Muriels Hochzeit
Tragikomödie über die Last der Liebe. Muriel will nur eins: heiraten!
Originaltitel
Muriel’s Wedding
Regie
Dauer
106 Min.
Kinostart
19.01.1995
Genre
FSK
12
Produktionsland
Cast & Crew
Muriel Heslop
Bill Heslop
Rhonda
Betty Heslop
Deirdre
Brice
David van Arkle
Tania Degano
Cheryl
Janine
Nicole
Daniel Wyllie
Perry Heslop
Gabby Millgate
Joanie Heslop
Redaktionskritik
Tragikomödie über die Last der Liebe. Muriel will nur eins: heiraten!
Muriel (Toni Collette) ist zwanzig Jahre alt, pummelig und schlicht gestrickt. Ihre Heimat ist das australische Provinznest Porpoise Spit. Doch eigentlich lebt Muriel in einer Traumwelt, wie sie nur in den kitschigsten Magazinen und der Regenbogenpresse existiert. Dort wird sie weder von ihrem herrischen Vater (Bill Hunter, “Priscilla“) gegängelt noch von ihren zickigen Freundinnen und Geschwistern angemacht. In ihrer Phantasie ist Muriel begehrenswert schön und vor allem glücklich verheiratet. Da der Traumprinz jedoch viel zu lange auf sich warten läßt, schnappt Muriel einen Blankoscheck ihres Vaters, leert kurzentschlossen dessen Konto und zieht nach Sydney. Dort erfüllt sich tatsächlich ihre Sehnsucht in Weiß, als sie den feschen Spitzensportler David (Daniel Lapaine) kennenlernt. Daß der Herr sein Auge nur deshalb auf sie geworfen hat, weil er die Heirat für eine Einwanderungsgenehmigung braucht, entgeht Muriel dabei gänzlich. Erst die krebskranke Freundin Rhonda (Rachel Griffiths, “Cosi“), lautstarker Feind aller Konventionen, öffnet Muriel die verträumten Augen. Doch es braucht seine Zeit, bis aus dem “häßlichen Entlein“ ein schöner Schwan wirdäP. J. Hogan beweist mit seinem knalligen Regiedebüt, daß man ihn getrost zu den großen Filmhoffnungen in Australien zählen kann. Die schräge Mixtur aus Teenagerkomödie und Sozialsatire kommt ohne mora-linsaure Attacken daher. Gleichzeitig ist sie eine gewitzte, grelle Hommage an den schlechten Geschmack, wie ihn Hogans US-Kollege John Waters in Filmen wie “Hairspray“ pflegte. Richtig lebendig wird “Muriels Hochzeit“ aber erst durch die junge Toni Collette, die jede Facette ihrer komplexen Figur auf die Leinwand bringt. Man leidet mit Muriel, man schämt sich für sie und liebt sie schließlich von ganzem Herzen. Für das I-Tüpfelchen beim Vergnügen sorgt ein nostalgischer Soundtrack mit herrlichen ABBA-Songs.