Viele von Euch fragen mich oft, wo ich, mit einem Baby, die Zeit zum Nähen hernehme. Mmh, zunächst muss ich sagen, dass Katharina ein total liebes Baby ist und noch immer viel schläft. Heute morgen hat sie nach ihrer Flasche und nachdem die Jungs aus dem Haus waren, noch einmal bis 12.30 Uhr geschlafen. Ich musste mich schon wieder beeilen, dass ich es überhaupt noch schaffe, was zum Mittag einzukaufen, bevor meine Jungs wieder in der Tür stehen. Nachdem ich mit dem “bisschen Haushalt” fertig war, hatte ich heute früh also wieder ganz viel Zeit zum Nähen. Und auch, wenn Katharina wach ist, ist sie ganz lieb. Dann liegt sie auf ihrer Decke und guckt in der Gegend rum, “erzählt” mir was oder spielt mit ihrem Spieltrapez. Also hätte ich auch da Zeit zum Nähen, wobei ich da aber oft bei ihr sitze und mit ihr erzähle oder ihr einfach nur zugucke. Katharina wird ja definitiv mein letztes Baby sein und deswegen nehme ich mir einfach Zeit, ihr zuzugucken!
(Während ich das obige geschrieben habe, ist Katharina schon wieder eingeschlafen…)
Zum anderen ist es so, dass ich ganz oft alleine bin, weil Steffen in Sachen Fußball unterwegs ist, er trainiert eine Jugendmannschaft, ist Schiedsrichter, spielt bei den “Alten Herren” und hilft beim Training der Frauenmannschaft mit. Naja und wir haben sozusagen ein Abkommen, dass ich, wenn Steffen seinem Hobby nachgeht, auch meinem Hobby nachgehen kann und nicht den Haushalt machen muss. Und das tue ich dann auch ausgiebig.
Und im Moment ist es so, dass ich ganz viel nähen und schaffen will, durch die neun Monate der Schwangerschaft, wo es mir überhaupt nicht gut ging, habe ich gemerkt, wie schnell es wieder vorbei sein kann, dass es mir gut geht und ich nähen kann. Ich glaube, ich möchte jetzt all das aufholen, was ich während der Schwangerschaft nicht oder nur sehr begrenzt konnte. Im Moment bin ich nähtechnisch wie in einem Sog, es gibt mir unheimlich viel Kraft zu nähen, es macht mir Spaß und ich habe innerlich das Gefühl, dass ich mir gern ein Polster mit Nähstunden anschaffen möchte, für den Fall, dass es mal wieder anders kommt. Die Zeit, wo ich auch verschiedenen Gründen nicht nähen konnte, war schlimm für mich, in meiner Erinnerung ist das eine dunkle Zeit und wahrscheinlich möchte ich das irgendwie kompensieren…?! Ich weiß es nicht…
Was bei mir natürlich auch noch von Vorteil ist, ist, dass wir kein Haus, sondern “nur” eine Wohnung haben und ich die Kinder nicht zu ihren Aktivitäten fahren muss (höchstens mal, dass ich Johannes zu seinem Freund in den Nachbarort fahre). Das spart auch eine Menge Zeit ein, die sowohl ich als auch Steffen für unsere Hobbies verwenden können.
So, nun habe ich aber genug geschwafelt, wer es bis hierhin ausgehalten hat, bekommt nun auch gleich was zu sehen. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich als nächstes meinen japanischen Kesa nähen werde. Angefangen habe ich damit vor zwei Jahren *schäm* und dann die Sachen in die Kiste gelegt. Heute habe ich die nächsten fünf Blöcke genäht und dabei konsequent den Anfägerfehler von vor zwei Jahren fortgesetzt.
In dem Buch, nach dem ich nähe, sind die Blockmaße ohne Nahtzugabe angegeben. Ich weiß heute nicht mehr, ob mir das damals nicht aufgefallen ist oder ich es absichtlich ignoriert habe, auf jeden Fall habe ich sämtliche Schablonen und die schon fertigen Blöcke im Endmaß erstellt. Naja, und damit habe ich jetzt weitergemacht, dann werden eben meine Zwischenstreifen etwas breiter. Aber soweit bin ich noch lange nicht, vorher stehen, ohne die Blöcke von heute, noch 14 (!) Blöcke an.
Fünf habe ich heute genäht, nämlich die zweitkleinsten.

Mit der nächsten Blockgröße, 17,5 mal 55 cm, von der ich vier Blöcke brauche, mache ich jetzt weiter.