„Siegbert A. Warwitz“ – Versionsunterschied

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Siegbert A. Warwitz wurde 1937 im [[Gau Westfalen-Nord]] als eines von vier Kindern von Alfons Warwitz und Hildegard Dünnebacke (Tochter des Kommunalpolitikers [[Joseph Dünnebacke]]) geboren.<ref>Maria Thiemann (Hrsg.): ''Geschichte der Familie Dünnebacke'', Bd. 2, [[Recklinghausen]] 1979.</ref> Nach dem Abitur am [[Gymnasium Petrinum Recklinghausen]] 1957 und einer Ausbildung zum [[Offizier (Bundeswehr)|Offizier]] bei der [[Bundeswehr]] folgte ein [[Studium]] mit [[Promotion (Doktor)|Promotion]] im Jahr 1968.<ref>Die Dissertation behandelt ein [[Experimentelle Psychologie|experimentalpsychologisches]] Thema; Siegbert A. Warwitz: ''Die Wechselbeziehung zwischen dem allgemeinen intellektuellen und dem allgemeinen physischen Fähigkeitsbereich unter besonderer Berücksichtigung des Kombinatorischen Denkens und der [[Bewegungskoordination]] – eine experimentalpsychologische Untersuchung bei Jugendlichen'', unveröffentlichte Dissertation, [[Universität Wien]] 1966. Enthalten ist auch eine umfangreiche Bibliographie mit knapp 100 dieses Thema betreffenden Titeln.</ref> Anschließend war er zunächst als [[Lehrer|Lehrkraft]] am Humanistischen Gymnasium [[Ravensburg]] tätig, bevor er 1973 auf einen Lehrstuhl an der [[Pädagogische Hochschule Karlsruhe|Pädagogischen Hochschule Karlsruhe]] berufen wurde. Dort wirkte er bis 1977 und erneut von 1991 bis 1993 als stellvertretender Leiter des Fachbereichs Sport und [[Sporterziehung]]. Zwischen 1983 und 1987 bekleidete er das Amt des Dekans. Des Weiteren engagierte er sich ab 1985 als Senatsbeauftragter.<ref>Axel Schniederjürgen (Red.): ''[[Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender]] 2009. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart'', 22. Ausg., Bd. IV, München 2009, S. 4465, auch S. 4970 u. 5163.</ref> Für seine „herausragenden Beiträge zur Verkehrssicherheit von Kindern“ wurde er im Jahr 1995 mit dem Bruno-Epple-Preis ausgezeichnet.<ref>''„Verkehr überfordert nicht nur die Kinder, [[Christiane Herzog]] überreichte Preis“''. In: ''Kurier, Amtsblatt der Stadt Karlsruhe,'' Jahrgang 49, Nr. 42 v. 20. Oktober 1995 (mit Pressephoto), auch in ''Badische Neueste Nachrichten/BNN'', Nr. 237 v. 13. Oktober 1995, S. 25 (mit Pressephoto).</ref>
Siegbert A. Warwitz wurde 1937 im [[Gau Westfalen-Nord]] als eines von vier Kindern von Alfons Warwitz und Hildegard Dünnebacke (Tochter des Kommunalpolitikers [[Joseph Dünnebacke]]) geboren.<ref>Maria Thiemann (Hrsg.): ''Geschichte der Familie Dünnebacke'', Bd. 2, [[Recklinghausen]] 1979.</ref> Nach dem Abitur am [[Gymnasium Petrinum Recklinghausen]] 1957 und einer Ausbildung zum [[Offizier (Bundeswehr)|Offizier]] bei der [[Bundeswehr]] folgte ein [[Studium]] mit [[Promotion (Doktor)|Promotion]] im Jahr 1968.<ref>Die Dissertation behandelt ein [[Experimentelle Psychologie|experimentalpsychologisches]] Thema; Siegbert A. Warwitz: ''Die Wechselbeziehung zwischen dem allgemeinen intellektuellen und dem allgemeinen physischen Fähigkeitsbereich unter besonderer Berücksichtigung des Kombinatorischen Denkens und der [[Bewegungskoordination]] – eine experimentalpsychologische Untersuchung bei Jugendlichen'', unveröffentlichte Dissertation, [[Universität Wien]] 1966. Enthalten ist auch eine umfangreiche Bibliographie mit knapp 100 dieses Thema betreffenden Titeln.</ref> Anschließend war er zunächst als [[Lehrer|Lehrkraft]] am Humanistischen Gymnasium [[Ravensburg]] tätig, bevor er 1973 auf einen Lehrstuhl an der [[Pädagogische Hochschule Karlsruhe|Pädagogischen Hochschule Karlsruhe]] berufen wurde. Dort wirkte er bis 1977 und erneut von 1991 bis 1993 als stellvertretender Leiter des Fachbereichs Sport und [[Sporterziehung]]. Zwischen 1983 und 1987 bekleidete er das Amt des Dekans. Des Weiteren engagierte er sich ab 1985 als Senatsbeauftragter.<ref>Axel Schniederjürgen (Red.): ''[[Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender]] 2009. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart'', 22. Ausg., Bd. IV, München 2009, S. 4465, auch S. 4970 u. 5163.</ref> Für seine „herausragenden Beiträge zur Verkehrssicherheit von Kindern“ wurde er im Jahr 1995 mit dem Bruno-Epple-Preis ausgezeichnet.<ref>''„Verkehr überfordert nicht nur die Kinder, [[Christiane Herzog]] überreichte Preis“''. In: ''Kurier, Amtsblatt der Stadt Karlsruhe,'' Jahrgang 49, Nr. 42 v. 20. Oktober 1995 (mit Pressephoto), auch in ''Badische Neueste Nachrichten/BNN'', Nr. 237 v. 13. Oktober 1995, S. 25 (mit Pressephoto).</ref>


Warwitzens Forschung ist vor allem auf die experimentelle Sportpsychologie und die Verkehrserziehung für Kinder ausgerichtet. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt den Themen der [[Wahrnehmung]], dem Phänomen des [[Spiel|Spielens]] sowie den Herausforderungen von [[Wagnis (Begriff)|Wagnis]] und [[Risiko]]. Dabei erblickt Warwitz im Wagnis ein werterfülltes Handeln, das auf einer tiefverwurzelten Wertebasis beruhe und von einem unaufhaltsamen Streben nach Sinn getragen wird. Dem Wagnis wird eine formende Funktion für das menschliche Sein zugesprochen, als ein Pfad zur aktiven Selbstvervollkommnung, auf dem die latenten Potenziale des Menschen gedeihen und dazu beitragen können, eine Lebensaufgabe zu erfüllen. In der Unterscheidung zwischen Wagnis und [[Nervenkitzel]] offenbare sich das Wagnis als ein hehres Streben nach existenzieller Bedeutung, als einen Weg, der die Seele des Einzelnen auf die sinnstiftende Suche nach wahrhaftiger Erfüllung führt.<ref>Siegbert A. Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. ''Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten'', [[Baltmannsweiler]] 2001, insbes. S. 16–18, 287.</ref> Darüber hinaus hat er verschiedene pädagogische Ansätze und Testverfahren im Bereich Sport und Verkehrssicherheit entwickelt. Warwitz lebt in der 20.000-Einwohner-Stadt [[Tettnang]] im [[Bodenseekreis]].<ref>Axel Schniederjürgen (Red.): ''Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2009. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart'', 22. Ausg., Bd. IV, München 2009, S. 4465.</ref>
Die Forschung von Warwitz ist vor allem auf die experimentelle Sportpsychologie und die Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt den Themen der [[Wahrnehmung]], dem Phänomen [[Spiel]] sowie den Herausforderungen von [[Wagnis (Begriff)|Wagnis]] und [[Risiko]]. Dabei erblickt Warwitz im Wagnis ein werterfülltes Handeln, das auf einer Wertebasis beruht und von einem Streben nach Sinn getragen wird. Dem Wagnis wird eine formende Funktion für die menschliche Persönlichkeit zugesprochen. Er sieht es als Mittel einer aktiven Selbstvervollkommnung, mit der die latenten Potenziale des Menschen wachsen und beitragen können, eine Lebensaufgabe zu erfüllen. Hierbei unterscheidet er zwischen Wagnis und [[Nervenkitzel]].<ref>Siegbert A. Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. ''Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten'', [[Baltmannsweiler]] 2001, insbes. S. 16–18, 287.</ref> Darüber hinaus hat er verschiedene pädagogische Ansätze und Testverfahren im Bereich Sport und Verkehrssicherheit entwickelt. Warwitz lebt in der 20.000-Einwohner-Stadt [[Tettnang]] im [[Bodenseekreis]].<ref>Axel Schniederjürgen (Red.): ''Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2009. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart'', 22. Ausg., Bd. IV, München 2009, S. 4465.</ref>


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Version vom 29. Mai 2024, 18:01 Uhr

Siegbert Arno Warwitz (* 19. September 1937 in Münster) ist ein deutscher Sportpsychologe und Pädagoge. Warwitz wirkt als Autor verschiedener Testverfahren zur Verkehrssicherheit und als Förderer des mehrdimensionalen Lernens in der Unterrichtslehre.

Leben

Siegbert A. Warwitz wurde 1937 im Gau Westfalen-Nord als eines von vier Kindern von Alfons Warwitz und Hildegard Dünnebacke (Tochter des Kommunalpolitikers Joseph Dünnebacke) geboren.[1] Nach dem Abitur am Gymnasium Petrinum Recklinghausen 1957 und einer Ausbildung zum Offizier bei der Bundeswehr folgte ein Studium mit Promotion im Jahr 1968.[2] Anschließend war er zunächst als Lehrkraft am Humanistischen Gymnasium Ravensburg tätig, bevor er 1973 auf einen Lehrstuhl an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe berufen wurde. Dort wirkte er bis 1977 und erneut von 1991 bis 1993 als stellvertretender Leiter des Fachbereichs Sport und Sporterziehung. Zwischen 1983 und 1987 bekleidete er das Amt des Dekans. Des Weiteren engagierte er sich ab 1985 als Senatsbeauftragter.[3] Für seine „herausragenden Beiträge zur Verkehrssicherheit von Kindern“ wurde er im Jahr 1995 mit dem Bruno-Epple-Preis ausgezeichnet.[4]

Die Forschung von Warwitz ist vor allem auf die experimentelle Sportpsychologie und die Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt den Themen der Wahrnehmung, dem Phänomen Spiel sowie den Herausforderungen von Wagnis und Risiko. Dabei erblickt Warwitz im Wagnis ein werterfülltes Handeln, das auf einer Wertebasis beruht und von einem Streben nach Sinn getragen wird. Dem Wagnis wird eine formende Funktion für die menschliche Persönlichkeit zugesprochen. Er sieht es als Mittel einer aktiven Selbstvervollkommnung, mit der die latenten Potenziale des Menschen wachsen und beitragen können, eine Lebensaufgabe zu erfüllen. Hierbei unterscheidet er zwischen Wagnis und Nervenkitzel.[5] Darüber hinaus hat er verschiedene pädagogische Ansätze und Testverfahren im Bereich Sport und Verkehrssicherheit entwickelt. Warwitz lebt in der 20.000-Einwohner-Stadt Tettnang im Bodenseekreis.[6]

Schriften in Auswahl

  • Interdisziplinäre Sporterziehung. Didaktische Perspektiven und Modellbeispiele fachübergreifenden Unterrichts. Hofmann, Schorndorf 1974, DNB 740560026, ISBN 3-7780-4551-2.
  • Das sportwissenschaftliche Experiment. Planung – Durchführung – Auswertung – Deutung. Hofmann, Schorndorf 1976, ISBN 3-7780-9021-6.
  • mit Anita Rudolf: Projektunterricht. Didaktische Grundlagen und Modelle. Hofmann, Schorndorf 1977, ISBN 3-7780-9161-1.
  • mit Anita Rudolf (Hrsg.): Schriftenreihe Projektunterricht in Schule und Hochschule. Karlsruhe 1980–1999.
  • mit Anita Rudolf: Spielen – neu entdeckt. Herder, Freiburg im Breisgau 1982, ISBN 3-451-07952-6.
  • Verkehrserziehung vom Kinde aus. Wahrnehmen – Spielen – Denken – Handeln. Schneider, Baltmannsweiler 1993, 6. Auflage 2009, ISBN 978-3-8340-0563-2.
  • Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Schneider, Baltmannsweiler 2001, 3. Auflage 2021, ISBN 978-3-8340-1620-1.
  • mit Anita Rudolf: Vom Sinn des Spielens. Reflexionen und Spielideen. Schneider, Baltmannsweiler 2003, 5. Auflage 2021, ISBN 978-3-8340-1664-5.

Anmerkungen

  1. Maria Thiemann (Hrsg.): Geschichte der Familie Dünnebacke, Bd. 2, Recklinghausen 1979.
  2. Die Dissertation behandelt ein experimentalpsychologisches Thema; Siegbert A. Warwitz: Die Wechselbeziehung zwischen dem allgemeinen intellektuellen und dem allgemeinen physischen Fähigkeitsbereich unter besonderer Berücksichtigung des Kombinatorischen Denkens und der Bewegungskoordination – eine experimentalpsychologische Untersuchung bei Jugendlichen, unveröffentlichte Dissertation, Universität Wien 1966. Enthalten ist auch eine umfangreiche Bibliographie mit knapp 100 dieses Thema betreffenden Titeln.
  3. Axel Schniederjürgen (Red.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2009. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart, 22. Ausg., Bd. IV, München 2009, S. 4465, auch S. 4970 u. 5163.
  4. „Verkehr überfordert nicht nur die Kinder, Christiane Herzog überreichte Preis“. In: Kurier, Amtsblatt der Stadt Karlsruhe, Jahrgang 49, Nr. 42 v. 20. Oktober 1995 (mit Pressephoto), auch in Badische Neueste Nachrichten/BNN, Nr. 237 v. 13. Oktober 1995, S. 25 (mit Pressephoto).
  5. Siegbert A. Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten, Baltmannsweiler 2001, insbes. S. 16–18, 287.
  6. Axel Schniederjürgen (Red.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2009. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart, 22. Ausg., Bd. IV, München 2009, S. 4465.