julilese

Youp van ‘t Hek, Mar­i­je Tol­manEen zee van tijd Ein hüb­sch bebildert­er kabaret­tis­tis­ch­er Rat­ge­ber für Neurent­ner des Alt­meis­ters des niedr­ländis­chen Kabaretts. Endlich ist von ihm auch mal was in deutsch erschienen.

Klaus-Peter WolfOst­friesenKiller Warum diese Rei­he ver­filmt wor­den ist, erschließt sich mit dem ersten Teil nicht: Die Krim­i­nalar­beit ist so bloß aufhän­gerisch beschrieben wie die lokalen Bezüge, die Ermit­t­lerin wäre unter nor­malen Umstän­den ein­fach kom­plett aus dem Dienst aus­geschlossen wor­den, wegen wahn­haften Beschießens von Kranken­wa­gen. Das alles wird in Dauerk­lis­chés (der Pil­sumer Leucht­turm hat auf Buchdeck­el hat auch nichts mit der Geschichte zu tun) und diversen Logik­löch­ern ohne sprach­liche Qual­ität zusam­mengeschus­tert. Für Leute, die den schnellen Leseer­folg suchen, aber keine Ansprüche haben.

Manuela SanneMord bei Schi­etwet­ter Der Schmök­er hat alles, was eine Stran­dlek­türe bieten sollte: Atmo­sphäre, leiche Krim­igeschichte, eine sich anbah­nende Liebesgeschichte, er ist nicht zu kurz und dazu auch noch ganz gut geschrieben. Vielle­icht etwas über­erk­lärend und nicht ern­sthaft span­nend, will aber auch nicht mehr sein, als er ist. Eine Vor­abend­serie der Öffentlich-Rechtlichen stellt man sich so vor. Den näch­sten Schmök­er der Rei­he werde ich sicher­lich lesen.

Ste­fan Albert­senDie Leiche am Wes­t­er­de­ich Der Schmök­er fängt inter­es­sant lokal an und plätschert dann so dahin. Okay für eine Urlaub­slek­türe vor Ort, man ver­gisst den Inhalt aber auch sofort wieder.

Klaus-Peter WolfOst­friesen­blut Logik­löch­er, wo man hin­sieht, erset­zen nicht die fehlende Erzählbe­gabung des Autors. Es lässt sich skim­men, aber an sehnt das span­nungslose Ende ein­fach nur her­bei.

Ste­fan Albert­senTod beim Spökenkieken Die Geschichte nimmt ab der Häfte Fahrt auf und unter­hält damit, dass es kein bloßes Aufwär­men des Erstlings ist. Auch die Cliffhang­er sind schön geset­zt.

Susanne PtakTod in Nor­den Die Autorin kommt bei all dem wild zusam­men Gewor­fe­nen selb­st durcheinan­der. Die Geschichte ist banal, Span­nung nicht vorhan­den, die Hand­lung­sorte aus­tauschbar und erzeu­gen kaum Lokalkolorit.

Sina Jor­rits­maToten­bo­je Ich war geneigt, die Geschichte zu mögen, die Dialoge funk­tion­ierten einiger­maßen, zumin­d­est ein Kom­mis­sar gewin­nt etwas Kon­tur, das Lokalkolorit sitzt, aber dann wird das ganze Buch mit ein­er hanebüchen­den, span­nungslosen und dümm­lichen Krim­i­nalk­itschsch­ablone gepresst, dass nicht mehr für eine Empfehlung reicht. Der Täter wird am Ende auch ein­fach als Per­son neu einge­führt, was den ersten Teil kom­plett über­flüs­sig erscheinen lässt. Fast­food für Nobrain­er.

Cor­nelia Kuh­n­ert, Chris­tiane FrankeKrabben­brot und See­mannstod Der Schmök­er hat die eine oder andere nette Fig­ur, ist aber unlustig und unspan­nend. Als Hör­buch mit Oliv­er Kalkofen erträglich.

Manuela SanneFür die Katz Lei­der ganz ohne Span­nung, son­der­lich ein­prägsamer Fig­uren, inter­es­san­ten Wen­dun­gen oder irgend­was, was die Lek­türe fes­seln kön­nte, kommt dieser Schmök­er aus. Er ist mehr Irri­ta­tion als Kri­mi.

 

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zakhor

Joan hat ihre über Jahre ange­sam­melten Ein­träge in die Soft­ware Obsid­i­an, eine Art Zettelka­s­ten, gelöscht, da die Vielzahl an Erin­nerungsstück­en darin wohl irgend­wann belas­ten­der als helfend gewe­sen sind.

Ich weiß noch, dass ich schon so ein Unbe­ha­gen gefühlt habe, als ich als Schüler Vok­a­beln mit einem Karteikas­ten gel­ernt habe. Das hat dann auch nur mäßig funk­tion­iert. Ein Buch mit diversen Ein­trä­gen auf ein­er Seite, mitunter dop­pelt, hat bei mir bess­er funk­tion­iert als so ein Einzel­stück­sam­mel­sys­tem.

Aber ja, irgend­wie ver­suche ich auch diesem Unbe­ha­gen seit jeher zu ent­ge­hen und es klappt in unter­schiedlichen Weisen ganz gut. Im Lokalgeschichts­bere­ich habe ich ein Wiki angelegt, das Untergedanken miteinan­der ein­fach verbinden lässt, so bekommt man eine Verbindung zu Einzelein­trä­gen und kommt dauernd auf alte Ein­träge, die man nochmal durch­denkt und verbessert. Das Wiki ist ein offenes Ange­bot für alle Inter­essierte, aber eben auch ein Werkzeug für mich selb­st.

Ich saß mal in ein­er Beru­fungskom­mis­sion an der Uni für die Stelle ein­er Lehrkraft, die Lehramtsstudierende für den All­t­ag ins Gleis set­zen sollte. Da stellte sich eine Bewer­berin vor, die sagte, sie ori­en­tierte sich ger­ade nicht an Lit­er­atur oder philosophis­chen Büch­ern, son­dern ver­suche sich selb­st und damit anderen zu erk­lären, wie sie an Wis­sen kommt. Dazu nutzte sie das Bild ein­er Treppe, die sie mit ihren Fin­gern hochtap­ste. Ich fand das unge­mein sym­pa­thisch und für ange­hende Lehrer richtig, um sich selb­st mal in Frage zu stellen und neu zu kon­stru­ieren, wusste aber auch, dass die Bewer­berin von den Uni­ver­sität­sangestell­ten nicht genom­men würde.

Man sieht auch da wieder, wie Kreativ­ität und Druck sich gegen­seit­ig im Weg ste­hen kön­nen. Joan weist auf das jid­dis­che Wort Zakhor hin, dass so viel bedeutet wie Erin­nere dich! Ein Wort, dass Erin­nerung und Hand­lung umfasst, wie sie schreibt. Wenn diese Tätigkeit allerd­ings nicht mit einem Kick, einem geisti­gen Witz, mit etwas, das einen ans­pornt weit­erzu­machen, begleit­et wird, läuft sie Gefahr sich totzu­laufen. Wer übt schon gerne müßige Hand­lun­gen aus, die zu nichts irgend­wie Beson­derem führen?

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junilese

Pierre M. KrauseHier kann man gut sitzen Wie Mar­cel Reich-Ran­ic­ki sagen würde: Ich habe sehr gelacht und ich lache nie unter meinem Niveau. Obwohl das Büch­lein schon 13 Jahre alt ist, hat es nichts von sein­er Aktu­al­ität, was prov­inzielle Spießigkeit ange­ht, ver­loren. Unge­mein tre­f­fend, Zitat hin­ter obigem Link.

Bertrand San­ti­ni — Der Yark Zäh­mung eines kinder­fressenden Ogers, bei dem die Knochen knack­en und Augen gelutscht wer­den wie Karamell­bon­bons. Nimmt man dieses mal in Kauf kann man eine sprach­lich mitreißende Geschichte erleben. Töcht­ing berichtet mir von einem Alb­traum, wollte die Geschichte aber unbe­d­ingt zu Ende vorge­le­sen haben.

Bertrand San­ti­ni — Mrs Pook und die Kinder des Mon­des Mod­erne Gou­ver­nante ent­führt Kinder auf dem Mond, denen von Erwach­se­nen Unheil dro­ht, oder doch nicht? Eben­falls sprach­lich kolos­sale Geschichte mit einem Tatsch Hor­ror.

Bertrand San­ti­ni — Hugo und die Dämo­nen der Nacht Da in Mrs Pook und die Kinder des Mon­des hieirauf ver­wiesen wird, habe ich diesen Roman auch noch schnell gele­sen. Die Geschichte ist eben­so schön kom­pakt wie die anderen, vielle­icht etwas weniger gruselig als die anderen, wobei das Kinder­fresserthe­ma in den Büch­ern San­ti­nis wohl ein­fach dazuge­hört. Dieses Mal geht es neben Geis­ter­we­sen auch um Zom­bies.

Thomas Per­ry — Der Tag der Katze ErstZweitling des Fre­un­des und bevorzugten Schrift­stellers Eric Idles. Wen­dungsre­ich­er Kri­mi, der nicht lang­weilig wird, aber ander­er­seits eher dahin­plätschert.

Lewis Car­roll — Alice im Wun­der­land Ein dem Nach­wuchs vorge­le­sen­er Klas­sik­er, der mich gewollt irri­tiert, aber halt auch nicht irgend­wie befriedigt hin­ter­lässt.

Wern­er Heukamp — Ein biss­chen mehr Kle­mens Katholis­che Lokallek­türe zu einem früheren Geistlichen mein­er Heimat­stadt. Inter­es­sant.

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