit früherer Präsident-
schaften sowie die noch nicht erfolgte Umsetzung von drogenrelevanten Rats-
beschlüssen fort. Die für die Koordination der EU-Drogenpolitik zuständige
„Horizontale Drogengruppe“ (HDG) schloß unter deutschem Vorsitz u.a. die
Verhandlungen über den „Aktionsplan Drogen der EU für Lateinamerika und
die Karibik“ ab. Im April 1999 vereinbarte die Parlamentarische Staatssekre-
tärin, Frau Nickels, in Panama im Namen der EU die beiderseitige Annahme
und Umsetzung des Aktionsplans mit den Staaten Lateinamerikas und der
Karibik. Die Ausarbeitung eines weiteren „Aktionsplan für Zentralasien“ wurde
fortgesetzt. Beide Aktionspläne schaffen die Grundlage für eine effektive
Drogenkontrolle und die alternative Entwicklung in den beiden genannten
Anbauregionen sowie die Reduzierung des Drogenzustroms nach Europa.
Ferner intensivierte die HDG die Vorbereitungen für die neue Drogenstrategie
der EU (Aktionsplan 2000-2004), die der Rat unter Finnischer Präsidentschaft
im Dezember 1999 in Helsinki annahm. Sie unterzieht „Drogen-
bekämpfungsmassnahmen einer Bewertung“, stellt „die Drogenprävention und
die Reduzierung der Nachfrage (...) stärker in den Mittelpunkt“ berücksichtigt
auch die legalen Suchtstoffe v.a. Alkohol und Tabak und räumt den schadens-
minimierenden Massnahmen bei illegalem Drogenkonsum eine wichtige Stel-
lung ein.
Weitere drogenrelevante Aktivitäten erfolgten insbesondere in den speziellen
Ratsgruppen „Codro“ (Internationale Zusammenarbeit Drogen), „MDG“
(Multidisziplinäre Gruppe für Fragen der organisierten Kriminalität) sowie „Grup-
pe Gesundheitsfragen“ (nimmt insbesondere zu Fragen der Prävention Stel-
lung). Unter deutscher Präsidentschaft wurde ferner eine neue Gruppe „Illega-
ler Drogenhandel“ geschaffen.
27
9. Beratungs- und BehandlungsStellen in der BRD
Zu den harten Drogen zählen zum Beispiel Heroin, andere Opiate, Kokain,
Amphetamine und Ecstasy, wobei die Entwicklung der letzten Jahre zeigt,
daß der Konsum von Amphetaminen und Ecstasy stark zugenommen hat.
Vor allem in den Ballungsgebieten steht inzwischen ein breites Spektrum am-
bulanter Hilfen bereit. Dazu gehören niedrigschwellige Angebote, Kontaktläden,
Betreutes Wohnen, Beratung, Konsumräume (vereinzelt), qualifizierte Entgif-
tung, Adaptions- und Nachsorgeangebote.
Bei der Stationären Therapie hat sich ebenfalls ein eigenständiges Hilfesystem
herausgebildet, das sich um Abhängige von illegalen Drogen kümmert. So
gibt es in Deutschland 5.230 Plätze für die stationäre Entwöhnung von Dro-
genabhängigen. Abhängige sind krank. Sie brauchen Hilfe und müssen be-
handelt werden – auch wenn sie illegale Drogen nehmen. Wer helfen will,
muß dies berücksichtigen. Deshalb dürfen sich repressive Maßnahmen im
Rahmen der Drogenpolitik nicht gegen Drogenabhängige als Individuum rich-
ten.
Von einer sinnvollen Drogenpolitik kann man nur dann sprechen, wenn sie
Bestandteil eines ganzheitlichen gesundheitspolitischen Konzeptes ist. Sie muß
berücksichtigen, daß die Abhängigkeit von illegalen Suchtstoffen nur einen
kleinen Teil der gesamten Suchtproblematik unserer Gesellschaft ausmacht.
So gesehen können Hilfeangebote für Abhängige von illegalen Drogen eben-
falls nur Bestandteil des gesamten Hilfesystems für suchtkranke Menschen
sein. Anders ausgedrückt: Wer seinen Blickwinkel auf die Illegalität der Sucht-
stoffe einengt, übersieht das Gesamtproblem „Sucht und Abhängigkeit“.
Dies gilt um so mehr, als die Entwicklung der letzten Jahre zeigt: Die Grenzen
zwischen den unterschiedlichen Gruppen von Suchtkranken verwischen im-
mer stärker. Viele konsumieren heute mehrere Suchtmittel gleichzeitig – egal
ob legal oder illegal. Dies führt dazu, daß sie neben legalen auch von illegalen
Suchtstoffen abhängig sind.
28
„Suchtstoffpolitik ist mehr als Drogenpolitik und ein Gesamtkonzept der
Suchtkrankenhilfe ist mehr als die Summe von Einzelaktivitäten“
10.4 Für die Behandlung der Krankheit Sucht ein effektives und differen-
ziertes Behandlungs- und Hilfesystem erhalten und ausbauen
In der Suchtkrankenhilfe ist eine individuelle und personenzentrierte Hilfe-
planung notwendig, die nicht an den Grenzen von Einrichtungen und einzel-
nen Hilfesysternen haltmachen darf.
Bei der Weiterentwicklung der Hilfen müssen folgende Prinzipien handlungs-
leitend sein: - Orientierung am Einzelfall - Hilfe muß so früh wie möglich be-
ginnen - Selbsthilfe vor Fremdhilfe- ambulant vor stationär - wohnort vor
wohnortfern - verbindliche Versorgungsabsprachen - angemessene Hilfe in
jeder Phase der Erkrankung- keine Einheitstherapie.
29
10.6 Maßnahmen zur Überlebenshilfe und Schadensreduzierung für
die „vergessene Mehrheit“ ausbauen
Das Bestreben gesundheitlichen Folgen zu minimieren, darf nicht den Blick
auf reale Lebenssituationen von Abhängigen und den Krankheitscharakter von
Sucht verstellen.
Eine ärztliche Verordnung von Originalstoffpräparaten (Heroin) sollte in Zu-
kunft im Einzelfall möglich sein - allerdings unter klar definierten Qualitäts-
standards.
Eine bedeutende Versorgungslücke besteht insbesondere bei
niedrigschwelligen Angeboten für Alkohol- und Medikamentenabhängige mit
einer langen Suchtkarriere, die zum großen Teil vereinsamt in ihren Wohnun-
gen oder obdachlos mit massivsten psychischen und gesundheitlichen Folge-
erscheinungen, zum Teil ohne jede Hilfe und Hilfeangebote, verelenden.
Eine Gesundheits- und Sozialpolitik muß sich in Zukunft daran messen las-
sen, inwieweit es gelingt, auch für die ‘Schwächsten’ ausreichende Hilfen zur
Verfügung zu stellen.
30
11. Drogen bedrohen unsere Gesellschaft
Unserem Kind geht es gut. Drogen sind für uns kein Thema.
31
12. sieben goldene Regeln,...
BZgA
32
13. SchlussBemerkung
Jahr für Jahr sterben auf unserer Mutter Erde Millionen von Menschen an den
direkten oder indirekten Folgen ihrer Drogensüchte.
In Zahlen läßt sich nicht ausdrücken, ob die Entwicklung der Menschheit ohne
Drogen weniger produktiv verlaufen, oder ob noch mehr Kriege entbrannt wären.
Meiner Meinung nach haben wir nur eine echte Chance, Drogen aller Art aus
der Gesellschaft zu verdrängen, wenn wir uns von Vorurteilen lösen und die
unterschiedlichsten Randgruppen zu Wort kommen lassen. Warum nicht ein-
mal in die Junkie-Parks gehen, um die Menschen dort kennen zu lernen.
Hier werden wir erfahren, worin die wirklichen Ursachen liegen, die zur
Drogenabhägigkeit führen.
Man stelle sich eine Gesellschaft vor, in der soziales Engagement ein mit
Privilegien bewertetes Volksgut ist. Leider ist Zivilcourage in unserer schein-
bar heilen Welt kein gern gesehener Gast. Hinsehen, Handeln, Hilfe holen.
Eine sinnvolle Kampagne, sie trifft doch leider nur dort auf offene Ohren, wo
Nächstenliebe bereits vorhanden ist.
Was könnten wir bewirken, wenn wir uns täglich ein paar Minuten unseren
Nachbarn widmeten? Mehr Menschlichkeit, durch Respekt, Fairness, Ehrlich-
keit und vor allem, der Mut Verantwortung zu übernehmen, da wo es nichts
zählbares einbringt.
In diesem Sinne:
33
14. wichtige Adressen in Köln
Stadt Köln
Gesundheitsamt, Sozialpsychiatrischer Dienst
Neumarkt 15-19
50667 Köln
Tel: 0221-221-2949
Verein zur Hilfe bei Problemen mit Alkohol, Drogen und Medikamenten
Hauptstraße 399
51143 Köln
Tel: 02203-52339
34
15. wichtige Adressen in der BRD und der EU
DIMDI
Weißhausstr. 27
D-50939 Köln
InterNet:
http://www.bka.de/
http://www.bmgesundheit.de/index.htm
http://www.bremen.de/info/gesundheit/home.html
http://www.bundesregierung.de/index.html
http://www.bzga.de/
http://www.dhs.de/
http://www.dimdi.de/
http://www.ems-cologne.com/frames.html
http://www.netdoktor.de/
http://www.odenwald.de/pderbach/_vorbeug.htm
http://www.s-a-d.de/produkte/lexika/wissenlive_der_mensch.html
http://www.sucht.org/info/info.html
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16. QuellenNachweis
A. Lechleutner / P. Funk:
Die Notkompetenz der Rettungsassistentin und Rettungsassistent
Dr. K. Wanke / Dr. J. Gerchow / Dr. E. Hernle / Dr. K. A. Kovar: für DHS,
Drogenabhängigkeit, Eine Information für Ärzte, März 1998
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